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Aktienflut bei Rivian

Was Anleger jetzt wissen müssen 07.07.2026, 19:13 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Rivian R2
© Eric Anderson/Rivian

Aktienverkauf belastet den Kurs

Rivian will 75 Millionen neue Aktien ausgeben. Zusätzlich sollen die begleitenden Banken eine 30-tägige Option auf weitere 11,25 Millionen Aktien erhalten. Die Ankündigung traf den Markt nach einer Phase positiver Kursbewegungen und löste deutliche Verkäufe aus. Zeitweise verlor die Aktie mehr als 13 Prozent. Auf Basis des vorherigen Schlusskurses von umgerechnet rund 17,62 Euro könnte die Platzierung etwa 1,31 Milliarden Euro einbringen.

Kapital für den nächsten Schritt

Das Geld soll unter anderem allgemeine Unternehmenszwecke finanzieren und Eigenkapitalanforderungen im Zusammenhang mit einem Kredit des US-Energieministeriums erfüllen. Dieser Kredit steht im Zusammenhang mit der geplanten Produktionsstätte in Georgia. Rivian braucht das Kapital vor allem für den Ausbau der Fertigung und die Vorbereitung des nächsten Wachstumsschritts. Die Botschaft an den Markt ist damit zweigeteilt: Das Unternehmen investiert in die Zukunft, doch bestehende Aktionäre müssen eine Verwässerung hinnehmen.

Bessere Erlöse reichen nicht

Parallel zur Aktienplatzierung nannte Rivian vorläufige Zahlen für das zweite Quartal. Der Umsatz soll zwischen 1,36 Milliarden Euro und 1,44 Milliarden Euro liegen. Damit liegt die Spanne über den Markterwartungen. Eigentlich wäre das ein positives Signal, doch die Kapitalerhöhung überlagert die besseren Erlösaussichten. Für viele Anleger zählt derzeit weniger das Umsatzwachstum als die Frage, wie lange Rivian noch auf externe Finanzierung angewiesen bleibt.

R2 bleibt die große Hoffnung

Ein wichtiger Hoffnungsträger ist der R2, ein kleinerer und günstigerer Elektro-SUV. Rivian hatte im Juni mit Kundenauslieferungen begonnen und will mit dem Modell eine breitere Käuferschicht erreichen. Der R2 soll dem Unternehmen helfen, die Produktion stärker zu skalieren und langfristig höhere Stückzahlen zu erreichen. Gleichzeitig bleibt der Weg teuer. Rivian verfügte zuletzt über 4,20 Milliarden Euro an Barmitteln und kurzfristigen Anlagen, stand aber weiter unter hohem Investitionsdruck.

Wachstum mit hohem Risiko

Die Rivian-Aktie bleibt damit eine Wette auf die erfolgreiche Skalierung des Geschäfts. Der Elektroautobauer besitzt mit dem R2, der Softwarestrategie und der geplanten Georgia-Fertigung klare Wachstumstreiber. Gleichzeitig zeigt die Aktienplatzierung, dass der Kapitalbedarf weiterhin hoch ist. Für Anleger wird entscheidend sein, ob Rivian aus mehr Umsatz auch eine bessere Profitabilität machen kann. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für starke Kursschwankungen.

Bn-Redaktion/tb
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