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TUI Forum: Community User: awsx
Kommentare 156.456
Muravera,
24.12.2022 9:31 Uhr
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In seinen patzigen Rückzügen kommt eine hochemotionale Seite zum Vorschein, die bei kühlen Zahlenmenschen selten ist. Ebel lebt sie vornehmlich außerhalb des Berufs aus, etwa als Funktionär seines Heimat- und Herzensvereins Eintracht Braunschweig, derzeit in der 2. Bundesliga. 2007 übernahm er bei den "Löwen" das Präsidentenamt und stemmte die Sanierung des prekär verschuldeten Klubs. Der ist ihm bis heute dankbar und kürte den Retter vor zwei Jahren zum Ehrenpräsidenten. Ein Renommee, das er sich bei Tui noch verdienen muss.
Dort setzt er sich – allen Festreden zum Trotz – gleich von seinem Vorgänger ab. Joussen suggerierte stets, er sei allein ein Opfer der Pandemie und nicht auch eigener Fehler. Ebel hingegen macht intern deutlich, dass es für Tui keinesfalls reicht, zu den Vor-Corona-Verhältnissen zurückzukehren. "Wir haben natürlich Druck, uns zu verändern", bekennt er. Das klassische Reiseveranstaltermodell habe "wahrscheinlich beschränktes Wachstumspotenzial". Eine diplomatische Umschreibung für: So sind wir nicht zukunftsfähig!
Der Neue sieht vor allem zwei Ansatzpunkte für bessere Zeiten. Massiv will er das sogenannte Dynamic Packaging ausbauen. Statt mit langem Vorlauf Hotelzimmer und Flüge einzukaufen und sie dann im Paket zu vermarkten, sollen die angebotenen Reisen immer häufiger spontan entstehen, zu Tagespreisen. "Der Markt für dynamisches Paketieren ist genauso groß wie der Markt für traditionell produzierte Pauschalreisen", erläutert Ebel, "aber wir haben dieses Potenzial bisher viel zu wenig genutzt." Laut Ebel bietet dynamisches Paketieren attraktive Margen, und das praktisch risikolos, denn eigene Vorleistungen sind überflüssig.
Muravera,
24.12.2022 9:31 Uhr
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Förderer mit kurzer Halbwertszeit: Unter dem langjährigen Tui-Chef Michael Frenzel (r.) – hier bei einer Pressekonferenz 2003 gemeinsam mit den Co-Vorständen Rainer Feuerhake (l.) und Peter Engelen – machte Sebastian Ebel (2. v. r.) schnell Karriere. 2006 aber kam es zum Bruch. Foto: Harald Koch / action press
In einer denkwürdigen Klausur 2006 in einem Ferienhotel stand plötzlich ein Organigramm an der Wand, in dem Ebel nicht mehr vorkam – ein Vorschlag von Rothwell. Ebel verschwand wortlos auf sein Zimmer und war auch von Vorstandskollegen nicht zur Rückkehr zu bewegen. Am nächsten Morgen kündigte er.
Sieben Jahre später war er zurück. Fritz Joussen, dem Sebastian Ebel bei seinem vormaligen Arbeitgeber Vodafone als Finanzchef gedient hatte, lotste ihn wieder nach Hannover. Es gab jedoch Widerstände bei Arbeitnehmervertretern. Der Rückkehrer durfte nicht gleich Vorstand werden, sondern musste zunächst mit dem Micker-Titel "Operating Performance Director" vorliebnehmen.
Unfallfrei blieb seine Karriere auch unter Joussen nicht. 2015 übernahm Ebel zusätzlich zu Vorstandspflichten (Hotels und Kreuzfahrten) die Verantwortung für den Bereich, für den er zehn Jahre zuvor so viele unerwünschte Ratschläge gegeben hatte: Tui Deutschland. Schneidig gab er hohe Ziele aus – einen Gewinnsprung, wesentlich mehr Marktanteil –, verfehlte sie aber deutlich. 2017 zog Joussen ihn von dem Posten ab. Als Ebel dann 2018 nicht wie gewünscht Finanzvorstand werden durfte, zog er sich schmollend in ein Sabbatical zurück, das er allerdings nach drei Monaten abbrach.
