EVOTEC WKN: 566480 ISIN: DE0005664809 Kürzel: EVT Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
Wenn ich es richtig verstanden habe, liegen wir bei einer vereinbarten Rückzahlung zu 110% bei einem Zins von rd. 4%. Damit würde die Rechnung nicht aufgehen. Ich glaube eher, wie schon von Mitforisten angeführt, daß das Geld aufgrund der Streichung der Kreditlinie benötigt wird und zudem der Aufwand der Restrukturierung vom operativen Geschäft optisch getrennt werden soll. Was mich immer noch irritiert, ist die Zurückhaltung des Vorstandes bei den Insiderkäufen. Auf diesem Niveau von zeitweise 4,50€ absolut nichts, von keinem Vorstandsmitglied. Da kommt man schon ins Grübeln, oder?
@teyef: Lieben Dank für Deine Überlegungen: habe dazu ein paar Gedanken: die 116Mio werden doch genutzt, denke nicht, dass diese jahrelang herumliegen und am Geldmarkt partizipieren... so einfach wird das nicht gedacht sein: ChatGPt meint dazu Folgendes, würde das ähnlich sehen,: " Evotec nimmt 116 Mio. € auf. Evotec zahlt auf die Wandelanleihe 2,625 % Zinsen. Wenn kurzfristige Geldmarktanlagen ähnlich verzinst werden, könnte Evotec das Geld vorübergehend parken und Zinserträge erhalten. Wenn Zinserträge ≈ Zinsaufwand, dann wäre der Netto-Cashaufwand für die Finanzierung klein. Beispiel mit einfachen Zahlen: Anleihe: 116 Mio. × 2,625 % → ca. 3,0 Mio. € Zinskosten/Jahr Wenn Evotec gleichzeitig: 116 Mio. auf Geldmarkt zu z. B. 2,5 % bekäme: ca. 2,9 Mio. € Zinserträge/Jahr Dann sagen manche: „Fast kostenlos finanziert.“ Aber hier kommt der Haken: Der Gedanke funktioniert nur solange das Geld tatsächlich herumliegt. Wenn Evotec davon bezahlt: Restrukturierungskosten, Umbauten, Abfindungen, Investitionen, operative Cash-Abflüsse, dann passiert Folgendes: Jahr 1: 116 Mio. Cash → Zinserträge fast vollständig Jahr 2: vielleicht nur noch 80 Mio. Jahr 3: vielleicht 50 Mio. Jahr 4: vielleicht 20 Mio. Die Zinserträge schrumpfen mit. Dann bricht die „nahezu kostenlos“-Logik auseinander. Dazu kommen weitere Punkte: Transaktionskosten mögliche Verwässerung Kursdruck durch Wandelanleihe-Hedging •Opportunitätskostenereitstellen " Zur Frage Übernahme: Kursbesserung wünscht sich hier jeder, aber ob Triton Evo derzeit übernehmen will, fraglich, keiner weiß etwas und man durch die Wandelanleihe wirklich den Preis so hochsetzt, wie jetzt in den Raum gefragt, für mich fraglich... Die Wandelanleihe erzeugt m.E. nicht automatisch: einen gesetzlichen Mindestpreis, eine neue Preisuntergrenze, oder einen Übernahmeschutzschild. Ein Käufer müsste bei einer Übernahme möglicherweise berücksichtigen: zusätzliche Verwässerung durch spätere Wandlung, Rechte der Anleihegläubiger, mögliche Sonderkündigungsrechte, Finanzierungseffekte. Das kann einen Deal wirtschaftlich komplexer oder teurer machen. Eine Wandelanleihe kann die Übernahmestruktur komplizierter machen. Aber ein Übernahmepreis bzw. ein freies Angebot ist halt immer noch Grundlagenbasiert nach den Regeln des WpÜG. Von daher alles eher m.E. spekulativ, was eine Übernahme anbetrifft... würde daher eher skeptischer herangehen und das vielleicht eher jetzt erst. Aber klar, vielleicht war es eher das Ziel eine Übernahme zu verkomplizieren als den Preis hochzusetzen. Wir Außenstehende haben hier wenig Wissen und Chancen hinter die Kulissen zu blicken, was gerade abgeht.... denke, nach wie vor die HV wird hoffentlich mehr Aussagekraft haben
