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Ölpreis unter Spannung

Tankerangriffe bedrohen zentrale Handelsrouten 27.07.2026, 16:34 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Bohrinsel
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Name Aktuell Diff. Börse
Öl (WTI) 83,24 USD -7,21 % TTMzero RT (USD)
Öl (Brent) 86,49 USD -6,35 % ARIVA Indikation Rohstoffe

Brent und WTI geraten unter Druck

Der Brent-Preis für die Lieferung im September sank am Montag zeitweise um 6,18 Prozent auf 86,65 US-Dollar je Barrel, umgerechnet 76,19 Euro. Die US-Sorte West Texas Intermediate, kurz WTI, verbilligte sich um 6,92 Prozent auf 83,51 US-Dollar, umgerechnet 73,42 Euro. Der Rückgang folgte auf die Entscheidung der USA und des Irans, ihre gegenseitigen Angriffe zunächst auszusetzen. Dadurch nahm die unmittelbar am Markt eingepreiste Sorge vor einer weiteren Eskalation vorübergehend ab.

Entspannung nach kräftigem Preissprung

In der vergangenen Woche hatte Brent vorübergehend 102 US-Dollar je Barrel erreicht, umgerechnet rund 89 Euro. Damit lag der Preis rund 30 US-Dollar, umgerechnet etwa 26 Euro, über dem Niveau zu Monatsbeginn. Die jüngste Abwärtsbewegung zeigt, wie empfindlich der Ölmarkt auf Veränderungen der Sicherheitslage reagiert. Die Angriffspause senkt kurzfristig die Wahrscheinlichkeit weiterer Lieferausfälle, beseitigt die bestehenden Risiken für Tanker und Energieexporte jedoch nicht.

Schiffsverkehr bleibt stark eingeschränkt

Die Lage an der Straße von Hormus bleibt angespannt. Zwischen dem 13. und 19. Juli sank die Zahl der Durchfahrten von Schiffen ohne Verbindung zum Iran von 108 auf 25. Der gesamte Verkehr lag damit rund 90 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Mehrere Tanker brachen ihre Fahrt ab, andere Schiffe schalteten ihre Ortungssysteme aus. Dadurch lässt sich das tatsächliche Verkehrsaufkommen nur eingeschränkt erfassen. Auch nach der vorläufigen Angriffspause ist eine schnelle Normalisierung nicht gesichert.

Huthi greifen saudische Öltanker an

Zusätzliche Risiken entstehen im Roten Meer. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz erklärte, die saudischen Öltanker „Encelia“ und „Layla“ mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen zu haben. Auf der „Encelia“ brach nach dem Treffer ein Feuer aus, die Besatzung blieb nach saudischen Angaben unverletzt. Die Huthi begründeten die Attacken mit einer von ihnen verhängten Blockade gegen Saudi-Arabien. Damit gerät neben der Straße von Hormus auch die Meerenge Bab al-Mandab als wichtiger Transportweg für Öl stärker unter Druck.

Weitere Schwankungen wahrscheinlich

Für den Ölpreis bleibt entscheidend, ob Tanker beide Routen wieder regelmäßig und ohne größere Zwischenfälle nutzen können. Bleiben die Durchfahrten durch die Straße von Hormus eingeschränkt und setzen die Huthi ihre Angriffe im Roten Meer fort, könnte die Risikoprämie bei Brent und WTI rasch zurückkehren. Eine gleichzeitige Störung beider Seewege würde den Transport von Rohöl zusätzlich erschweren. Fortschritte bei den Gesprächen und eine Beruhigung der Sicherheitslage könnten die Ölpreise dagegen weiter unter Druck setzen.

Bn-Redaktion/tb
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