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Amazon im Visier

Deutsche Behörde macht Ärger 02.06.2025, 16:16 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Kartellamt warnt vor Verstößen gegen Wettbewerbsrecht

Die deutsche Wettbewerbsbehörde hat Amazon.com Inc. gewarnt, dass die Preisvorgaben für Händler auf dem Amazon-Marktplatz wahrscheinlich gegen deutsches und EU-Recht verstoßen. Laut dem Bundeskartellamt widerspricht Amazons Praxis der Preiskontrolle den Regeln der digitalen Wirtschaft und dem fairen Wettbewerb.
„Der Wettbewerb im Onlinehandel in Deutschland wird maßgeblich durch Amazons Regeln für die Plattform bestimmt“, erklärte Andreas Mundt, Präsident der Behörde, am Montag. „Da Amazon direkt mit anderen Händlern auf seiner Plattform konkurriert, ist das Beeinflussen der Preise, einschließlich Obergrenzen, aus wettbewerbsrechtlicher Sicht generell problematisch.“

Amazon verteidigt sich: Schlechteres Einkaufserlebnis droht

Amazon reagierte umgehend und betonte, dass die Umsetzung der vorläufigen Einschätzung negative Folgen für Verbraucher und Handelspartner hätte. „Wenn Amazon daran gehindert würde, Kunden beim Finden wettbewerbsfähiger Angebote zu helfen, würde das zu einem schlechten Einkaufserlebnis führen, da wir unfaire oder sogar missbräuchliche Preise bevorzugen müssten“, so das Unternehmen. Kunden würden dann fälschlicherweise glauben, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen, obwohl das nicht der Fall sei.

So kontrolliert Amazon die Preise

Laut dem Kartellamt werden Händlerangebote, die Amazon als zu teuer einstuft, entweder komplett vom Marktplatz entfernt oder nicht mehr im hervorgehobenen Einkaufsfeld angezeigt. Zusätzlich gibt es weitere Einschränkungen, etwa bei der Platzierung in der Suchergebnisliste. Zur Preisüberwachung setzt Amazon Algorithmen und statistische Modelle ein, die auf aktuellen und historischen Angeboten sowie externen Wettbewerbern basieren. Das Problem laut Mundt: Amazon nutzt diese Parameter nach eigenem Ermessen, und die gesetzten Grenzen seien für Händler nicht transparent.

AWS auf Expansionskurs: Amazon baut weltweite KI-Infrastruktur aus

Während Amazon im Handel unter Druck steht, investiert der Konzern über seine Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) massiv in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. AWS-CEO Matt Garman gab bekannt, dass Anfang des Jahres neue Rechenzentren in Mexiko eröffnet wurden, weitere sind in Chile, Neuseeland, Saudi-Arabien und Taiwan im Bau. Amazon erwartet, dass das KI-Geschäft über AWS im Jahresverlauf mehrere Milliarden Dollar Umsatz bringen wird.

Enge Zusammenarbeit mit Nvidia und Blick auf OpenAI

Garman erklärte, dass AWS eng mit Nvidia zusammenarbeitet, um den Bestand an neuesten GB200-Halbleitern aufzustocken, die für KI-Anwendungen entscheidend sind. „Die Nachfrage ist stark“, betonte er.
Der AWS-Chef, der vor einem Jahr Adam Selipsky ablöste, zeigte sich zudem offen für eine Kooperation mit OpenAI, deren Modelle bislang primär auf Microsoft-Servern laufen. „Ich würde es begrüßen, wenn wir die OpenAI-Modelle bei AWS hosten könnten“, so Garman. Auch eine Verlagerung des Anthropic-Modells Claude auf Microsofts Cloud-Plattform wäre aus seiner Sicht in Ordnung: „Wir sehen aber, dass der Großteil der Nutzung weiterhin bei AWS stattfindet.“

Bn-Redaktion/ts
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