Es hängt auch stark von den Prompts ab, was die LLMs als Output liefern. Wenn man einfach den letzten Earnings-Bericht hochladen würde, zusammen mit der genauen Meldung zur Wandelanleihe, dann würde irgendeine taktische Emission wegen einer Übernahme eher nicht weit oben in der Liste stehen. Denn im Grunde gibt es für ein unprofitables Unternehmen wenige Möglichkeiten, über eine klassische Anleihe gute Konditionen zu bekommen (man sollte auch nicht vergessen, dass letztes Jahr eine 250 Mio Kreditlinie gestrichen wurde, weil man die Vertragsbedingungen verletzt hatte)... Aber dass das jetzt irgendeine geniale Finanzierungs-Magie sein soll, dass man Geld aus der Emission einer Wandelanleihe bekommt, es anlegt und damit die gesamten Zinsen einfach bezahlt, ohne Opportunitätskosten und die potenzielle Verwässerung ist auch egal…da fragt man sich, warum dann nicht alle Unternehmen nur noch Wandelanleihen emittieren.
@teyef: Lieben Dank für Deine Überlegungen: habe dazu ein paar Gedanken: die 116Mio werden doch genutzt, denke nicht, dass diese jahrelang herumliegen und am Geldmarkt partizipieren... so einfach wird das nicht gedacht sein: ChatGPt meint dazu Folgendes, würde das ähnlich sehen,: " Evotec nimmt 116 Mio. € auf. Evotec zahlt auf die Wandelanleihe 2,625 % Zinsen. Wenn kurzfristige Geldmarktanlagen ähnlich verzinst werden, könnte Evotec das Geld vorübergehend parken und Zinserträge erhalten. Wenn Zinserträge ≈ Zinsaufwand, dann wäre der Netto-Cashaufwand für die Finanzierung klein. Beispiel mit einfachen Zahlen: Anleihe: 116 Mio. × 2,625 % → ca. 3,0 Mio. € Zinskosten/Jahr Wenn Evotec gleichzeitig: 116 Mio. auf Geldmarkt zu z. B. 2,5 % bekäme: ca. 2,9 Mio. € Zinserträge/Jahr Dann sagen manche: „Fast kostenlos finanziert.“ Aber hier kommt der Haken: Der Gedanke funktioniert nur solange das Geld tatsächlich herumliegt. Wenn Evotec davon bezahlt: Restrukturierungskosten, Umbauten, Abfindungen, Investitionen, operative Cash-Abflüsse, dann passiert Folgendes: Jahr 1: 116 Mio. Cash → Zinserträge fast vollständig Jahr 2: vielleicht nur noch 80 Mio. Jahr 3: vielleicht 50 Mio. Jahr 4: vielleicht 20 Mio. Die Zinserträge schrumpfen mit. Dann bricht die „nahezu kostenlos“-Logik auseinander. Dazu kommen weitere Punkte: Transaktionskosten mögliche Verwässerung Kursdruck durch Wandelanleihe-Hedging •Opportunitätskostenereitstellen " Zur Frage Übernahme: Kursbesserung wünscht sich hier jeder, aber ob Triton Evo derzeit übernehmen will, fraglich, keiner weiß etwas und man durch die Wandelanleihe wirklich den Preis so hochsetzt, wie jetzt in den Raum gefragt, für mich fraglich... Die Wandelanleihe erzeugt m.E. nicht automatisch: einen gesetzlichen Mindestpreis, eine neue Preisuntergrenze, oder einen Übernahmeschutzschild. Ein Käufer müsste bei einer Übernahme möglicherweise berücksichtigen: zusätzliche Verwässerung durch spätere Wandlung, Rechte der Anleihegläubiger, mögliche Sonderkündigungsrechte, Finanzierungseffekte. Das kann einen Deal wirtschaftlich komplexer oder teurer machen. Eine Wandelanleihe kann die Übernahmestruktur komplizierter machen. Aber ein Übernahmepreis bzw. ein freies Angebot ist halt immer noch Grundlagenbasiert nach den Regeln des WpÜG. Von daher alles eher m.E. spekulativ, was eine Übernahme anbetrifft... würde daher eher skeptischer herangehen und das vielleicht eher jetzt erst. Aber klar, vielleicht war es eher das Ziel eine Übernahme zu verkomplizieren als den Preis hochzusetzen. Wir Außenstehende haben hier wenig Wissen und Chancen hinter die Kulissen zu blicken, was gerade abgeht.... denke, nach wie vor die HV wird hoffentlich mehr Aussagekraft haben
