adidas stürzt ab

Warum Rekordumsatz nicht reicht 30.07.2026, 11:39 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Rekordumsatz reicht Anlegern nicht

adidas hat im zweiten Quartal einen Rekordumsatz von 6,7 Milliarden Euro erzielt. Währungsbereinigt entspricht das einem Wachstum von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders gut entwickelten sich das Geschäft mit Lauf- und Fußballprodukten sowie die Verkäufe in China. Dennoch reagiert die Börse enttäuscht. Die adidas-Aktie verliert nach der Veröffentlichung der Zahlen zeitweise rund 15 Prozent. Damit zählt der Sportartikelhersteller zu den mit Abstand schwächsten Werten im DAX.

Gewinn bleibt hinter Erwartungen

Der Nettogewinn stieg im zweiten Quartal zwar um 6 Prozent auf 398 Millionen Euro. Analysten hatten jedoch mit rund 430 Millionen Euro gerechnet. Entscheidend für den Kursrutsch ist damit weniger die absolute Geschäftsentwicklung als die Abweichung von den Erwartungen. Anleger hatten offenbar darauf gesetzt, dass das starke Umsatzwachstum deutlicher beim Ergebnis ankommt. Die Zahlen zeigen stattdessen, dass der Wachstumskurs zunächst zusätzliche Kosten verursacht und die kurzfristige Profitabilität belastet.

Marketingausgaben steigen deutlich

Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind die Ausgaben für Werbung und Markenaufbau. adidas investierte im Vergleich zum Vorjahresquartal zusätzlich 212 Millionen Euro in das Marketing. Im Mittelpunkt standen Kampagnen rund um die Fußball-WM in Nordamerika und der Wettbewerb mit Nike. Im ersten Halbjahr lagen die zusätzlichen Marketingkosten bei rund 200 Millionen Euro. Auch höhere Ausgaben für Fracht, Beschaffung und Zölle drückten auf die Ergebnisentwicklung.

Prognose wird dennoch angehoben

Operativ sieht sich adidas weiter auf Wachstumskurs. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nun einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 9 bis 10 Prozent. Zuvor war lediglich ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt worden. Die Prognose für das Betriebsergebnis bleibt dagegen unverändert bei 2,3 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz um 10,2 Prozent auf 13,335 Milliarden Euro zu. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften stieg um 8,7 Prozent auf 882 Millionen Euro.

Aktie bleibt unter Beobachtung

Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob sich die hohen Investitionen in dauerhaft stärkeres Wachstum übersetzen lassen. adidas profitiert von einer robusten Nachfrage und einer hohen Sichtbarkeit bei der Fußball-WM. Gleichzeitig macht der Kursrutsch deutlich, wie sensibel der Markt auf steigende Kosten und verfehlte Gewinnerwartungen reagiert. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der angekündigte Wechsel im Finanzressort. Harm Ohlmeyer scheidet zum Jahresende aus. Seine Nachfolge übernimmt Birgit Kretschmer, die bereits 25 Jahre für adidas tätig war.

Bn-Redaktion/tb
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