ATOS WKN: A411MH ISIN: FR001400X2S4 Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
Sachlich, klar und fundiert. Solche Posts könnte dieses Forum öfter vertragen. Wobei ich aber auch davon ausgehe, dass die Gläubiger OTC abstoßen und nicht häppchenweise am Markt. Das Zeug wird aus den Büchern gefegt. Und alles was da letztlich - wie auch immer - verkauft wird, muss auch einen Käufer finden, weil sonst kein Verkauf möglich wäre. Da wechseln jetzt wenig kursschonend jede Menge Papiere den Besitzer. Und wenn diese Vorgänge abgeschlossen sind, wird sich hier auch der Kurs erholen. Allerdings ohne Squeeze, weil die Shorter dann eben doch ihre Informanten bei den jeweiligen institutionellen Gläubigern haben und deshalb ihren Fahrplan ziemlich risikolos durchziehen können. Am Ende kommt es also drauf an, dass die Genesis-Ziele eingehalten werden und Atos wieder schwarze Zahlen schreibt. Genau das ist die Wette hier. Und ich könnte mir auch vorstellen, dass Atos Anfang 27 dann auch anfängt selbt Papiere aufzukaufen. 10% der Anteile gibts gerade für unter 50 Millionen Euro. Auch das könnte zur weiteren Konsolidierung beitragen.
Wer Stammaktien aus einem Debt-to-Equity-Swap mit Warrants verwechselt, sollte mit Begriffen wie ‚Dyskalkulie‘ im Glashaus vielleicht etwas vorsichtiger umgehen, edv_brain. 😉 Institutionelle Gläubiger verkaufen nicht zum ‚schlechtesten Zeitpunkt‘, sondern sie folgen harten, regulatorischen Risikovorschriften und bereinigen schlicht ihre Bilanzen. Aber um die Diskussion mal von den persönlichen Emotionen wegzuholen und der Runde hier eine echte, fundierte Perspektive zu geben: Genau in diesem Prozess liegt nämlich auch der langfristige Hoffnungsschimmer für die Atos-Aktie! Irgendwann haben die Altgläubiger ihre Bestände vollständig abverkauft und das Kapitel der Restrukturierung ist für sie beendet. Wenn dieser gigantische institutionelle Verkaufsdruck (Overhang) erst einmal komplett aus dem Markt genommen ist, schlägt die Stunde der fundamentalen Wende. Ab diesem Tag ist der künstliche Deckel weg. Da die Aktie dann auf einem extrem bereinigten Niveau konsolidiert, reicht oft schon eine einzige solide operative News aus dem Turnaround, um den Kurs mangels Verkäufernachfrage extrem dynamisch nach oben zu treiben. Es ist also keineswegs alles hoffnungslos – man muss nur die betriebswirtschaftliche Realität akzeptieren und die Geduld aufbringen, dieses unbarmherzige, monatelange Ausbluten durch die Lock-up-Enden auszusitzen, bis der Markt final bereinigt ist. Erst danach schlägt die Stunde für die Long-Investoren. 😉
Exakt so läuft das Spiel, aber zieh den Gedanken bitte mal ganz rational zu Ende: Wenn die Altgläubiger (Banken/Fonds) ihre Millionenpakete auf den Markt werfen, ist das die billigste und flüssigste Liquidität, die sich ein Shortseller nur wünschen kann. Die Shorts müssen überhaupt nicht bangen oder den Kurs künstlich hochtreiben, um an Stücke zu kommen. Sie decken ihre Positionen einfach völlig geräuschlos und entspannt über die Ausstiegswelle der Banken ein – und zwar zu permanent fallenden Kursen. Wer hier also seit Monaten auf einen epischen Short Squeeze oder den Faktor 30 hofft, ignoriert schlichtweg, dass die Shorts den perfekten, unerschöpflichen Partner auf der Verkäuferseite gefunden haben. Am Ende treffen sich zwei Institutionelle – und der Kleinanleger schaut dem sinkenden Kurs zu.
Das ist mir etwas zu schlicht gestrickt: Jemand will seine Warrants abstossen und sucht sich dafür den schlechtesten Zeitpunkt, wenn der Kurs im Süden ist. Die optimierte Asset-Vernichtung für Pisa-KI und Dyskalkulies der Gen-Z. Mal wieder eine gebastelte Erklärung, um den Shortern einen Ausweg zu basteln
Die Haltefristen (Lock-up Periods) der Altgläubiger aus dem großen Restrukturierungsplan waren gestaffelt auf 6, 12 und maximal 18 Monate nach dem Closing ausgelegt. Die letzte und größte Tranche dieser Sperrfristen ist offiziell im Juni 2026 ausgelaufen. Seither ist der Free Float (Streubesitz) massiv angeschwollen. Das erklärt auch den permanenten Verkaufsdruck der letzten Monate: Banken und Distressed-Debt-Hedgefonds sind keine langfristigen strategischen Investoren – sie wollen und müssen ihre im Debt-to-Equity-Swap erhaltenen Aktienpakete sukzessive in Liquidität umwandeln. Das institutionelle Angebot übersteigt die Nachfrage hier deutlich, was zwangsläufig zu einem sinkendem Kurs führt.
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