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BMW plant Milliarden-Sparpaket

Aktie legt zu 29.07.2026, 17:26 Uhr Jetzt kommentieren: 0

BMW plant Milliarden-Sparpaket: Aktie legt zu
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Milliardenersparnis ohne klassische Kündigungswelle

Der geplante Personalabbau soll nach Angaben aus Konzernkreisen weitgehend ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden. Stattdessen setzt BMW auf natürliche Fluktuation sowie auf ein freiwilliges Abfindungsprogramm in Deutschland.

Dieses Programm soll im Oktober 2026 beginnen und bis Ende 2027 laufen. Angesprochen werden Beschäftigte außerhalb der direkten Produktion, insbesondere in der Verwaltung und in der Entwicklung. Das Angebot soll nicht auf einzelne Abteilungen oder Funktionen beschränkt sein, sondern grundsätzlich allen Mitarbeitern in diesen Bereichen offenstehen.

Da mehr als die Hälfte der knapp 154.000 BMW-Beschäftigten in Deutschland tätig ist, dürfte auch ein großer Teil der insgesamt rund 8.000 wegfallenden Stellen auf den Heimatmarkt entfallen.

Nach Berichten soll der Stellenabbau ab 2028 jährliche Einsparungen von rund einer Milliarde Euro ermöglichen. Finanzchef Walter Mertl hatte bereits im Juni einmalige Restrukturierungskosten in einer ähnlichen Größenordnung angedeutet. Diese Summe wurde jedoch nicht vollständig dem geplanten Personalabbau zugerechnet.

Nedeljkovic startet mit einem harten Kostenschnitt

Für den neuen Konzernchef Milan Nedeljkovic ist das Programm eine der ersten großen strategischen Aufgaben an der Spitze von BMW. Seit Mitte Juni wurde bereits über einen umfangreicheren Stellenabbau spekuliert. Zuvor hatte Nedeljkovic kurz nach seinem Amtsantritt eine Gewinnwarnung aussprechen müssen.

Der Gesamtbetriebsrat forderte daraufhin schnelle Gespräche über mögliche Konsequenzen. Innerhalb von sechs Wochen wurden die Verhandlungen nun offenbar abgeschlossen. Der Prozess verlief damit vergleichsweise geräuschlos, was für BMW nicht ungewöhnlich ist.

Der Münchner Konzern galt lange als letzter großer deutscher Autohersteller ohne umfassendes Stellenabbauprogramm. Wettbewerber wie Volkswagen, Mercedes-Benz, Audi und Porsche hatten bereits im vergangenen Jahr angekündigt, ihre Belegschaften teilweise deutlich zu verkleinern.

Auch bei BMW war die Zahl der Beschäftigten schon vor den aktuellen Plänen leicht rückläufig. Zwischen Mitte 2025 und Mitte 2026 sank die Belegschaft um rund 2.000 Mitarbeiter.

China-Schwäche, US-Zölle und die teure "Neue Klasse"

Hinter dem Sparkurs stehen mehrere Belastungsfaktoren. Das Geschäft in China entwickelte sich zuletzt schwächer, während chinesische Hersteller den Konkurrenzdruck auf internationale Autobauer weiter erhöhen. Gleichzeitig belasten US-Zölle die Kalkulation und erschweren das Geschäft in einem wichtigen Absatzmarkt.

Hinzu kommen hohe hausgemachte Kosten. BMW investierte in den vergangenen Jahren erhebliche Summen in die Entwicklung der "Neuen Klasse". Mit der neuen Modellgeneration will der Konzern technologisch einen großen Schritt machen, insbesondere bei Elektromobilität, Software und digitaler Fahrzeugarchitektur.

Nach Abschluss der wichtigsten Entwicklungsarbeiten sollen die millionenschweren Aufwendungen wieder zurückgehen. Davon dürfte auch der Personalbedarf in Teilen der Entwicklung betroffen sein.

Wie stark sich der Sparkurs bereits finanziell bemerkbar macht, wird sich an diesem Donnerstag zeigen. Dann veröffentlicht BMW seine Halbjahreszahlen. Es sind die ersten Geschäftszahlen, an denen Milan Nedeljkovic als Konzernchef mitgewirkt hat.

Nach der Gewinnwarnung im Juni und zuletzt schwächeren Absatzzahlen dürfte sich das Interesse der Anleger vor allem auf die Kostenentwicklung richten. Entscheidend wird sein, ob die angekündigten Maßnahmen bereits erste Entlastungen erkennen lassen und wie BMW die weitere Geschäftsentwicklung in China, den USA und im internationalen Wettbewerb einschätzt.

Bn-Redaktion/aw
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