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DHL Group bleibt stark

UPS sorgt für Rückenwind 28.07.2026, 15:01 Uhr Jetzt kommentieren: 0

DHL
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US-Konkurrent hebt Prognose deutlich an

Die Aktie der DHL Group präsentiert sich weiterhin in einer robusten Verfassung. Erst vor Kurzem erreichte der DAX-Titel ein neues Mehrjahreshoch, und auch im heutigen Handel setzt sich die positive Entwicklung fort. Zusätzliche Impulse liefert der US-Logistikkonzern UPS, der mit überraschend guten Quartalszahlen und einem angehobenen Ausblick für 2026 auf sich aufmerksam macht.

UPS rechnet für das laufende Jahr nun mit einem Umsatz von rund 91,2 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatte der Konzern lediglich 89,7 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Damit liegt die neue Prognose auch über den Erwartungen vieler Analysten.

Hinter der optimistischeren Einschätzung steht vor allem eine veränderte Geschäftsstrategie. UPS reduziert gezielt margenschwache E-Commerce-Sendungen und richtet sein Zustellnetz stärker auf profitablere Pakete aus. Gleichzeitig profitiert das Unternehmen von einer günstigen Preisentwicklung. Diese Kombination aus höheren Erlösen je Sendung und einem verbesserten Geschäftsmix stützt die operative Entwicklung, obwohl die allgemeine Nachfrage weiterhin verhalten bleibt.

Weniger Amazon, mehr Profitabilität

Ein zentraler Bestandteil des laufenden Umbaus ist die schrittweise Verringerung des Geschäfts mit Amazon. Der Onlinehändler war über lange Zeit der größte Kunde von UPS, lieferte jedoch nur einen begrenzten Beitrag zum Gewinn des Logistikkonzerns. Gleichzeitig baute Amazon seine eigenen Zustellkapazitäten immer weiter aus und wickelte zunehmend mehr Lieferungen selbst ab.

UPS reagiert auf diese Entwicklung bereits seit rund eineinhalb Jahren. Statt weiter auf hohe Volumina mit niedrigen Margen zu setzen, konzentriert sich der Konzern verstärkt auf profitablere Sendungen. Das Zustellnetz wurde verschlankt, die Preisgestaltung verbessert und der Geschäftsmix zugunsten ertragreicherer Kunden und Pakete angepasst.

Diese Veränderungen beginnen sich inzwischen deutlicher in den Zahlen widerzuspiegeln. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um sechs Prozent auf 14,9 Milliarden US-Dollar. Das zeigt, dass UPS trotz des bewussten Rückgangs bei bestimmten Versandvolumen weiter wachsen konnte.

Auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie übertraf der Konzern die Erwartungen. UPS erzielte 1,76 US-Dollar je Aktie und lag damit über der durchschnittlichen Schätzung der Wall Street. Darüber hinaus zeigte sich das Management auch für die weitere Entwicklung des bereinigten Gewinns je Aktie optimistischer.

Umbaukosten belasten den Nettogewinn

Der Konzernumbau bleibt allerdings mit erheblichen Kosten verbunden. Unter dem Strich verdiente UPS im zweiten Quartal gut 600 Millionen US-Dollar. Das entsprach nur noch etwa der Hälfte des Gewinns aus dem Vorjahreszeitraum.

Die deutliche Belastung resultierte vor allem aus den laufenden Maßnahmen zur Neuausrichtung des Netzwerks und zur Verbesserung der Effizienz. Während diese Ausgaben den ausgewiesenen Nettogewinn kurzfristig drücken, sollen sie langfristig eine schlankere Kostenstruktur und höhere Margen ermöglichen.

UPS-Chefin Carol Tomé sieht die Entwicklung daher als wichtigen Fortschritt. „Unsere Ergebnisse für das zweite Quartal markierten eine erwartete und deutliche Wende in unserer Geschäftsentwicklung“, betonte die Konzernchefin.

Für die DHL Group sind die Aussagen des US-Konkurrenten besonders relevant, da sie auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Teilen der Logistikbranche hindeuten. Vor allem die stärkere Preisgestaltung und die Konzentration auf profitablere Sendungen zeigen, dass sich Anbieter auch in einem von verhaltener Nachfrage geprägten Umfeld operativ stabilisieren können.

Die angehobene Umsatzprognose von UPS, das besser als erwartete bereinigte Ergebnis und die Fortschritte beim Umbau des Zustellnetzes sorgen damit auch bei europäischen Logistikwerten für Aufmerksamkeit. Bei der DHL Group treffen diese Nachrichten auf eine Aktie, die zuletzt bereits von einer starken Entwicklung und einem neuen Mehrjahreshoch geprägt war.

Bn-Redaktion/aw
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