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Tech-Kater

DAX verpasst die perfekte Woche 30.10.2026, 15:43 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Tech-Kater: DAX verpasst die perfekte Woche
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Vier Gewinntage am Stück, dann holt der Tech-Frust aus Übersee den DAX ein. Nach enttäuschenden Quartalszahlen und Ausblicken von Intel und Amazon fällt der deutsche Leitindex zum Wochenschluss um rund 0,7 Prozent auf knapp 25.880 Punkte. Die erste perfekte Börsenwoche seit Januar ist damit verpasst – ein Wochenplus von rund 2,7 Prozent bleibt dennoch.

Intel-Ausblick erfasst die Frankfurter Chipwerte

Der Auslöser liegt in den USA: Nach dem dortigen Börsenschluss am Donnerstag legten die beiden Technologieschwergewichte Bilanzen vor, die vor allem beim Ausblick nicht überzeugten. Die Intel-Aktie verliert in Euro gerechnet rund 12 Prozent, der Nasdaq 100 gibt etwa 1,4 Prozent nach. In Frankfurt trifft die Schwäche die gesamte Halbleiterbranche. Infineon verlor am Nachmittag gut 5 Prozent, im MDAX büßten Siltronic, Suss Microtec, Elmos und Jenoptik bis zu 7,6 Prozent ein. Noch härter traf es Siemens Energy: Der Konzern gilt als Profiteur des Baus von KI-Rechenzentren und rutschte um gut 7 Prozent ab.

Aus Anlegersicht wirkt die Wucht der Reaktion überzogen. So schlecht seien die Tech-Zahlen gar nicht gewesen, lautet der Einwand – selbst Microsoft stehe trotz starker Zahlen im Minus. Der Ton bleibt eher verwundert als alarmiert: Ein Rücksetzer von gut 100 Punkten wird zunächst als Kleinigkeit abgetan.

Umschichtung von der Wall Street gerät ins Stocken

Der Rückschlag trifft einen Index, der zuletzt gegen den Trend gelaufen war. Am Donnerstag kletterte der DAX bis auf 26.106 Punkte, den höchsten Stand seit Anfang September, und schloss 1,3 Prozent fester – während der Nasdaq 100 am selben Tag deutlich nachgab. Quartalszahlen und unveränderte Leitzinsen der Notenbanken hatten Rückenwind geliefert. Unter Anlegern wird der Lauf auch als Folge einer Rotation gelesen: Geld sei aus den schwächelnden US-Technologiewerten nach Frankfurt geflossen.

Was den Dax-Run angeht wurde hier massiv umgeschichtet. Das war doch die letzten Tage erkannbar vorallem gestern. WS schlecht, Dax top.

Genau diese Bewegung verliert zum Wochenschluss an Kraft. Die Marke von 26.000 Punkten, über der sich der Index am Morgen noch zu behaupten versuchte, ist inzwischen klar unterschritten, das Tagestief liegt bei 25.783 Punkten. Mehrere charttechnisch orientierte Anleger vermissen das Momentum für einen neuen Anlauf, selbst eine erste Gegenbewegung sei ausgeblieben. Dass nach einer so starken Woche Gewinne mitgenommen werden, überrascht auf Aktionärsseite dagegen kaum – die Netze seien im Wochenverlauf ausgeworfen worden, nun werde abgefischt, heißt es bildhaft. Die Stimmung ist abwartend, aber nicht nervös.

Wochenplus schrumpft auf 2,7 Prozent

Unterm Strich steht für den DAX dennoch eine starke Woche, für den Oktober zeichnet sich ein Plus von rund 2,6 Prozent ab. Verschärft wird der Druck auf die Technologiewerte durch den Ölpreis, der zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit April stieg – aus Sorge vor einem erneuten US-Militärschlag gegen den Iran nach den US-Zwischenwahlen am Dienstag. Teurere Energie nährt Inflations- und Zinssorgen, die hoch bewertete Wachstumswerte besonders treffen. Die deutschen Inflationsdaten mit 2,8 Prozent im Oktober bewegten die Kurse dagegen kaum.

Mehrere Anleger sehen den Markt bis zur Wahl politisch gestützt; ob ein Iran-Abkommen vor Dienstag den Ölpreis noch drückt, wird bezweifelt – Teheran habe wenig Grund, Trump ein solches Geschenk zu machen. Ob die Erholung weitergehen kann, dürfte neben dem Wahlausgang auch von der Berichtssaison und dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag abhängen. Die Anleger-Stimmung schwankt damit zwischen Respekt vor der starken Woche und Unbehagen vor dem politischen Risiko.

Bn-Redaktion/sb
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