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Aktie stürzt ab – Rückkauf wirkt nicht! 10.04.2026, 12:57 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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SAP 155,72 EUR -0,32 % Lang & Schwarz

Aktienrückkauf verpufft – Markt bleibt skeptisch

Die SAP-Aktie setzt ihren Abwärtstrend fort und markierte mit 139,72 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Damit notiert das Papier inzwischen rund 49 Prozent unter seinem Allzeithoch. Besonders bemerkenswert: Selbst ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm zeigt bislang keine stabilisierende Wirkung. Insgesamt will SAP eigene Aktien im Wert von zehn Milliarden Euro zurückkaufen, wovon bis Juli bereits 2,6 Milliarden Euro investiert werden sollen. Dennoch bleibt eine nachhaltige Kursreaktion aus, was auf eine tieferliegende Verunsicherung am Markt hindeutet.

Indirekter Druck durch Zölle belastet die Nachfrage

Operativ ist SAP weniger direkt von geopolitischen Maßnahmen betroffen, da Software und Cloud-Dienste keine klassischen Importhürden kennen. Die eigentliche Belastung entsteht vielmehr auf Kundenseite. Vor allem Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe geraten durch neue US-Importzölle unter Druck. In der Folge könnten IT-Budgets gekürzt oder strategische Projekte verschoben werden.

Gerade kostenintensive Cloud-Migrationen, die ein zentraler Wachstumstreiber für SAP sind, stehen dabei auf dem Prüfstand. Investoren richten ihren Blick daher verstärkt auf den sogenannten Current Cloud Backlog, der im Bericht zum ersten Quartal 2026 veröffentlicht wird. Dieser gilt als wichtiger Frühindikator für die künftige Geschäftsentwicklung. Die Zahlen werden am 23. April 2026 erwartet.

Reltio-Übernahme als Baustein der KI-Strategie

Parallel zur angespannten Kursentwicklung treibt SAP seine strategische Transformation weiter voran. Mit der angekündigten Übernahme von Reltio stärkt der Konzern gezielt seine Datenkompetenz im Bereich Künstliche Intelligenz. Reltio ist auf Master-Data-Management spezialisiert und nutzt KI-basierte Entity-Resolution, um verstreute Datensätze zu einem konsistenten Gesamtbild – dem sogenannten „Golden Record“ – zusammenzuführen.

Diese Technologie soll die SAP Business Data Cloud erweitern und Unternehmen dabei helfen, ihre Daten effizient für KI-Anwendungen nutzbar zu machen. Bei einer Finanzierungsrunde vor etwa vier Jahren wurde Reltio mit 1,7 Milliarden Dollar bewertet. Konkrete Details zu den aktuellen Übernahmekonditionen wurden nicht veröffentlicht. Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite oder dritte Quartal 2026 geplant.

Solide Kennzahlen treffen auf erhöhte Erwartungen

Fundamental bleibt SAP stabil aufgestellt. Im Jahr 2025 legte der Cloud-Umsatz um 23 Prozent zu, während der Free Cashflow 8,24 Milliarden Euro erreichte. Für 2026 stellt das Management ein währungsbereinigtes Wachstum im Cloud-Segment zwischen 23 und 25 Prozent in Aussicht.


Für das erste Quartal rechnen Analysten mit einem Gesamtumsatz von 9,56 Milliarden Euro. Auf Jahressicht wird ein Gewinn je Aktie von 7,31 Euro prognostiziert. Neben den Quartalszahlen am 23. April stehen weitere wichtige Termine an: die Hauptversammlung am 5. Mai in Walldorf sowie die Financial Analyst Conference am 13. Mai in Orlando.

In einem von Unsicherheit geprägten industriellen Umfeld dürfte insbesondere die Entwicklung im Cloud-Geschäft entscheidend sein. Ein stabiles Wachstum in diesem Bereich könnte als Signal für die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells gewertet werden und die weitere Wahrnehmung am Kapitalmarkt maßgeblich beeinflussen.

Bn-Redaktion/aw
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