ADOBE SYSTEMS WKN: 871981 ISIN: US00724F1012 Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
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„Und gibt es bekannte Techniken, um das Problem des begrenzten Kontextspeichers zu umgehen, zum Beispiel indem mehrere KI-Agenten gemeinsam an einzelnen Codeteilen arbeiten, sich untereinander abstimmen und so versuchen, das Gesamtprojekt zu erfassen, während jeder Agent nur einen Teil bearbeitet?“ -----ChatGPT---- > Ja, solche Ansätze existieren bereits und werden aktiv erforscht, man spricht dabei von Multi-Agenten-Systemen oder agentenbasierter Softwareentwicklung. Die Idee ist, dass mehrere spezialisierte KI-Instanzen jeweils nur einen begrenzten Ausschnitt eines Projekts kennen, etwa ein Modul, eine Bibliothek oder einen bestimmten Funktionsbereich, und ihre Ergebnisse über strukturierte Schnittstellen oder Zusammenfassungen austauschen. Damit lässt sich der harte Kontextlimit teilweise umgehen, allerdings nur auf organisatorischer Ebene, nicht technisch. Das Grundproblem bleibt bestehen: Kein Agent hat ein vollständiges, konsistentes Gesamtverständnis des Systems. Stattdessen entsteht ein verteiltes, abstrahiertes Bild, das stark von der Qualität der Zusammenfassungen abhängt. Genau dort liegt auch das Hauptproblem, denn jede Verdichtung von Informationen führt zu Informationsverlust, und Fehler oder falsche Annahmen propagieren sich schnell durch das System. In der Praxis funktionieren solche Ansätze heute gut für klar abgegrenzte Aufgaben wie Refactoring einzelner Module, Schreiben von Tests oder Dokumentation, aber nicht für die konsistente Weiterentwicklung großer, historisch gewachsener Codebasen. Hinzu kommt, dass Koordination selbst wieder Kontext benötigt: Abhängigkeiten, Seiteneffekte, Versionsstände und implizite Designentscheidungen lassen sich nicht verlustfrei „delegieren“. Deshalb können Multi-Agenten-Systeme den Kontextmangel zwar mildern, ihn aber nicht aufheben. Sie erhöhen die Produktivität, ersetzen jedoch nicht das zentrale Architekturverständnis, das derzeit nur Menschen zuverlässig leisten können.
Das muss er sagen weil ihm das Geld ausgeht. Gemini 3 Pro, kommt auf zwei Millionen Tokens Kontextgröße, was grob rund 1.500 A4-Seiten entspricht. Modelle von Anthropic liegen noch deutlich darunter. Das klingt viel, ist aber im Vergleich zu realer Softwareentwicklung verschwindend gering. Ein Produkt wie Adobe besteht nicht aus ein paar Dateien, sondern aus Millionen Zeilen Code, die über Jahrzehnte gewachsen sind, mit komplexen Abhängigkeiten, Build-Systemen, plattformspezifischer Logik, proprietären Dateiformaten, GPU-Pipelines, Tests, Legacy-Code und unzähligen Sonderfällen. Um so ein System wirklich zu verstehen, geschweige denn weiterzuentwickeln oder neu zu bauen, müsste eine KI einen Kontext halten können, der um Größenordnungen größer ist als heute möglich, eher im Bereich von zig Millionen bis Milliarden Tokens. Das ist kein kleines technisches Detail, sondern ein fundamentales Problem: Der benötigte Arbeitsspeicher und die Rechenkosten würden explodieren. Das skaliert nicht linear, sondern extrem teuer, sowohl hardwareseitig als auch energetisch. Selbst wenn man das theoretisch lösen könnte, wäre es wirtschaftlich völlig unpraktikabel. Deshalb ist die Vorstellung, KI könne in ein oder zwei Jahren Software-Ingenieure ersetzen oder komplexe Produkte wie Adobe nachbauen, realitätsfern. KI kann heute hervorragend beim Schreiben einzelner Funktionen helfen, beim Refactoring oder bei klar abgegrenzten Aufgaben. Aber sie kann kein großes, historisch gewachsenes Softwaresystem vollständig erfassen oder verantwortungsvoll weiterentwickeln. KI wird Entwickler deutlich produktiver machen, aber sie ersetzt sie nicht. Aussagen wie die des Anthropic-CEOs klingen gut für Investoren, haben mit der aktuellen technischen Realität aber nur sehr begrenzt zu tun.
Der CEO von Anthropic erklärt, dass KI-Modelle in 6 bis 12 Monaten in der Lage sein könnten, die Arbeit von Software-Ingenieuren vollständig zu übernehmen. Ich bin mir sicher, dass man in zwei Jahren auch ähnliche Software wie Adobe mit AI kreieren kann. Adobe hat dann nur noch die Rechtssicherheit für sich, was für große Unternehmen nach wie vor extrem wichtig ist. Aber sonst? Baue Adobe Abklatsch und jedes kleine und mittelgroße Unternehmen wird für einen Bruchteil der Kosten alles bekommen, was sie bei Adobe auch bekommen und dort juckt auch niemanden die Compliance.
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