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Neue Belastung für Rheinmetall

Deutschland kürzt die Munitionsausgaben 27.07.2026, 19:09 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Soldaten mit Waffe
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Bundesregierung plant geringere Munitionsausgaben

Nach dem Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 sollen die deutschen Ausgaben für Munition auf rund 9,6 Milliarden Euro sinken. Für 2026 sind noch 11 Milliarden Euro vorgesehen. Von der geplanten Summe sollen knapp 7,7 Milliarden Euro aus dem regulären Haushalt und weitere 1,9 Milliarden Euro aus einem Sondervermögen stammen. Im Vergleich zu 2025, als Deutschland weniger als 4 Milliarden Euro für Munitionskäufe ausgab, bleibt das Niveau allerdings hoch. Die Beschaffung von Munition werde weiterhin Priorität haben, erklärte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums.

Produktionsausbau trifft auf neue Unsicherheit

Die mögliche Kürzung trifft Rheinmetall in einer Phase hoher Investitionen. Am Standort Aschau am Inn fließen rund 350 Millionen Euro in eine neue Pulverproduktion. Die jährliche Kapazität soll von etwa 1.700 Tonnen um bis zu 2.500 Tonnen auf rund 4.200 Tonnen steigen. Ab 2027 sollen die neuen Anlagen schrittweise anlaufen, die maximale Kapazität ist für 2028 geplant. Gleichzeitig soll die Zahl der Beschäftigten von mehr als 800 auf rund 1.400 wachsen. Niedrigere Munitionsbudgets könnten die geplante Auslastung erschweren.

Bundeswehr bestellt weitere Schwertransporter

Operative Unterstützung liefert ein neuer Auftrag der Bundeswehr. Rheinmetall MAN Military Vehicles soll 56 zusätzliche Schwerlasttransporter des Typs HX81 Elefant 2 liefern. Der Vertrag hat ein Volumen von rund 60,5 Millionen Euro, entsprechend ungefähr 68,8 Millionen Dollar. Die Auslieferung ist für 2026 und 2027 vorgesehen. Das Fahrzeug kann schwere militärische Ausrüstung transportieren, erreicht bis zu 89 Kilometer pro Stunde und ist für ein technisch zulässiges Gesamtzuggewicht von 135 Tonnen ausgelegt.

Prognose gerät stärker in den Fokus

Zusätzliche Risiken entstehen durch die Beendigung des F126-Kriegsschiffprojekts und chinesische Exportkontrollen gegen 14 europäische Unternehmen, darunter Rheinmetall. Nach dem Aus für den Schiffsauftrag verlor die Aktie an einem Handelstag 19 Prozent. Rheinmetall will die Folgen für die Jahresprognose mit den Quartalszahlen am 6. August 2026 bewerten. Bisher erwartet der Konzern für 2026 einen Umsatz von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro und eine operative Marge von rund 19 Prozent. Der Auftragsbestand lag zuletzt bei 73 Milliarden Euro.

Investmentbanken sehen deutlich höhere Kursziele

Die Rheinmetall-Aktie bewegte sich im Monatsverlauf zwischen einem Tief von 960,20 Euro und einem zwischenzeitlichen Erholungshoch von 1.060,20 Euro. Ein erneuter Rückgang unter die Marke von 1.000 Euro könnte den Verkaufsdruck erhöhen. Die Kursziele großer Investmentbanken liegen allerdings deutlich darüber. UBS bewertet die Aktie mit „Buy“ und nennt 1.600 Euro, während JPMorgan bei einer neutralen Einschätzung ein Ziel von 1.350 Euro ansetzt. Die Deutsche Bank sieht den fairen Wert bei 1.800 Euro, Barclays erwartet 2.000 Euro. Damit bleibt die Spanne der Prognosen groß, signalisiert aber überwiegend weiteres Kurspotenzial.

Bn-Redaktion/tb
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