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Commerzbank-Übernahme

UniCredit vor der Mehrheit – drohen jetzt 15.000 Stellenstreichungen? 19.10.2026, 18:03 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Commerzbank-Übernahme: UniCredit vor der Mehrheit – drohen jetzt 15.000 Stellenstreichungen?
AI MODIFIED Inhalte teilweise mit KI erstellt.
© Bild von Daniel Marx auf Pixabay
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Commerzbank 36,82 EUR -1,87 % Lang & Schwarz
UniCredit 74,13 EUR -1,74 % TTMzero RT
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EZB macht Weg für UniCredit frei

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat UniCredit erlaubt, ihren bisherigen Anteil von knapp 30 Prozent an der Commerzbank weiter aufzustocken. Eine Obergrenze gibt es dabei nicht. Die Italiener haben sich über Finanzgeschäfte und andere Banken zusätzliche Aktienpakete gesichert. Hinzu kommen Papiere aus dem freiwilligen Übernahmeangebot. Bis zum Jahresende will UniCredit rund 50 Prozent der Stimmrechte kontrollieren. Allerdings steht die wettbewerbsrechtliche Entscheidung der EU-Kommission noch aus. UniCredit bezeichnet die EZB-Genehmigung als Meilenstein.

Neuer Bankenriese mit 1,3 Billionen Euro Bilanzsumme

Durch den Zusammenschluss könnte ein Finanzkonzern mit einer Bilanzsumme von 1,3 Billionen Euro entstehen. Florian Heider vom Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE sieht darin Chancen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Europäische Banken könnten durch grenzüberschreitende Fusionen gegenüber US-Konkurrenten aufholen. Bankenexperte Volker Brühl vom Center for Financial Studies der Goethe-Universität Frankfurt bewertet die Entwicklung jedoch kritisch. „Die Übernahme ist nicht mehr aufzuhalten“, erklärt er. Für die seit 156 Jahren bestehende Commerzbank würde dies den Verlust ihrer Eigenständigkeit bedeuten.

Bundesregierung stellt klare Forderungen

Der Bund hält nach seiner Rettungsaktion während der Finanzkrise weiterhin gut 13 Prozent der Commerzbank-Aktien. Diese Beteiligung verschafft der Bundesregierung Einfluss auf die weiteren Verhandlungen. Sie fordert, dass Frankfurt Hauptsitz bleibt, die Mittelstandsfinanzierung gesichert wird und betriebsbedingte Kündigungen ausbleiben. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) spricht inzwischen von konstruktiven Gesprächen statt verhärteter Fronten. Dennoch könnte der Staat eine vollständige Verschmelzung mit UniCredit erschweren. Der mögliche Kontrollverlust des traditionsreichen DAX-Konzerns bleibt politisch umstritten.

Gewerkschaft warnt vor 15.000 gefährdeten Arbeitsplätzen

Besonders brisant sind die angekündigten Milliardeneinsparungen. UniCredit plant, die Commerzbank mit ihrer deutschen Tochter HypoVereinsbank zusammenzuführen. Die Gewerkschaft ver.di befürchtet dadurch den Wegfall von bis zu 15.000 Arbeitsplätzen. Derzeit beschäftigt die Commerzbank weltweit rund 40.000 Vollzeitkräfte. Gewerkschaftsvertreter Jan Duscheck verlangt verbindliche Zusagen zur Beschäftigungs- und Standortsicherung. Die Unsicherheit betrifft damit einen erheblichen Teil der Belegschaft und dürfte die anstehenden Verhandlungen zusätzlich belasten.

Führungswechsel und Folgen für Firmenkunden

Auch die Führung der Commerzbank könnte vor einem Umbruch stehen. Medienberichten zufolge könnte UniCredit nächstes Jahr eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen und den Aufsichtsrat neu besetzen. Dieser entscheidet wiederum über den Vorstandsvorsitz. Der Bund will sein Recht behalten, zwei Aufsichtsratskandidaten vorzuschlagen. Unterdessen hofft die Deutsche Bank auf wechselwillige Firmenkunden. Zwar könnten internationale Commerzbank-Standorte reduziert werden, doch das UniCredit-Netzwerk in Italien, Mittel- und Osteuropa eröffnet zugleich neue Möglichkeiten für international tätige Unternehmen.

Bn-Redaktion/ar
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