SAP WKN: 716460 ISIN: DE0007164600 Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
Zusammengefasst ergibt sich bei SAP aktuell ein ziemlich konstruktives Bild auf der Positionierungsseite: Die Shortquote ist niedrig und zuletzt weiter gefallen. Zum 14. August 2026 waren rund 8,02 Mio. SAP-ADR leerverkauft, entsprechend nur etwa 0,70 % des Floats. Gegenüber dem vorherigen Meldetermin waren das nochmals −6,15 %. Ende Juni lagen die Shorts noch bei rund 11,23 Mio. Stück bzw. etwa 1,0 %. Seitdem wurden also ungefähr 3,2 Mio. Short-Aktien bzw. rund 28 % der Shortpositionen abgebaut. Gleichzeitig bleibt die institutionelle Long-Seite sehr stark. Aktuell werden rund 33,5 % der SAP-Aktien von Fonds und ETFs und weitere 14,4 % von sonstigen institutionellen Investoren gehalten – zusammen also knapp 48 % institutioneller Besitz. Zu den größten Adressen gehören: BlackRock: 79,33 Mio. Aktien – 6,87 % Vanguard: 42,11 Mio. – 3,65 % Capital Research: 36,54 Mio. – 3,17 % Norges Bank Investment Management: 28,94 Mio. – 2,51 % Fisher Asset Management: 15,20 Mio. – 1,32 % Deutsche Asset & Wealth Management: 12,19 Mio. – 1,06 % Amundi: 12,15 Mio. – 1,05 % Bei Vanguard sieht man sogar eine kleine aktuelle Aufstockung: von 41,94 Mio. Aktien am 30. Juni auf 42,11 Mio. zum 31. Juli, also ungefähr +167.000 Aktien. Was ich daraus ableiten würde Das passt ziemlich gut zu dem, was wir vorher schon zu SAP geschrieben hatten: Der Aktienkurs ist deutlich vom Hoch zurückgekommen, aber die professionellen Anleger verhalten sich nicht so, als würden sie einen fundamentalen Absturz erwarten. Besonders auffällig ist die Kombination: Kurs schwach → Shorts werden trotzdem reduziert → große institutionelle Investoren bleiben massiv investiert. Normalerweise würde man bei einer Aktie, bei der institutionelle Anleger einen stärkeren Einbruch erwarten, eher steigendes Short Interest sehen. Bei SAP passiert derzeit eher das Gegenteil. Dazu kommen die fundamentalen Punkte aus unserer vorherigen Betrachtung: Cloud-Umsätze und Cloud-Backlog wachsen weiterhin kräftig, der Free Cashflow entwickelt sich stark und Umsatz sowie Gewinn liegen heute deutlich über den Größenordnungen aus früheren SAP-Hochphasen. Gleichzeitig wurde SAP vom Allzeithoch erheblich abverkauft. Damit ist zumindest ein Teil der vorher sehr hohen Bewertung bereits herausgenommen worden. Mein Gesamtbild: eher bullish bis deutlich bullish auf mittlere Sicht. Nicht weil 0,7 % Shortquote automatisch steigende Kurse bedeutet, sondern weil niedrige und fallende Shorts + knapp 48 % institutioneller Besitz + BlackRock/Vanguard/Norges als Großaktionäre + starke operative Entwicklung + deutliche Kurskorrektur eine interessante Kombination ergeben. Der vielleicht stärkste Punkt ist für mich tatsächlich: Vom 30. Juni bis 14. August fiel das Short Interest um rund 28 %, obwohl die Aktie schwach war. Die Shortseller haben die Schwäche also eher zum Eindecken als zum aggressiven Ausbau ihrer Wetten genutzt. Wenn man das gemeinsam mit der Chartanalyse von eben betrachtet, würde ich SAP derzeit eher als überverkauften Qualitätswert mit Rebound-Potenzial einordnen als als Aktie, bei der institutionelles Kapital gerade die Flucht ergreift.
SAP wirkt charttechnisch derzeit deutlich stabiler und insgesamt bullish. Seit dem Tief im Bereich von etwa 128–130 € hat sich eine klare Erholungsstruktur mit höheren Tiefs und höheren Hochs gebildet. Besonders positiv ist, dass Rücksetzer zuletzt schnell gekauft wurden und die Aktie den Bereich um 190 € wieder zurückerobert hat. Kurzfristig liegt der wichtigste Widerstand bei etwa 195–200 €. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch darüber, wäre das ein starkes technisches Signal. Dann wären zunächst 205–210 € und anschließend ungefähr 220 € mögliche nächste Zielzonen. Auf der Unterseite sollte SAP möglichst über 187–189 € bleiben. Die entscheidendere Unterstützung liegt im Bereich von 179–182 €. Erst ein deutlicher Rückfall darunter würde das aktuell positive Chartbild spürbar eintrüben. Im größeren Bild befindet sich SAP zwar noch in der Aufarbeitung des vorherigen starken Abwärtstrends, aber die Erholung vom Jahrestief ist inzwischen mehr als nur ein kurzer Rebound. Solange die Aktie oberhalb von rund 180 € bleibt, ist der neue Aufwärtstrend intakt. Ein Sprung über 200 € wäre der nächste große Befreiungsschlag und könnte die Bewegung deutlich beschleunigen.
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