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Plus 21 Prozent

US-Drohnenbauer greift nach Steyr Motors 19.10.2026, 10:49 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Plus 21 Prozent: US-Drohnenbauer greift nach Steyr Motors
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Name Aktuell Diff. Börse
Steyr Motors 36,16 EUR +19,66 % Lang & Schwarz
Red Cat Holdings 4,207 EUR +0,17 % Lang & Schwarz
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Für die Aktionäre von Steyr Motors beginnt die Woche mit einem Paukenschlag: Der US-Drohnenhersteller Red Cat will den österreichischen Spezialmotorenbauer komplett übernehmen und bietet 39 Euro in bar je Aktie. Die Aktie springt daraufhin um rund 21 Prozent auf 36,59 Euro, im Hoch waren es zeitweise 38,50 Euro. Unter Anlegern mischt sich in die Erleichterung über das Angebot allerdings auch Ernüchterung.

Großaktionär sagt bereits zu

Der Angebotspreis liegt knapp 29 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom vergangenen Freitag und fast 56 Prozent über dem 52-Wochen-Tief. Insgesamt bewertet die Offerte Steyr Motors mit rund 205 Millionen Euro. Abgegeben werden soll sie über eine Wiener Tochter von Red Cat. Die B&C Holding Österreich, die rund 15 Prozent der Anteile hält, hat sich bereits verpflichtet, ihre Aktien anzudienen. Vorstand und Aufsichtsrat wollen das Angebot vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage unterstützen, Vorstandschef Julian Cassutti will seine eigenen Aktien ebenfalls einreichen.

Aus Aktionärssicht stand am Morgen zunächst die Frage im Raum, ob Steyr auf das Werben überhaupt eingehe. Mit der Rückendeckung des Managements ist sie weitgehend beantwortet. Offen bleiben die üblichen Hürden – nötig sind eine Annahmequote von mehr als 50 Prozent sowie kartell- und außenwirtschaftsrechtliche Freigaben. Den Abschluss erwartet Red Cat erst im ersten Halbjahr 2027.

Abschlag von gut 6 Prozent zum Angebot

Trotz des Sprungs notiert die Aktie noch rund 2,40 Euro unter dem gebotenen Preis. Der Abstand spiegelt den langen Zeitplan und das Risiko, dass eine Freigabe scheitern könnte. Für Steyr Motors endet damit womöglich eine wechselvolle Börsengeschichte: Nach dem Börsengang 2024 und einem spektakulären Short Squeeze im März 2025 konnte das Unternehmen die hohen Wachstumserwartungen nur bedingt erfüllen, der Kurs bröckelte lange ab.

Aus Anlegersicht hat das Angebot deshalb zwei Seiten. Wer zu deutlich höheren Kursen eingestiegen ist, realisiere selbst mit 39 Euro noch einen Verlust – schmerzlich, aber verkraftbar, lautet die Bilanz. Zugleich wird darauf gehofft, dass der Kurs, wie bei Übernahmen mitunter zu beobachten, über den Angebotspreis hinauslaufen könnte. Die Stimmung bleibt damit zwischen Erleichterung und Ernüchterung.

Drohnenkonzern sucht Standbein in Europa

Hinter dem Deal steht der anhaltende Ausbau der Verteidigungsbudgets und der Boom unbemannter Systeme. Red Cat Holdings liefert unter anderem Aufklärungsdrohnen an die US-Streitkräfte. Steyr baut Hochleistungsmotoren für militärische Spezialfahrzeuge, Boote sowie Hilfsaggregate für Kampfpanzer. Red Cat will den Standort Steyr mit Fertigung, Forschung und Arbeitsplätzen erhalten und prüfen, ihn zum Ausgangspunkt für das eigene Europageschäft zu machen.

Die Aktie des Bieters legt um gut 5 Prozent auf 4,43 Euro zu, liegt aber weiterhin mehr als die Hälfte unter dem Niveau vor einem Jahr. Ob die Branchenlogik die Steyr-Aktionäre am Ende mehr überzeugt als der Preis, dürfte sich erst mit der Angebotsunterlage zeigen – bislang dominiert in den Reaktionen der Blick auf den eigenen Einstieg.

Bn-Redaktion/sb
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