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Rekordzahlen verpuffen

SK hynix rutscht ab 30.10.2026, 16:11 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Rekordzahlen verpuffen: SK hynix rutscht ab
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Micron Technology 791,30 EUR -2,48 % TTMzero RT
SK hynix 922,00 EUR -5,92 % Tradegate
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Den Umsatz fast verfünffacht, eine bereinigte Bruttomarge von gut 85 Prozent, dazu ein Aktiensplit im Verhältnis acht zu eins: SanDisk hat am Donnerstagabend ein Quartal vorgelegt, das kaum Wünsche offenlässt – und wird trotzdem abgestraft. Die Aktie verliert am Freitag 7,3 Prozent auf 1.075 Euro und zieht die gesamte Speicherbranche mit. SK hynix, erst zur Wochenmitte mit dem stärksten Quartal der Firmengeschichte, gibt knapp 5 Prozent auf 932 Euro ab, Micron Technology notiert 0,9 Prozent tiefer bei 802,35 Euro.

SanDisk liefert, die Branche verliert

Die Quartalszahlen von SanDisk übertrafen die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn, auch der Ausblick fiel über den Schätzungen aus. Das Problem ist die Fallhöhe: Vor dem Bericht hatte die Aktie seit Jahresbeginn rund 460 Prozent zugelegt. Entsprechend breit fallen die Gewinnmitnahmen aus. Samsung Electronics verliert 4,0 Prozent, Seagate 3,1 Prozent und Western Digital 2,5 Prozent.

Unter Aktionären der Speicherwerte sorgt dieses Muster für wachsenden Frust. Mehrere Anleger stellen nüchtern fest, dass gute Zahlen derzeit eher Verkäufe auslösen als Käufe – an der Börse werde eben die Zukunft gehandelt, nicht das abgelaufene Quartal. Wie verbreitet die Ernüchterung ist, zeigt eine Beobachtung zum Kursbild der vergangenen Wochen:

Paar Prozent hoch und kleinste Unsicherheiten = Abverkauf. […] Die Kurse folgen den Zahlen nicht mehr.

Dass ein Wert ohne eigene Nachrichten binnen eines Tages deutlich nachgibt, wird dabei als Zeichen gelesen, wie nervös der gesamte Sektor inzwischen reagiert.

SK hynix verdient so viel wie nie

Besonders deutlich wird die Kluft zwischen Geschäft und Kurs bei SK hynix. Der südkoreanische Konzern steigerte den operativen Gewinn im dritten Quartal auf den Rekordwert von 83,3 Billionen Won, die operative Marge lag bei knapp 80 Prozent. Das Management rechnet mit knappem Speicherangebot bis 2030 und hat mit 14 Großkunden langfristige Lieferverträge geschlossen, die mehr als die Hälfte der geplanten Kapazität für 2027 und 2028 abdecken. Rund 100 Billionen Won sollen in diesem Jahr an die Aktionäre zurückfließen. Im Wochenvergleich liegt die Aktie trotz des Rücksetzers noch rund 15 Prozent im Plus.

Auf Aktionärsseite gelten gerade die Lieferverträge als stärkstes Argument: Investitionskürzungen der Kunden seien angesichts fest zugesicherter Abnahmen kaum möglich, zudem bleibe Künstliche Intelligenz das Zugpferd, bei dem sich niemand Stillstand leisten könne. Skeptiker halten dagegen, dass eine Marge von 80 Prozent kaum dauerhaft zu halten sei – genau darin liege das Risiko. Der Markt preise bereits ein, dass große Abnehmer ihre Ausgaben irgendwann drosseln könnten, auch wenn bislang keine solche Meldung vorliege. Die Stimmung ist damit gespalten, aber gereizt.

Micron hält sich am besten

Vergleichsweise glimpflich kommt Micron davon. Im Tagestief rutschte die Aktie bis auf 779,85 Euro, hat das Minus seither aber auf knapp ein Prozent eingegrenzt. Unter Micron-Aktionären dreht sich die Debatte vor allem um die Investitionspläne der großen Cloud-Konzerne: Die Milliarden für Rechenzentren seien zwar geplant und in den Kursen eingepreist, aber noch nicht geflossen, lautet der Einwand. Die Gegenseite verweist auf langfristige Verträge mit Vertragsstrafen und auf frühere Korrekturen, nach denen die Aktie umso stärker zugelegt habe – aus dieser Sicht handle es sich um eine gesunde Konsolidierung, nicht um das Platzen einer Blase.

Verstärkt wird der Druck durch den breiten Ausverkauf bei Technologiewerten. Intel bricht nach einem schwachen Ausblick um 8,2 Prozent ein, der Nasdaq 100 verliert 1,6 Prozent. Für die Speicherhersteller heikel ist dabei ein Detail: Der Intel-Chef warnte, die hohen Speicherpreise würden die PC-Nachfrage noch bis ins Jahr 2027 belasten – genau jene Preise, auf denen die Rekordmargen der Branche beruhen. Aus Anlegersicht kommt die politische Gemengelage hinzu, die den Sektor zumindest bis nach den US-Zwischenwahlen schwer kalkulierbar mache. Ob die Rekordzahlen am Ende doch noch Rückenwind geben, dürften erst die nächsten Quartalsberichte zeigen. Bis dahin schwankt die Anleger-Stimmung zwischen Vertrauen in den Speichermangel und Sorge vor dem Ende der Rekordmargen.

Bn-Redaktion/sb
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