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E-Auto-Prämie boomt

Mercedes dreht nach Jahrestief ins Plus 05.10.2026, 10:34 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Mercedes-Benz Group 40,12 EUR +0,56 % Lang & Schwarz
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Kurz nach Handelsbeginn rutschte die Aktie von Mercedes-Benz bis auf 39,40 Euro ab – der tiefste Stand seit einem Jahr. Inzwischen hat sich das Papier gefangen und notiert bei 40,25 Euro knapp 0,9 Prozent im Plus. Für Gesprächsstoff sorgt zugleich eine Zahl aus Berlin: Die neue staatliche E-Auto-Prämie wurde nach Regierungsangaben bereits an 100.000 Antragsteller ausgezahlt. Unter Anlegern bleibt die Stimmung dennoch angespannt.

Hohe Spritpreise treiben die Förderanträge

Das im Mai gestartete Förderprogramm habe die Erwartungen weit übertroffen, erklärte Bundesumweltminister Carsten Schneider. Er verknüpft den Erfolg ausdrücklich mit den hohen Spritpreisen: Jedes zusätzliche Elektroauto mache Deutschland unabhängiger von teuren Ölimporten und internationalen Konflikten. Dahinter steht eines der großen Themen an den Märkten – die anhaltenden Spannungen rund um die Straße von Hormus halten den Ölpreis hoch. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet trotz leichter Abschläge am Montag gut 101 Dollar.

Die Prämie beträgt je nach Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße bis zu 6.000 Euro und gilt nur für Privatwagen, nicht für Dienstwagen. Gefördert werden neben reinen Elektroautos auch bestimmte Plug-in-Hybride und Modelle mit Reichweitenverlängerer. Die Hälfte der bisherigen Antragsteller hatte ein Haushaltseinkommen von höchstens 45.000 Euro im Jahr. Die bereitgestellten drei Milliarden Euro sollen nach Regierungsangaben für rund 800.000 Fahrzeuge bis 2029 reichen.

Aus Anlegersicht ist mit dem Förderboom noch nicht viel gewonnen. Die deutschen Autobauer hätten den Wechsel zur Elektromobilität verpasst und würden von chinesischen Herstellern überholt, lautet ein grundsätzlicher Einwand. Dem steht eine ganz andere Lesart gegenüber, die den Siegeszug des Elektroautos selbst infrage stellt:

Immer, wenn alles klar in eine Richtung zu gehen scheint und, wenn quasi "alle" in eine Richtung handeln, kommt es anders als gedacht. Für mich ist noch keinesfalls klar, dass sich das E-Auto auf "allen Ebenen" durchsetzen wird.

Die Entscheidung solle den Verbrauchern und den Kräften des freien Marktes überlassen bleiben, auch wenn das mehr Konkurrenz aus China bedeute – so die Fortsetzung dieses Gedankens. Beim Blick auf die Elektrowende bleibt die Stimmung damit gespalten.

Mercedes verliert binnen eines Jahres mehr als ein Viertel

Der kurze Ausflug unter die Marke von 40 Euro steht für eine lange Talfahrt: Vor einem Jahr kostete die Mercedes-Aktie noch gut 55 Euro, seither hat sie mehr als ein Viertel ihres Werts eingebüßt, allein in der vergangenen Woche rund 3 Prozent. Die Konkurrenz steht kaum besser da. BMW hat im Jahresvergleich rund 38 Prozent verloren und notiert am Montag mit 54,84 Euro leicht im Plus, die Vorzugsaktien von Volkswagen halten sich mit 68,08 Euro nahezu unverändert.

Wie es weitergehen könnte, wird unter Aktionären kontrovers diskutiert – mit klaren Argumenten auf beiden Seiten. Trendorientierte Anleger sehen keinen Anlass zur Entwarnung: Solange der Kurs falle, sei der Abwärtstrend intakt, und vor einer Wende laufe eine Aktie meist erst eine Weile seitwärts. Zusätzlicher Druck könne von Stopp-Marken strukturierter Produkte ausgehen, die unterhalb des aktuellen Niveaus lägen. Mehrere Aktionäre halten dagegen: Nach dem Kursrutsch sei bereits viel eingepreist, die Bewertung spreche gegen deutlich weiter fallende Kurse.

Ein weiterer Punkt treibt die Diskussion: die Dividende. Auf Aktionärsseite wird gespannt verfolgt, ob und wie weit die Ausschüttung gekürzt werden könnte; eine Kürzung würde den Abwärtsdruck aus dieser Sicht noch verstärken. Gelassener fällt der Blick auf Altaktionäre aus – sie hätten über die Dividenden der vergangenen Jahre ihren Einsatz längst wieder heraus, lautet ein Argument. Der Ton bleibt nervös, zwischen der Hoffnung auf eine Bodenbildung und der Sorge vor weiteren Rückschlägen.

Bn-Redaktion/sb
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