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Korea-Crash

SK hynix verliert binnen einer Woche ein Fünftel 20.10.2026, 09:42 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Korea-Crash: SK hynix verliert binnen einer Woche ein Fünftel
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Südkoreas Aktienmarkt kommt nicht zur Ruhe. Der Leitindex Kospi knickte am Dienstag um 4,4 Prozent ein, angeführt einmal mehr von den Schwergewichten Samsung und SK hynix. Die hierzulande gehandelten Papiere des Speicherchip-Spezialisten verlieren aktuell rund 5 Prozent auf 818 Euro – vor einer Woche kosteten sie noch 1.035 Euro. Unter Aktionären weicht die Hoffnung auf eine schnelle Erholung zunehmend der Ernüchterung.

Kospi wird zum Schlusslicht der Weltbörsen

Mit dem jüngsten Einbruch summiert sich das Minus des Kospi im Oktober auf rund 17 Prozent – kein anderer großer Aktienmarkt der Welt hat sich in diesem Monat schlechter entwickelt. Bereits in der Vorwoche war der Index an einem einzigen Handelstag um rund 8 Prozent abgestürzt, Samsung und SK hynix verbuchten den stärksten Wochenverlust seit der Finanzkrise. Getrieben wird die Talfahrt vor allem von ausländischen Investoren, die sich in großem Stil von koreanischen Chipwerten trennen.

Aus Anlegersicht kam der neue Rücksetzer überraschend: Nach dem freundlichen Wochenstart an der Wall Street, wo der Nasdaq 100 am Montag um 1,2 Prozent zulegte, sei eher ein ruhiger Handelstag in Seoul zu erwarten gewesen. Stattdessen ging es gleich zur Eröffnung kräftig abwärts. Erklärt wird die Wucht der Bewegung mit einer Art Hebelwirkung: SK hynix schlage in beide Richtungen um ein Vielfaches stärker aus als der Gesamtmarkt. Hinzu komme die Sonderrolle Koreas, das der Indexanbieter MSCI anders als FTSE noch immer als Schwellenland führt. Der Ton auf Aktionärsseite ist entsprechend verunsichert.

Zweifel an der Rendite der KI-Milliarden

Hinter dem Ausverkauf steht eine Mischung aus Sorgen, die den gesamten KI- und Halbleitersektor im Oktober unter Vertrauensdruck gesetzt hat: Bedenken über hohe Bewertungen von KI-Unternehmen, steigende Finanzierungskosten und die Frage, ob sich die gewaltigen Investitionen in KI-Infrastruktur rechnen. Zusätzlich belasten hohe Energiepreise, die Nordseesorte Brent kostete am Morgen rund 110 Dollar je Barrel. Der Nasdaq 100 hatte bis Freitag rund 7 Prozent unter seinem Rekordhoch notiert. Auch Nvidia steht mit 192,66 Euro rund 0,5 Prozent im Minus und hat im Wochenverlauf etwa 4 Prozent abgegeben.

Unter Aktionären hat sich die Debatte deutlich zugespitzt. Mehrere Anleger sehen die Party im Chipsektor als beendet an. Bestenfalls sei nun eine längere Seitwärtsphase zu erwarten, gezogen wird sogar eine Parallele zur Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende. Bemüht wird auch der Vergleich mit der Rüstungsrally bei Rheinmetall, wo die gleiche Euphorie auf ein ähnliches Kursbild gefolgt sei. Dagegen steht der Einwand, die Gewinne der Speicherhersteller seien real und die Abhängigkeit von KI wachse eher. Auch der Zinsfaktor wird aufgegriffen: Der gesamte Techmarkt fürchte steigende Zinsen und die hohen Staatsschulden. Die Stimmung ist gespalten, mit einem klaren Übergewicht der Skeptiker.

Gewinnmitnahmen nach fast verdreifachtem Kurs

Ein Grund für den Verkaufsdruck liegt in der Vorgeschichte: Vor einem Jahr notierte SK hynix hierzulande noch bei rund 290 Euro, der Kurs hat sich seitdem trotz des jüngsten Einbruchs fast verdreifacht. Entsprechend groß sind die Buchgewinne, die professionelle Investoren nun absichern. Aus Aktionärssicht erklärt genau das, warum die Erholung zum Wochenstart so schnell verpuffte.

Fonds bauen massiv Positionen ab und viele sitzen immer noch auf massiven Gewinnen. Dann kommen die „Experten" und erzählen was von einer Rotation is irgendwann glauben es die Menschen. Das es keinen schnellen Aufkauf des Dips gab wird das halt zäh bleiben und wahrscheinlich sogar weiter bröckeln.

Bei der Erholung am Montag habe kein großer Käufer zugegriffen, sonst wäre der Kurs deutlich stärker gestiegen, lautet ein weiteres Argument. Als Gegenargument dient der Verweis darauf, dass große institutionelle Adressen wie der koreanische Staatspensionsfonds, Blackrock und Vanguard nennenswert investiert seien. Wie belastbar der Boden ist, bleibt damit offen – die Anleger-Stimmung pendelt zwischen Resignation und dem Trotz derjenigen, die an das Geschäftsmodell glauben.

Bn-Redaktion/sb
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