Ich habe das analysiert, und im Grunde genommen war das Vorgehen des CEOs äußerst clever. Die Opportunitätskosten der Anleihe liegen sogar unter dem risikofreien Zinssatz, was bedeutet, dass sie von dem zugeführten Kapital profitieren können, selbst wenn sie es nicht unbedingt benötigen. Andererseits haben sie den Preis für eine mögliche Übernahme deutlich über dem aktuellen Aktienkurs angesetzt. Das Problem bleibt die Kommunikation – oder besser gesagt, die fehlende Kommunikation – mit dem Markt. Meiner Meinung nach besteht Interesse seitens Triton oder eines anderen Unternehmens an einer Übernahme von Evotec, wahrscheinlich Triton selbst. Sie haben den Preis bewusst hoch angesetzt. Langfristig ist das genial, aber kurzfristig hätte ich mir einen Gewinn gewünscht. Es wird spannend.
**Evotec Wandelanleihe: Finanzielle Notwendigkeit oder strategische Verteidigung? Wahrscheinlich beides.** Die Wandelanleihe über €116 Mio. wird von vielen Aktionären als verwässernde Maßnahme oder defensive Transaktion kritisiert. Die richtige Einordnung ist jedoch eine andere. Die Wandelanleihe hat gleichzeitig folgendes erreicht: ✓ Finanzierung von Project Horizon zu nahezu null Nettokapitalkosten ✓ Erhalt von €444 Mio. Bruttoliquidität für strategische Optionalität ✓ Erhöhung des Mindestangebotspreises eines möglichen Triton-Übernahmeangebots um €130–300 Mio. ✓ Schaffung einer Anleihegläubiger-Konstituenz, die Niedrigpreisangebote aktiv blockiert ✓ Etablierung einer öffentlichen Bewertungsreferenz bei einem Wandlungspreis von €6,53 All das wurde zu einem Kupon von **2,625%** erreicht — einem Finanzierungskostensatz, den Evotec über kein anderes verfügbares Instrument hätte replizieren können. Ein Unternehmen mit nahezu null EBITDA und negativen Gewinnrücklagen von €897 Mio. hat schlicht keinen Zugang zu Investment-Grade-Kapitalmärkten. Die Wandelanleihe ermöglichte eine Finanzierung zu Investment-Grade-Konditionen auf Basis der eingebetteten Aktienoption — nicht der Kreditqualität. Der entscheidende Punkt: **Der defensive Effekt war kein Kostenfaktor. Er war ein kostenloser Nebeneffekt einer finanziell optimalen Kapitalmaßnahme.** Der Netto-Carry der Transaktion liegt bei nahezu null — die Erlöse von €116 Mio. werden zu Geldmarktsätzen angelegt, die dem gezahlten Kupon nahezu entsprechen. Die jährlichen Zinskosten von €3,05 Mio. werden durch Zinserträge auf die gehaltenen Barmittel weitgehend kompensiert. Genau deshalb ist es schwer zu beurteilen, ob Wojczewski primär durch finanzielle Notwendigkeit oder strategische Verteidigung motiviert war. Die Antwort lautet wahrscheinlich: **beides gleichzeitig — ohne inkrementelle Kosten.** Das ist entweder sehr cleveres Liquiditätsmanagement. Oder ein sehr eleganter Zufall.
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