Implosionen inklusive
Muravera,
24.12.2022 9:30 Uhr
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Vor allem aber fehlt dem Konzern eine überzeugende Perspektive. Internetchampions wie Marktführer Booking.com, Expedia oder Airbnb rollen den Reisemarkt auf. Auch für einige Mittelständler scheint noch Platz zu sein. Tui hingegen mit seinem schwergewichtigen Arsenal aus Reiseveranstaltern, eigenen Flugzeugen, Hotels und vielem mehr wirkt aus der Zeit gefallen. Taugt jetzt ausgerechnet der Routinier Ebel als Tourguide in die Zukunft?
An Selbstvertrauen fehlt es ihm sicherlich nicht. "Ich habe mich immer eher als Unternehmer gesehen denn als Konzernmanager", sagt er. Er habe in seinem Berufsleben oft Unternehmen aufgebaut oder saniert.
Den größten Teil seiner Karriere verbrachte der Diplom-Kaufmann allerdings als leitender Angestellter, davon 27 Jahre bei Tui und dem Vorgängerkonzern Preussag. Kaum eine Verantwortung, die er noch nicht hatte: Controlling, Einkauf, IT, Hotels, Kreuzfahrten, Finanzen und einiges mehr.
Dass die Laufbahn keine gerade Linie zieht, liegt vor allem an Grenzstreitigkeiten. Ebel krittelte gern in den Ressorts anderer – womöglich zu gern. Anfang der 2000er Jahre, als er unter Michael Frenzel zum Vorstand aufgestiegen war, prangerte er immer wieder vermeintliche Missstände an, etwa bei der Kernfirma Tui Deutschland. Frenzel reagierte zunehmend genervt auf die Litaneien. Ebels Karriere knickte ab, als der britische Landeschef Peter Rothwell (63) erstarkte.
Förderer mit kurzer Halbwertszeit: Unter dem langjährigen Tui-Chef Michael Frenzel (r.) – hier bei einer Pressekonferenz 2003 gemeinsam mit den Co-Vorständen Rainer Feuerhake (l.) und Peter Engelen – machte Sebastian Ebel (2. v. r.) schnell Karriere. 2006 aber kam es zum Bruch.
Muravera,
24.12.2022 9:30 Uhr
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Lauerstellung: Sebastian Ebel (r.) zeigte schon länger Ambitionen auf den Tui-Topjob. Nach dem jähen Abgang von Fritz Joussen (M.) erhob Chefaufseher Dieter Zetsche (l.) Ebel wunschgemäß. Foto: Focke Strangmann / EPA-EFE
Sie hatten keine Wahl
So oder so – die Aufsichtsräte hatten keine Wahl. Sie brauchten schnell Ersatz für Joussen. Jemanden, der oder die den Laden kannte, sofort verfügbar war und diesen undankbaren Job von Herzen gern haben wollte. Traf alles auf Ebel zu. Und übers Gehalt – Boni sind wegen einer stillen Beteiligung des Bundes nicht drin – brauchten sie mit ihm auch nicht zu feilschen. Ebel besitzt mehrere mittelständische Firmen für IT und Beratung, die nicht zu Transparenz neigen. Obendrein ist von diversen Baumarktimmobilien in Familienbesitz zu hören.
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Sebastian Ebel müsste nicht arbeiten. Er will.
Der Neue hat sich eine der heikelsten Sanierungsaufgaben des Landes aufgebürdet. Entgegen den sonnigen Reiseberichten des ausgecheckten Fritz Joussen ist die Krise für Tui keineswegs ausgestanden. Die Pandemie hat ihren größten Schrecken zwar verloren. Doch die wirtschaftliche Basis bleibt bedenklich dünn. Der Aktienkurs wirkt wie pulverisiert, die Schulden reichen bis zur Poolkante. Zuletzt musste Tui 462 Millionen Euro jährlich für Zinsen aufwenden – fast 90 Prozent des Gewinns im Vor-Corona-Jahr 2019.
Muravera,
24.12.2022 9:29 Uhr
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Noch mehr indes wollten sie Joussens Nachfolger erleben: Sebastian Ebel (59), per 1. Oktober der neue CEO des Touristikkonzerns.
Der gab sich viel Mühe, die gute Laune nicht zu trüben. Demütig dankte er allen und jedem, sogar seinem anwesenden Ex-Chef Michael Frenzel (75). Wegen dem hatte Ebel mal gekündigt.
