Amazon mischt Gesundheitswesen auf

Apotheken zittern 08.10.2025, 19:53 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Rezeptpflicht neu gedacht: Amazon greift Apothekenmarkt frontal an

Ab Dezember zündet Amazon die nächste Stufe seiner Gesundheitsstrategie – mit einem System, das klassische Apothekenketten direkt ins Visier nimmt. In den One-Medical-Praxen des Konzerns werden erstmals elektronische Kioske installiert, an denen Patientinnen und Patienten Rezepte vor Ort abholen können. Damit durchbricht Amazon das bisherige Modell der reinen Versandapotheke und schafft einen hybriden Zugang zum Pharmamarkt.

Die Reaktion der Konkurrenz ließ nicht lange auf sich warten: CVS Health verlor im vorbörslichen Handel über ein Prozent an Wert. Beobachter sehen in Amazons Einstieg einen möglichen Gamechanger im milliardenschweren US-Apothekenmarkt – mit erheblichem Störpotenzial für etablierte Anbieter.

Europäische Expansion: Milliarden fließen nach Belgien

Doch nicht nur im Gesundheitswesen rüttelt Amazon an den Marktstrukturen. Auch auf dem europäischen Kontinent verfolgt der Konzern ambitionierte Pläne. Rund 1,16 Milliarden US-Dollar sollen bis 2027 in die belgische Infrastruktur investiert werden. Ziel ist der flächendeckende Ausbau von Same-Day-Delivery – selbst in kleineren Städten.

Statt auf eine rein interne Lösung zu setzen, wählt Amazon erneut den Weg über Partnerschaften. Die enge Zusammenarbeit mit dem belgischen Logistikunternehmen Bpost und weiteren lokalen Akteuren zeigt: Geschwindigkeit und Skalierbarkeit stehen im Fokus. Europa wird für Amazon zum strategischen Wachstumsfeld – mit Belgien als Vorreiter.

KI-Gigant im Wettrüsten: 30 Milliarden pro Quartal

Während neue Geschäftsmodelle entstehen, rollt im Hintergrund eine deutlich größere Welle: das globale Wettrennen um künstliche Intelligenz. Amazon investiert derzeit mehr als 30 Milliarden Dollar pro Quartal in KI-Projekte – eine Zahl, die selbst im Vergleich zu den übrigen Tech-Riesen beeindruckt.

Zusammen mit Meta, Microsoft und Alphabet summieren sich die aktuellen KI-Investitionen auf 320 Milliarden Dollar. Und das ist nur der Anfang: Meta plant bis 2028 weitere 600 Milliarden Dollar für den Ausbau seiner Rechenzentren. Projekte wie „Stargate“, ein Megavorhaben von OpenAI und Oracle, verschlingen angeblich bis zu 500 Milliarden Dollar.

Die Dimensionen sind gigantisch – und der Ausgang ungewiss. Bislang bleibt der wirtschaftliche Return überschaubar. Die Gefahr einer Überhitzung des KI-Sektors ist real, auch wenn die Euphorie an den Märkten noch anhält. Für Konzerne wie Amazon bedeutet das: Höchste Wachsamkeit zwischen Wachstum und Kostenkontrolle.

Ob sich Amazons Mehrfachstrategie auszahlt, hängt maßgeblich davon ab, ob der Konzern seine Milliarden-Investitionen effizient bündeln kann – oder ob sich die Risiken in den kommenden Quartalen als schwer kalkulierbar erweisen.

Bn-Redaktion/aw
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