ALTIMMUNE INC. DL-,0001 WKN: A2N5Z6 ISIN: US02155H2004 Kürzel: ALT Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
Hi Schotten. Guter Punkt. 1. „Leberfett ↓ ⇒ Fibrose ↓“ – stimmt das automatisch? Ein starker Rückgang von MRI-PDFF (Leberfett) ist positiv und korreliert oft mit klinischem Nutzen. Aber leider ist die Fett-Reduktion kein zugelassener Surrogat-Endpunkt für Fibrose. Die FDA verlangt für eine Fibrose-Zulassung in der Regel biopsie-basierte. 48 Wochen können reichen, müssen es aber nicht, denn Fibrose ist träge. Sprich aus „Fett sinkt“ folgt nicht automatisch „Fibrose signifikant sinkt auch“ in 48 W. 2. Hoher Placebo-Effekt in früheren ALT-Daten: Ja, der Placebo-Arm war ungewöhnlich gut. Gründe können u. a. Lifestyle-Effekte, Center-Effekte oder Messvariabilität sein – gerade bei nicht-invasiven Messungen. Das macht die Statistik enger und erhöht die Hürde für Signifikanz. 3. Nicht-invasive/AI-Messungen & FDA: Nicht-invasive Marker (MRI-PDFF, Elastographie, Serum-Scores) sind super als Entscheidungs-/Screening-Tools und für Brücken-Evidenz. Aber regulatorisch gilt meines Wissens nach leider immer noch für die Zulassung primär Histologie-Endpunkte. Ob und wann die FDA KI-gestützte, nicht-invasive Verfahren als alleinige primäre Endpunkte akzeptiert, ist doch noch offen, oder? Kurzfristig würde ich nicht darauf wetten, dass AI-Signifikanz die fehlende Histologie-Signifikanz ersetzt. 4. Verträglichkeit: Voll bei dir: Tolerabilität ist ein Pluspunkt von Pemvidutide. Klinisch und kommerziell hilft das – aber es ersetzt nicht die Kernforderung an Wirksamkeit auf Fibrose. 5. Warum Madrigal höher bewertet ist: Madrigal hat in Phase 3 die anerkannten histologischen Endpunkte signifikant erreicht und hat Zulassung. Damit sind große Teile des Risikos entriskiert. Ein 20–30× Bewertungsaufschlag gegenüber einem Entwickler ohne Phase-3-Signifikanz/ohne Zulassung ist in Biotech leider normal. 6. Daher meine Meinung, und da bin ich komplett bei euch und eurer Meinung: Hohe Shortquote heißt: Der Markt zweifelt an Fibrose-Signifikanz im 48-Wochen-Set. Ein strategischer Schritt wäre daher (Partnerschaft, Co-Dev, klarer Pfad zu histologischer Signifikanz, designte Kombi-Strategien) kann helfen – aber beendet Shorten nicht automatisch. Es wäre daher meiner Meinung nach absolut super (so wie ihr es ja auch schon angeführt habt), wenn ALT eine Partnerschaft/Übernahme erzielen würde.
Hi Andi, die Unsicherheiten, die Du beschreibst, sehe ich auch. Allerdings ist es so, dass bis auf die invasiv verfehlten Studienergebnisse bei Fibrose die anderen Ergebnisse, vor allem der starke Rückgang des Fettgehalts der Leber, darauf schließen lassen, dass die Fibrose über einen längeren Zeitraum (48 W.) auch zurückgeht, oder sehe ich das falsch? Schließlich war auch die Verbesserung der Werte bei Placebopatienten untypischerweise sehr hoch. Bezieht man die genauere non invasive AI mit ein, dann besteht sogar eine Signifikanz. Es ist auch damit zu rechnen, dass die FDA dieses Instrument demnächst zulässt. Hinzu kommt, dass das Medikament sehr gut verträglich ist. Inwiefern ist also Madrigal höher einzuschätzen? Sie sind natürlich schon am Markt, müssen also Phase 3 nicht mehr überstehen. Rechtfertigt das aber eine 30x höhere Bewertung? Der Kurs ist im Moment zementiert. Uns hilft leider nur eine strategische Veränderumg- sprich Buy Out oder Partnerschaft, um dieses extreme Shorten zu beenden.
Hi Schotten. Ja, ich musste dies leider auch bemerken. Aber beruhigend folgendes: Nun, leider ist das Short-Interest bei Biotech oft hoch bei speziellen Events. Denn: Beispielsweise bei Phase-3-Daten entscheidet sich der Wert einer Firma oft über Nacht. Weiterhin schaffen es statistisch nur ~50 % aller Phase-3-Studien. Für Short-Seller ist das ein klares Chance-Risiko-Setup: sie setzen auf die Wahrscheinlichkeit, dass es schiefgeht. Bei Altimmune heißt das: Sie gehen davon aus, dass die Daten enttäuschend oder zumindest nicht stark genug ausfallen, um den Markt zu überzeugen. Grund: Sie betrachten die Risiken im Studiendesign und bei den klinischen Endpunkten (Fibrose-Progression ist schwer messbar, braucht große Effektgröße, oft hohe Variabilität). Denn Fibrose als Endpunkt ist ein „harter Brocken“ → viele Studien sind daran gescheitert. Manche Fonds befragen auch KOLs (Key Opinion Leaders) → die äußern Zweifel („Daten könnten zu schwach sein“). Das ist kein Insiderwissen, sondern Markt-Research. Und ein hoher Short Interest wie dieser deutet darauf hin, dass viele Marktteilnehmer skeptisch sind und entweder ein negatives Studien-Ergebnis erwarten, oder zumindest glauben, dass das Ergebnis nicht stark genug sein wird, um signifikanten Kursanstieg zu rechtfertigen, oder sich absichern wollen gegen mögliche Schwächen. Aber das heißt nicht definitiv, dass sie „wissen“, dass es schlecht wird — nur dass sie das Risiko so einschätzen und entsprechend wetten.
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