Für Kenner war der dezente Auftritt eine Überraschung. Tui hat augenscheinlich nicht nur einen neuen Vorstandschef. Sondern auch einen neuen Ebel. Als Versöhner vom Dienst jedenfalls war dieser Manager bislang nicht aufgetreten. Ganz im Gegenteil.
Sebastian Ebel – unauffällige Gestalt, sparsame Gesten, immer etwas Anspannung im Blick – genießt einen zwiespältigen Ruf. Die einen preisen sein Fachwissen, seinen Einsatz und ein phänomenales Zahlengedächtnis. "Er merkt sofort", sagt ein früherer Mitarbeiter, "wenn auf Folie 19 etwas nicht mit den Daten auf Folie 1 zusammenpasst."
Die anderen sehen in ihm einen Kollegen mit Sprengkraft. Einen Kontrollfreak, der zwar viel anpackt, aber auch hohe Reibungsverluste erzeugt. "Herr Ebel kann auch ein bisschen knackig sein", umschreibt es vorsichtig ein Aufsichtsrat, der es gut mit ihm meint.
Lauerstellung: Sebastian Ebel (r.) zeigte schon länger Ambitionen auf den Tui-Topjob. Nach dem jähen Abgang von Fritz Joussen (M.) erhob Chefaufseher Dieter Zetsche (l.) Ebel wunschgemäß.
Muravera,
24.12.2022 9:28 Uhr
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Tui AG: Sebastian Ebels Sanierungsplan für den angeschlagenen Reisekonzern
Last Man Standing
Wie der neue Tui-Boss den Reiseriesen retten will
Zahlenfreak statt Frohnatur – bei Tui übernimmt mit Sebastian Ebel ein umstrittener Ex-Controller das Kommando, der gar nicht mehr arbeiten müsste. Im aktuellen Zustand hält er den Konzern für nicht überlebensfähig – aber er glaubt an seinen Plan.
Von Michael Machatschke
Aus dem Hintergrund drang gelegentlich Hämmern und das Dröhnen von Bohrmaschinen. Doch das waren die einzigen Störgeräusche an diesem Abend. Gut 120 illustre Gäste hatten sich am letzten Septembersonntag in der "Diamant Bar" auf "Mein Schiff 3" versammelt; der Tui-Dampfer lag gerade zu Reparaturarbeiten in einem Hamburger Dock der Werft Blohm & Voss – da störten keine Passagiere. Weggefährten und Honoratioren waren gekommen, um den am Ende erfolglosen Tui-Lenker Fritz Joussen (59) in den Luxusvorruhestand zu verabschieden: Er hat selbst gekündigt, bekommt aber weitere zwei Jahre das volle Gehalt.
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w
T
Stitchie,
23.12.2022 19:23 Uhr
0
Laut Bundesanzeiger derzeit 4,58 % Leerverkaufsquote bei TUI oberhalb der meldepflichtigen 0,5%.
https://www.bundesanzeiger.de/pub/de/nlp?2
w
weigel,
23.12.2022 18:18 Uhr
0
Shortseller bei TUI im Moment"Jane Street Group LLC, Höhe der Shorts 0,50 %
B
Bobb,
23.12.2022 17:11 Uhr
0
Kommt drauf an wann du reingegangen bist, aber fernab ist das dann keine Frage für dich. Also dann überlese doch einfach den Tweed und vielleicht findet sich jemand der mir Antworten geben kann als überflüssig das zu kommentieren denn dann ist eh niemand weiter. Als Tip nebenbei
A
Andreito,
23.12.2022 17:03 Uhr
0
Welcher Ablauf ist geplant?
10 zu 1 Split und danach eine KE, oder ist nur der Re Split geplant ?
weigel,
23.12.2022 16:39 Uhr
1
kein Aktionär bei TUI interessiert im Moment die Dividende, alle wollen nur dass, das Unternehmen wieder in die Erfolgsspur kommt und hofft, auf einen steigenden Aktienkurs ...
Bobb,
23.12.2022 16:07 Uhr
0
Sehe ich nicht, finde die Dividende sofern sie ausgeschüttet wird, gehört ebenso zudem Aussicht der Rendite des Investments.
Daher darf man Sehrwohl danach fragen
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