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Roboter statt Autos

Tesla verspielt Vortagesplus nach Zahlen 22.10.2026, 12:56 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Roboter statt Autos: Tesla verspielt Vortagesplus nach Zahlen
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SpaceX 132,14 EUR +2,49 % Baader Bank
Tesla 335,15 EUR +0,64 % Lang & Schwarz
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Gewinneinbruch statt Fusionsfantasie: Binnen Stunden hat Tesla den Kurssprung vom Mittwoch wieder abgegeben. Konzernchef Elon Musk warb nach dem Gewinnrückgang vor allem für Roboter und Robotaxis, die Aktie verliert am Donnerstag dennoch rund 5 Prozent auf 331,20 Euro und notiert damit nur noch knapp über dem Niveau der Vorwoche. Deutlich gelassener reagiert die ebenfalls von Musk geführte SpaceX: Ihr Papier gibt lediglich 1,8 Prozent auf 139,25 Euro nach und liegt im Wochenvergleich weiterhin rund 5 Prozent im Plus.

Nettogewinn schrumpft auf 787 Millionen Dollar

Im dritten Quartal brach der Nettogewinn des E-Autobauers im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 787 Millionen Dollar ein. Der Umsatz trat bei rund 28,05 Milliarden Dollar (rund 25 Milliarden Euro) auf der Stelle, lag damit aber leicht über den Erwartungen von Analysten. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf mit 48 Cent die Prognosen von 43 Cent. Überraschend fiel zudem der freie Zahlungsmittelfluss aus: Statt eines Mittelabflusses meldete Tesla ein Plus von 1,5 Milliarden Dollar.

Der Rückgang hat auch mit der Vergleichsbasis zu tun. Im Vorjahresquartal hatten viele Käufer in den USA noch die Steuerprämie von 7.500 Dollar für Elektroautos mitgenommen, die Ende September 2025 auslief. Im abgelaufenen Quartal sanken die Auslieferungen um zwei Prozent. Nachbörslich hatte die Aktie zunächst noch zugelegt, drehte dann aber ins Minus und verlor im vorbörslichen US-Handel fast 5 Prozent auf 368 Dollar.

Fremont soll eine Million Roboter im Jahr bauen können

Statt über das Autogeschäft sprach Musk vor allem über die Zukunft: selbstfahrende Robotaxis und den humanoiden Roboter Optimus. Die Fertigungslinie im Stammwerk Fremont habe die Kapazität für eine Million Roboter jährlich. Bis Tesla 20.000 Stück pro Woche baue, dürfte es nach seinen Worten aber mindestens ein Jahr dauern, Teile des Designs würden noch verändert. Erste Roboter könnten in etwa einem Jahr an Industriekunden gehen.

Beim Robotaxi Cybercab, das ohne Lenkrad und Pedale auskommt, gibt es dagegen Ärger mit der US-Verkehrsbehörde NHTSA. Fahrzeuge ohne Bremspedal sind in den USA nur mit einer Ausnahmegenehmigung zulässig – und dann höchstens 2.500 pro Jahr. Eine solche Genehmigung hat Tesla nicht beantragt. Konkurrent Waymo, eine Schwester von Alphabet, setzt auf umgebaute Serienautos und zusätzliche Laser-Sensoren, während Musk an einem reinen Kamerasystem festhält. Verdient wird das Geld bislang weiterhin überwiegend mit dem Verkauf von Elektroautos.

Sonderausschüsse prüfen den Schulterschluss mit SpaceX

Bemerkenswert ist, was in der Telefonkonferenz fehlte. Erst am Dienstag hatte Musk bestätigt, dass Tesla und SpaceX einen Zusammenschluss prüfen, beide Unternehmen haben dafür Sonderausschüsse eingesetzt. Musk selbst nannte die Idee gut. Bei der Vorlage der Tesla-Zahlen blieb das Thema dagegen tabu.

Bei JPMorgan fließt die Fusionsmöglichkeit dennoch in die Bewertung ein: Die US-Bank hob ihr Kursziel von 415 auf 430 Dollar an, unter anderem wegen einer gestiegenen Wahrscheinlichkeit einer Verschmelzung mit SpaceX, und beließ die Einstufung auf „Neutral“ – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung. Gelobt wurden die Bruttomarge im Autogeschäft und die Dynamik beim autonomen Fahren; kurzfristig dürften steigende Betriebskosten und hohe Investitionen die Zahlen jedoch weiter prägen.

Der Kursvergleich zeigt, wie unterschiedlich beide Seiten derzeit dastehen. SpaceX hatte am Mittwoch mit dem ersten Quartalsgewinn seit dem Börsengang zugelegt und hält diesen Rückenwind weitgehend. Bei Tesla dagegen ist das Fusionsplus aufgezehrt. Ob die Gespräche zu einem konkreten Angebot führen, dürfte für die Tesla-Aktie in den kommenden Wochen mindestens so wichtig werden wie das Tempo beim Roboter-Hochlauf.

Bn-Redaktion/sb
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