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Kursfeuerwerk bei Delivery Hero

Jetzt beginnt der Übernahmekrieg 27.05.2026, 17:29 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Zwei Lieferdienstfahrer auf ihren Motorrädern
© Bild von aboodi vesakaran auf Unsplash.com
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Name Aktuell Diff. Börse
Delivery Hero 38,95 EUR +1,06 % Lang & Schwarz

Uber erhöht den Druck

Lange galt Delivery Hero an der Börse als Problemfall mit hohen Verlusten und schwierigen Wachstumsperspektiven. Nun hat ausgerechnet Uber neuen Schwung in die Aktie gebracht. Der US-Konzern baute seine Beteiligung zuletzt auf 19,5 Prozent aus und hält zusätzlich Optionen auf weitere 5,6 Prozent der Anteile. Damit rückte eine mögliche Komplettübernahme plötzlich in greifbare Nähe.

Zunächst hatte Uber erklärt, derzeit keine Übernahme anzustreben. Kurz darauf folgte jedoch ein unverbindliches Angebot über 33 Euro je Aktie. Dieses reichte den Großaktionären offenbar nicht aus. Inzwischen kursieren bereits höhere Offerten von bis zu 39 Euro je Anteilsschein. Mehrere Investoren sollen sogar auf Bewertungen von über 40 Euro setzen.

DoorDash mischt sich ein

Zusätzliche Dynamik entstand durch Berichte über ein mögliches Interesse von DoorDash. Der US-Konzern gilt als weltweit größter Lieferdienst und könnte insbesondere am profitablen Nahostgeschäft von Delivery Hero interessiert sein. Dazu gehören unter anderem die Marken Talabat und HungerStation.

Damit wächst die Hoffnung auf einen möglichen Bieterwettstreit. Genau dieses Szenario treibt die Aktie derzeit an. Seit Beginn der Übernahmespekulationen legte der Kurs zeitweise um fast 90 Prozent zu und erreichte den höchsten Stand seit Ende 2024.

Milliardenbewertung trotz Verlusten

Operativ bleibt die Lage allerdings anspruchsvoll. Delivery Hero steigerte den Umsatz im ersten Quartal 2026 zwar um 17,8 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Dennoch arbeitet der Konzern weiterhin unprofitabel. Der Lieferdienst investiert massiv in sein Geschäft mit Lebensmitteln und Haushaltswaren und prüft gleichzeitig Verkäufe einzelner Unternehmensteile.

Der Konzern verfügt aktuell über liquide Mittel von rund 2,7 Milliarden Euro. Zusätzlich werden aus dem Verkauf des Taiwan-Geschäfts weitere rund 530 Millionen Euro erwartet. Für 2026 peilt das Management ein Umsatzwachstum von bis zu 16 Prozent sowie ein bereinigtes EBITDA von bis zu 960 Millionen Euro an.

Analysten werden optimistischer

Die Schweizer Großbank UBS reagierte bereits auf die neuen Entwicklungen und hob ihr Kursziel deutlich von 32 auf 45 Euro an. Analysten sehen in den Übernahmegesprächen erstmals eine realistische Grundlage für eine höhere Bewertung des Konzerns.

Auch am Markt mehren sich die positiven Signale. So reduzierte der Hedgefonds Two Sigma Investments zuletzt seine Netto-Leerverkaufsposition bei Delivery Hero von 0,99 auf 0,87 Prozent. Das deutet darauf hin, dass einige Shortseller vorsichtiger werden.

Wie viel Potenzial bleibt noch?

Trotz der Euphorie bleibt das Risiko hoch. Ob es tatsächlich zu einer Übernahme kommt, ist weiterhin offen. Zudem könnten Wettbewerbsbehörden insbesondere in Europa erhebliche Einwände gegen einen Zusammenschluss mit Uber oder DoorDash haben.

Die weitere Kursentwicklung dürfte nun vor allem davon abhängen, ob ein echter Bieterkrieg entsteht. Entscheidend werden dabei die Großaktionäre Prosus und Aspex Management sein, die zusammen einen erheblichen Anteil an Delivery Hero halten. Sollte eines der beiden Lager auf einen Preis von deutlich über 40 Euro bestehen, könnte der Übernahmepoker noch lange nicht beendet sein.

Bn-Redaktion/tb
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