Prime Day bricht Rekorde

Amazon trotzdem unter Druck 17.07.2025, 10:30 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Amazon wächst – aber auf Kosten der Umwelt? Emissionen steigen wegen KI-Boom

Datenzentren als Klimarisiko

Amazon verzeichnete 2024 erstmals seit drei Jahren wieder einen Anstieg seiner COâ‚‚-Emissionen – und das deutlich: Um 6 % kletterten die Werte auf 68,25 Millionen Tonnen COâ‚‚-Äquivalente. Der Haupttreiber: der massive Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz und der gestiegene Treibstoffverbrauch der Lieferflotte. Damit liegen die Emissionen mittlerweile rund ein Drittel höher als 2019 – dem Jahr, in dem sich Amazon dazu verpflichtete, bis 2040 klimaneutral zu werden.

Stromverbrauch zieht wieder an

Auch der Stromverbrauch zeigt nach Jahren der Reduktion wieder eine Steigerung: Die Emissionen aus eingekaufter Elektrizität erhöhten sich 2024 um 1 %. Amazon verweist auf den Energiehunger fortschrittlicher Technologien. „Das unterstreicht, warum der Ausbau emissionsfreier Energiequellen entscheidend ist, um die Technologien bereitzustellen, die unsere Kunden brauchen“, heißt es im Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens.

Technologiebranche als Strom-Großverbraucher

Kritik kommt von Umweltorganisationen, die warnen: Der globale Rechenzentrums-Boom heizt nicht nur den Strombedarf an, sondern bringt in manchen Regionen sogar fossile Energieträger wie Kohle und Gas zurück ins Spiel – trotz gegenteiliger Selbstverpflichtungen großer Techkonzerne. Um gegenzusteuern, setzen Amazon und Wettbewerber wie Alphabet, Meta und Microsoft auf langfristige Verträge für COâ‚‚-freie Energie, etwa aus Atomkraft.

Prime Day treibt Umsatz – aber nicht bei Luxusgütern

Haushaltswaren statt High-End

Parallel zur Umweltbilanz veröffentlichte Amazon auch neue Zahlen zum diesjährigen Prime Day. Das Ergebnis: Ein Umsatzsprung von 30,3 % auf 24,1 Milliarden Dollar allein in den USA – laut Adobe ein Rekordwert. Zwei Drittel aller gekauften Produkte kosteten unter 20 Dollar, der durchschnittliche Haushaltsausgaben lagen bei 156 Dollar. Markenartikel wie Amazons Alexa-Geräte und Fire-Sticks verkauften sich millionenfach.

Werbung statt Rabatt

Interessant: Nur 3 % der gekauften Produkte lagen über der 100-Dollar-Grenze – hochpreisige Importe litten unter Zollbelastungen. Viele Anbieter verzichteten ganz auf Prime-Angebote. Für kleinere Marken wie Elavi hingegen zahlte sich gezieltes Marketing aus: Ihr Cashew-Butter-Produkt stieg durch strategische Rabatte und Werbeinvestitionen an die Spitze der Verkaufscharts. Laut Marketing-Experte Jared Belsky steht Prime Day längst nicht mehr nur für Schnäppchen, sondern für komplexe Werbestrategien, die weit über Suchanzeigen hinausgehen.

Bn-Redaktion/ts
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