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Ölpreis

Deutschlands Importkosten steigen massiv 20.10.2026, 13:25 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Öl
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5,4 Milliarden Euro zusätzlich für Rohöl

Von Januar bis August 2026 importierte Deutschland 49,1 Millionen Tonnen Rohöl im Wert von 30,0 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es mit 49,4 Millionen Tonnen sogar etwas mehr, die Kosten lagen damals jedoch nur bei 24,6 Milliarden Euro. Die Importmenge sank damit um 0,6 Prozent, während der Wert der Einfuhren um 21,7 Prozent beziehungsweise 5,4 Milliarden Euro zunahm. Deutschland zahlte also erheblich mehr für eine geringfügig kleinere Rohölmenge.

Konflikte treiben die Importpreise

Hauptgrund sind die stark gestiegenen Rohölpreise infolge der Konflikte im Nahen Osten. Im Februar kostete eine importierte Tonne durchschnittlich 460 Euro. Im März stieg der Wert auf 616 Euro, im April auf 757 Euro. Im Mai wurde mit 768 Euro je Tonne der bisherige Jahreshöchststand erreicht. Im August waren es noch 607 Euro. Über die ersten acht Monate hinweg zahlte Deutschland durchschnittlich 610 Euro je Tonne Rohöl.

Brent über 110 Dollar, WTI knackt die 100

Eine dauerhafte Entspannung zeichnet sich bislang nicht ab. Brent stieg am Dienstag zeitweise auf rund 111,68 US-Dollar je Barrel, umgerechnet rund 99,60 Euro, und damit um etwa 1,8 Prozent. Gleichzeitig überschritt auch die US-Sorte WTI für Dezember mit rund 100,53 US-Dollar je Barrel, umgerechnet etwa 89,65 Euro, die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar. Damit stehen nun beide international bedeutenden Rohölsorten wieder auf einem hohen Preisniveau. Die gestiegenen geopolitischen Risiken sorgen erneut für einen deutlichen Risikoaufschlag am Ölmarkt.

Straße von Hormus bleibt entscheidendes Risiko

Im Mittelpunkt steht weiterhin die Versorgung aus dem Persischen Golf. Angriffe auf Schiffe und anhaltende Spannungen rund um die Straße von Hormus erhöhen die Sorge vor weiteren Störungen wichtiger Lieferwege. Ein Teil der aktuellen Ölpreisrally ist deshalb weniger auf eine plötzlich stark steigende Nachfrage als auf das Risiko möglicher Angebotsausfälle zurückzuführen. Für einen großen Ölimporteur wie Deutschland bedeutet ein dauerhaft hoher Weltmarktpreis unmittelbar steigende Kosten für die Energieversorgung.

Hoher Ölpreis könnte Rechnung weiter verteuern

Die Importstatistik reicht bislang nur bis August und bildet den jüngsten Preisanstieg deshalb noch nicht vollständig ab. Bleibt Brent längere Zeit über 110 US-Dollar, umgerechnet knapp 100 Euro, und hält sich WTI oberhalb von 100 US-Dollar, könnte Deutschlands Ölrechnung weiter steigen, selbst wenn die importierten Mengen stagnieren oder zurückgehen. Schon in den ersten acht Monaten zeigt sich dieser Effekt deutlich. Weniger Rohöl bedeutete nicht weniger Ausgaben. Stattdessen verursachten höhere Preise zusätzliche Kosten von 5,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Bn-Redaktion/tb
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