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Ausbruch wackelt

Öl und KI-Zweifel drücken DAX Richtung 25000 20.10.2026, 10:01 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Ausbruch wackelt: Öl und KI-Zweifel drücken DAX Richtung 25000
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Teures Öl, wachsende Zweifel am KI-Boom und steigende Anleiherenditen setzen dem deutschen Aktienmarkt erneut zu. Der DAX hat seine Verluste im frühen Handel ausgeweitet und notiert zuletzt bei rund 25.090 Punkten – knapp ein Prozent unter dem Schlussstand vom Montag. Zum Handelsstart hatte das Minus noch bei 0,4 Prozent gelegen, nun wackelt auch der erst am Freitag versuchte charttechnische Ausbruch. Unter Anlegern wächst die Nervosität spürbar.

Brent nähert sich der 110-Dollar-Marke

Die Nordseesorte Brent kostete am Morgen knapp 110 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI rund 104 Dollar. Neben den hohen Energiepreisen gelten bei der Landesbank Helaba auch Unruhen in mehreren französischen Städten und steigende Renditen am Anleihemarkt als Belastungsfaktoren. Auch in Asien wurden die hohen Ölpreise neben Bewertungssorgen als Bremsklotz genannt.

Aus Anlegersicht ist der Zusammenhang eindeutig: Solange das Öl nicht billiger werde, habe der Leitindex kaum Luft nach oben. Entsprechend gebannt richtet sich der Blick auf den Rohstoffmarkt.

Dax wird nur steigen wenn öl sinkt

Eine Entspannung ist dabei noch nicht in Sicht. Schon vor Handelsbeginn wurde die Frage aufgeworfen, ob Brent im Tagesverlauf sogar die Marke von 115 Dollar erreichen könnte. Der Ton bleibt angespannt.

Chipwerte ziehen Siemens mit nach unten

Der zweite Belastungsfaktor kommt aus Fernost. Der von Samsung und SK hynix geprägte südkoreanische Kospi knickte am Dienstag um 4,4 Prozent ein, der KI- und Halbleitersektor hat im Oktober deutlich an Vertrauen verloren. Die Aktie von SK hynix notiert hierzulande mit rund 820 Euro gut 5 Prozent tiefer und hat binnen einer Woche rund ein Fünftel eingebüßt. Der Nasdaq 100 hatte sich zwar am Montag um gut 1 Prozent erholt, vorbörslich deutet sich nun aber wieder ein leichtes Minus an.

Besonders unter die Räder kommt im DAX Siemens: Die Aktie verliert rund 3 Prozent auf knapp 256 Euro, fällt unter ihre 200-Tage-Linie und damit auf das tiefste Niveau seit Mai. Nicht einmal ein Rekordauftragseingang des Konkurrenten ABB, getragen von der Nachfrage nach Rechenzentren, konnte die Stimmung heben. Mehrere Anleger registrieren, dass der Markt immer mehr Schwäche zeigt. Dass es mit Siemens erneut ein Schwergewicht besonders hart trifft, fällt ebenfalls auf. Für zusätzlichen Ärger sorgen bei einigen Privatanlegern technische Probleme mit der App ihrer Bank: Offene Positionen hätten sich im fallenden Markt nicht schließen lassen, wird berichtet. Die Stimmung ist gereizt.

Marke von 25.000 Punkten rückt näher

Charttechnisch hat der DAX am Morgen sein Vortagstief getestet und ist unter die kurzfristig relevante 21-Tage-Linie gerutscht. Damit steht der Ausbruch aus dem Korrekturtrend infrage, der Ende August mit dem Rekordhoch begonnen hatte. Als wichtige Unterstützung gelten die runde Marke von 25.000 Punkten und das bisherige Oktober-Tief bei 24.792 Zählern – bis zur 25.000er-Marke fehlen derzeit nur noch rund 90 Punkte. Auch der MDAX gibt nach und notiert bei rund 30.140 Punkten.

Charttechnisch orientierte Anleger hatten vor allem eine offene Kurslücke um 25.087 Punkte im Blick, die inzwischen geschlossen ist. Als nächste mögliche Anlaufstelle wird nun eine weitere Lücke knapp unter 24.940 Punkten gesehen. Die Lesart ist allerdings nicht einheitlich: Zum Teil wird zunächst eine Gegenbewegung bis in den Bereich um 25.300 Punkte erwartet, bevor sich die Korrektur in Richtung 24.800 Punkte fortsetzen könnte. Auf längere Sicht wird dem Markt bis zu den US-Zwischenwahlen durchaus noch Potenzial zugetraut. Kurzfristig dominiert jedoch Wachsamkeit.

Neue Impulse könnten im weiteren Wochenverlauf von der anlaufenden Berichtssaison der DAX-Konzerne kommen. In den USA stehen zudem die Zahlen von Netflix und SpaceX auf dem Programm.

Bn-Redaktion/sb
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