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Intel mit historischem Kurseinbruch

Anzeichen einer Krise? 31.10.2026, 16:22 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Intel
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Intel-Absturz erschüttert die Börsen

Mit einem Schlusskurs von 65,06 US-Dollar, umgerechnet rund 58 Euro, verzeichnete Intel am Freitag einen Kursverlust von 28,56 Prozent. Der Einbruch zählt zu den schwersten Rückschlägen der Unternehmensgeschichte. Rund 140 Milliarden US-Dollar Börsenwert, umgerechnet ungefähr 121 Milliarden Euro, gingen verloren. Dabei hatte Intel im dritten Quartal seinen Umsatz um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden US-Dollar, ungefähr 14,2 Milliarden Euro, gesteigert. Die Geschäftsentwicklung reichte jedoch nicht aus, um die Sorgen über die kommenden Monate zu zerstreuen.

Schwache Nachfrage trifft auf steigende Kosten

Besonders der Ausblick auf das vierte Quartal enttäuschte. Intel erwartet einen Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 12,9 bis 13,8 Milliarden Euro. Analysten hatten etwa 17,1 Milliarden US-Dollar, ungefähr 14,7 Milliarden Euro, prognostiziert. Gleichzeitig belasten hohe Speicherpreise und eine schwache Nachfrage im PC-Markt das Geschäft. Eine nachhaltige Erholung erwartet das Unternehmen frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2027. Hinzu kommen hohe Investitionen in Produktionskapazitäten, die den finanziellen Spielraum zusätzlich beanspruchen.

Verkaufswelle erfasst die gesamte Chipbranche

Der Kurssturz blieb keineswegs auf Intel beschränkt. AMD verlor 10,9 Prozent, während NVIDIA um 4,2 Prozent nachgab. Der breitere Halbleiterindex büßte 7,2 Prozent ein. Auch andere Technologieunternehmen gerieten unter Druck. Der Nasdaq verlor 2,9 Prozent, der S&P 500 sank um 1,8 Prozent und der Dow Jones gab 1,1 Prozent nach. Die Entwicklung zeigt, wie empfindlich die Aktienmärkte inzwischen auf enttäuschende Geschäftsaussichten reagieren. Besonders hoch bewertete Technologieaktien stehen zunehmend unter Beobachtung.

KI-Investitionen werden zum Belastungsfaktor

Ein zentrales Risiko bleibt der enorme Kapitalbedarf für künstliche Intelligenz. Unternehmen wie Amazon und Alphabet investieren Milliardenbeträge in Rechenzentren, Chips und technische Infrastruktur. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit, wann diese Ausgaben entsprechende Gewinne erwirtschaften. Steigende Finanzierungskosten und hohe Bewertungen könnten den Druck zusätzlich erhöhen. Die jüngsten Kursverluste deuten darauf hin, dass Anleger stärker zwischen langfristigen Wachstumsperspektiven und kurzfristiger Rentabilität unterscheiden. Damit geraten auch Unternehmen unter Druck, die bislang besonders stark von der KI-Euphorie profitiert hatten.

Droht dem Technologiesektor eine größere Krise?

Der historische Intel-Absturz allein ist noch kein Beleg für eine umfassende Branchenkrise. Allerdings treffen derzeit mehrere Belastungsfaktoren zusammen: schwächere Nachfrage, hohe Investitionskosten, unsichere Gewinnerwartungen und eine zunehmende Skepsis gegenüber den Bewertungen von KI-Aktien. Entscheidend wird sein, ob weitere Technologieunternehmen ihre Prognosen zurücknehmen oder die erwarteten Wachstumsperspektiven bestätigen können. Sollten sich die Enttäuschungen häufen, könnte der Verkaufsdruck anhalten. Bleiben Umsätze und Gewinne dagegen stabil, wäre auch eine vorübergehende Marktkorrektur denkbar. Für die kommende Handelswoche dürfte deshalb besonders wichtig werden, ob sich die Halbleiteraktien stabilisieren können.

Bn-Redaktion/tb
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