Mercedes-Benz

Aktie taumelt nach Zahlen 16.02.2026, 16:26 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Mercedes
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Mercedes-Benz Group 58,60 EUR -1,19 % Lang & Schwarz

Gewinne brechen ein, Marge schrumpft drastisch

Die Geschäftszahlen für 2025 zeichnen ein deutlich eingetrübtes Bild. Mercedes-Benz musste einen spürbaren Rückschlag hinnehmen: Der Umsatz sank um 9 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro und lag damit leicht unter den Markterwartungen. Noch gravierender fällt der Blick auf die Ertragslage aus. Der Nettogewinn brach um 48 Prozent auf 5,33 Milliarden Euro ein, das operative Ergebnis sackte sogar um 57 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro ab. Besonders aufmerksam registriert der Kapitalmarkt die Entwicklung im Kerngeschäft: Die bereinigte Pkw-Marge liegt nur noch bei 5 Prozent – für einen Premiumhersteller ein ungewöhnlich niedriger Wert.

Die Belastungsfaktoren sind vielfältig. In China verschärft sich der Wettbewerb durch starke lokale Anbieter. In den USA drücken Zölle auf die Profitabilität. In Europa bleibt die erhoffte Dynamik bei margenstarken Luxusmodellen aus. Zusätzlich wirkt sich der schwächere Dollar negativ auf die Bilanz aus. Es ist bereits das vierte Jahr in Folge mit rückläufigem Gewinn – und die Rückgänge beschleunigen sich.

Auch bei der Ausschüttung setzt sich der Abwärtstrend fort. Die Dividende wird von 4,30 Euro auf 3,50 Euro je Aktie reduziert, ein Minus von knapp 20 Prozent. Damit folgt die zweite Kürzung in Folge.

Kursreaktion überrascht – Analysten tief gespalten

Am Tag der Zahlen geriet die Aktie zunächst deutlich unter Druck und verlor knapp 6 Prozent, womit sie kurzzeitig unter 55 Euro fiel. Damit wurde eine offene Kurslücke aus dem Oktober geschlossen. Im weiteren Handelsverlauf drehte der Titel jedoch und beendete den Tag nahezu unverändert. Aktuell notiert die Aktie bei rund 57,60 Euro und bewegt sich seit etwa zwei Monaten in einer Spanne zwischen 56 und 62 Euro.

Die Einschätzungen der Analysten spiegeln die Unsicherheit wider. J.P. Morgan sieht ein Kursziel von 70 Euro, Goldman Sachs 71 Euro und die Deutsche Bank 74 Euro. Berenberg, Bernstein Research und Barclays positionieren sich mit Einstufungen im Bereich von 55 bis 60 Euro zurückhaltender. Die DZ Bank markiert mit einem fairen Wert von 46 Euro das untere Ende der Skala.

Parallel dazu läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter. Zwischen dem 9. und 13. Februar erwarb Mercedes 728.934 eigene Aktien zu durchschnittlichen Preisen zwischen 56,49 und 58,64 Euro. Seit dem Start des Programms im November 2025 summiert sich der Rückkauf auf über 10 Millionen Aktien.

Batteriewerk auf Eis – E-Mobilität wird zur Bewährungsprobe

Neben den aktuellen Geschäftszahlen rücken strukturelle Themen in den Vordergrund. Das Batteriezellen-Joint-Venture ACC, an dem Mercedes gemeinsam mit Stellantis und TotalEnergies beteiligt ist, hat Investitionen in Werke in Deutschland und Italien vorerst gestoppt. Die geplante Fabrik in Kaiserslautern, in der rund 2.000 Arbeitsplätze entstehen sollten, steht damit auf der Kippe. Als Begründung gelten wirtschaftliche Unsicherheiten und eine schwächere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Europa und den USA.

Für Mercedes erhöht sich damit die Komplexität der Transformation zur Elektromobilität. Verzögerte Kapazitätsaufbauten und mögliche Abhängigkeiten von externen Zulieferern könnten strategische Spielräume beeinflussen. Gleichzeitig bleibt der Ausblick verhalten: Für 2026 rechnet das Management mit stagnierenden Umsätzen und einer erhofften Verbesserung beim operativen Gewinn, während die Pkw-Marge weiter unter Druck stehen dürfte.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp neun und einer Dividendenrendite von rund 6 Prozent wirkt die Bewertung auf den ersten Blick moderat. Die schnelle Stabilisierung nach der Zahlenvorlage deutet darauf hin, dass ein Teil der negativen Erwartungen bereits verarbeitet ist. Gleichzeitig bleiben die operativen Herausforderungen in den Kernmärkten China, USA und Europa bestehen und prägen das Bild eines Konzerns im Spannungsfeld zwischen Ertragsdruck und strategischem Umbau.

Bn-Redaktion/aw
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