SharpLink/ETH/StrategyB/BTC WKN: 722713 ISIN: US5949724083 Forum: Aktien User: Lüning2
Ja, das wurde in den 2000 richtig schön schlecht geredet… Alle trinken Bier, rennen in Jogginghosen, auf der Baustelle rum, rülpsen und pupsen nur… Du hast früh bei der Kundschaft gestanden, und hattest eigentlich schon keine Lust mehr zu arbeiten… jetzt ist Man wie Gott in Frankreich, und vor allem wird man wieder als Mensch respektiert
Ja, das wurde in den 2000 richtig schön schlecht geredet… Alle trinken Bier, rennen in Jogginghosen, auf der Baustelle rum, rülpsen und pupsen nur… Du hast früh bei der Kundschaft gestanden, und hattest eigentlich schon keine Lust mehr zu arbeiten… jetzt ist Man wie Gott in Frankreich, und vor allem wird man wieder als Mensch respektiert
Bei aller Liebe aber das geht doch komplett an der Lebensrealität unserer aktuellen Gesellschaft im großen und ganzen vorbei. Wieso haben wir denn so einen abartig hohen Fachkräftemangel? Weil den alle erlenen wollen, super bezahlt wäre und hohen Stellenwert in der Gesellschaft genießt sicher nicht 😂. Insbesondere die PFLEGE ist ein perfektes ANTIbeispiel wie absurd UNATTRAKTIV und undankbar dieser Job ist. Wir haben einen extrem hohen Pflegefachkräftemangel, weil das niemand machen will, deshalb karren wir aus aller Herren Länder Pflegefachkräfte nach Deutschland. Und warum? Na sicher nicht, weil der Beruf so attraktiv und gut bezahlt war. Und von vor Corona will ich gar nicht reden. Ich habe eine gute Freundin, selbst mit Masterstudium und als Leiterin der Einrichtung ist es ein undankbarer Job. Generell alle sozialen Tätigkeiten sind völlig unterbezahlt, bei gleichzeitig sehr hoher Belastung.
Das geringe Ansehen von Handwerksberufen ist nicht nur ein gesellschaftliches Versagen, sondern auch kulturell und historisch bedingt. Akademische Berufe werden oft mit Prestige assoziiert, weil sie mit Wissen und „Elitestatus“ verknüpft sind. Dieses Image zu ändern, erfordert langfristige kulturelle Arbeit, ist aber nicht allein durch höhere Löhne lösbar.
Das Handwerk und die Pflege sind keine Mangelberufe weil sie schlecht bezahlt werden, oder keine Möglichkeiten besitzen, sondern weil sich niemand mehr die Hände schmutzig machen möchte. In meiner Berufsschulklasse waren wir 4 Personen. Als mein Bruder, auch Handwerker, 8 Jahre vorher, in der Lehre war, waren es noch 20 Schüler pro Jahrgang.
Bin da bei Tradi, und habe beides gemacht. Zuerst eine Lehre im Handwerk, anschließend Studium. (Nebenbei an Wochenenden auf dem Bau gearbeitet) Pro Semester habe ich knapp 300 € Gebühr bezahlt. Das ist nichts im Vergleich zu Amerika oder anderen Ländern, und für jeden, der möchte zu stemmen. Und um ein schönes Leben in Deutschland zu haben, benötigt man kein Studium. Meine ehemaligen Kollegen im Handwerk gehen nicht unter 20€/h nach Hause. Niemand. Habe auch Freunde die in der Pflege arbeiten. Und durch Schichtzuschläge nen sehr gutes Einkommen haben. Mehr als die Kollegen die nur Wochentags arbeiten wollen und keine Nachtschichten machen. Man muss nur wollen. Klar kann man nicht pauschalisieren, gibt auch Menschen die aufgrund von körperlichen Einschränkungen oder anderen Gründen nicht arbeiten können. Aber für die gibt es dann die soziale Stütze. Beim Rest ist es aber in der Regel so, dass das Gehalt einfach die eigene Initiative widerspiegelt, auch Opfer bringen zu können. Und nicht jeder ist bereit private Zeit in beruflichen Fortschritt zu investieren. Ist auch okay. Dann kann man sich aber nicht über das höhere Gehalt derer beschweren, die eben dies machen.
Ich finde, das greift etwas zu kurz. Ja, Bildung ist in Deutschland formal kostenlos, aber gleiche Chancen haben trotzdem längst nicht alle. Nicht jede/r hat die familiäre Unterstützung, das Umfeld oder überhaupt die Möglichkeit, ein Studium durchzuziehen, sei es aus finanziellen, sozialen oder gesundheitlichen Gründen. Und selbst wenn. Nicht jede/r will studieren. Das ist doch auch okay. Gesellschaft funktioniert nicht nur mit Akademikern. Pflege, Handwerk, soziale Berufe. Das sind tragende Säulen, aber die Bezahlung spiegelt das leider oft nicht wider. Ich denke, man sollte da differenzierter hinschauen nicht aus jeder „Fehlentscheidung“ wird ein Scheitern. Und nicht jeder, der hart arbeitet, hat einfach „Pech gehabt“. Die Realität ist komplexer und genau das sollte man anerkennen.
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