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Fed vor dem Zinsentscheid

Der Ölpreissprung verschärft plötzlich das Inflationsrisiko 29.07.2026, 12:59 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Fed entscheidet über den Leitzins

Die Federal Reserve gibt ihre Entscheidung am 29. Juli 2026 um 20 Uhr deutscher Zeit bekannt. Der amerikanische Leitzins liegt seit Dezember in einer Spanne von 3,50 Prozent bis 3,75 Prozent. Eine Mehrheit der Marktteilnehmer rechnet weiterhin damit, dass die Notenbank die Zinsen unverändert lässt. Die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte wird am Terminmarkt jedoch auf rund 30 Prozent geschätzt. Damit ist eine Zinserhöhung nicht das wahrscheinlichste Szenario, aber auch nicht vollständig ausgeschlossen.

Ölpreis bringt neue Unsicherheit

Für zusätzliche Nervosität sorgt die hohe Schwankungsbreite am Ölmarkt. Der Preis für ein Barrel Brent war im Juli zeitweise von rund 70 US-Dollar, umgerechnet ungefähr 62 Euro, auf etwa 100 US-Dollar gestiegen. Das entsprach umgerechnet rund 88 Euro. Nach einer deutlichen Gegenbewegung zogen die Notierungen vor der Fed-Entscheidung erneut an. Die Aussicht auf mögliche Einschränkungen der weltweiten Energieversorgung erhöht das Risiko weiterer Preissprünge.

Inflation bleibt deutlich zu hoch

Der Ölpreis ist für die Federal Reserve besonders wichtig, weil steigende Energiekosten über Kraftstoffe, Transporte und Produktion auf zahlreiche Verbraucherpreise wirken können. Die von der Fed bevorzugte PCE-Inflationsrate lag im Mai bei 4,1 Prozent. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel erreichte 3,4 Prozent. Beide Werte befanden sich damit deutlich über dem langfristigen Inflationsziel von 2 Prozent. Ein anhaltender Ölpreisanstieg könnte den Rückgang der Teuerung zusätzlich verzögern.

Märkte zwischen zwei Szenarien

Lässt die Federal Reserve den Leitzins unverändert, dürfte sich die Aufmerksamkeit auf ihre Aussagen zum September richten. Eine deutliche Warnung vor neuen Inflationsrisiken könnte die Erwartungen an eine spätere Zinserhöhung verstärken. Ein überraschender Zinsschritt bereits im Juli würde dagegen Anleihen, Aktien und Währungen unmittelbar bewegen. Besonders zinssensible Technologie- und Wachstumsaktien könnten unter steigenden Finanzierungskosten leiden. Banken könnten dagegen teilweise von höheren Zinsmargen profitieren.

Öl entscheidet über den weiteren Kurs

Für Anleger ist deshalb nicht nur die eigentliche Zinsentscheidung entscheidend. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Notenbank den Ölpreisschock bewertet und ob sie darin eine vorübergehende Belastung oder ein längerfristiges Inflationsrisiko sieht. Bleiben Energiepreise und Inflation hoch, dürfte der Spielraum für eine lockerere Geldpolitik begrenzt sein. Entspannt sich der Ölmarkt dagegen nachhaltig, könnte die Federal Reserve zunächst abwarten und ihre nächsten Schritte von den kommenden Konjunktur- und Inflationsdaten abhängig machen.

Bn-Redaktion/tb
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