Stürme bleiben aus

Munich Re schraubt Gewinnziel hoch 23.10.2026, 13:40 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Stürme bleiben aus: Munich Re schraubt Gewinnziel hoch
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Der weltgrößte Rückversicherer hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet: Vorläufigen Zahlen zufolge blieb bei Munich Re ein Nettogewinn von rund 1,7 Milliarden Euro hängen, während Analysten im Schnitt mit knapp 1,5 Milliarden Euro gerechnet hatten. Der Konzern hebt deshalb sein Jahresziel 2026 von 6,3 auf 6,6 Milliarden Euro an. Die Aktie nimmt die Nachricht gelassen auf und notiert mit 555,30 Euro rund 0,2 Prozent im Minus – hält sich damit aber deutlich besser als der DAX, der zeitgleich gut 0,7 Prozent auf rund 25.180 Punkte verliert.

Hurrikane verschonen die Bilanz

Den Ausschlag gab vor allem eine Großschadenbelastung, die in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung unter der durchschnittlichen Erwartung lag. Dahinter steht eine ungewöhnlich ruhige Hurrikansaison: Im Sommerquartal blieb ein Landfall mit nennenswerten Folgen in den USA aus. Erst Anfang Oktober formierte sich mit Isaias der erste Hurrikan der Atlantiksaison. Dessen versicherte Schäden werden auf bis zu 4,5 Milliarden Dollar geschätzt – für die Rückversicherer nach Brancheneinschätzung eine verkraftbare Größenordnung.

Zusätzlich lieferte die Kapitalanlage in der Rückversicherung ein starkes Ergebnis, und auch operativ meldet Munich Re eine erfreuliche Entwicklung in allen Geschäftssegmenten. Nach neun Monaten summiert sich der Konzerngewinn damit auf 5,7 Milliarden Euro.

Vorsichtiger Puffer für das Schlussquartal

Gemessen daran wirkt das angehobene Jahresziel zurückhaltend: Rechnerisch genügen im vierten Quartal rund 0,9 Milliarden Euro, um die neuen 6,6 Milliarden Euro zu erreichen – deutlich weniger als zuletzt verdient. Munich Re stellt die Prognose ausdrücklich unter den Vorbehalt der Großschadenentwicklung in den verbleibenden Monaten und will die Bilanz im Schlussquartal, wo angemessen, weiter stärken. Die endgültigen Quartalszahlen sollen wie geplant am 12. November folgen.

Sinkende Preise trüben den Blick auf 2027

Dass die Aktie trotz der Prognoseanhebung kaum reagiert, dürfte auch mit dem Ausblick der Branche zusammenhängen. Für die wichtige Vertragserneuerung zum 1. Januar 2027 rechnet etwa der Konkurrent Hannover Rück mit leicht rückläufigen Preisen in der Schaden-Rückversicherung. Viel verfügbares Kapital und eine schadenarme Saison stärken die Verhandlungsposition der Erstversicherer – genau das, was Munich Re im laufenden Jahr hilft, könnte die Margen im kommenden Jahr schmälern.

Hinzu kommt, dass das Papier zuletzt bereits gut gelaufen war: Auf Wochensicht hat die Aktie rund 2 Prozent zugelegt und notiert nur knapp 2 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 564,80 Euro. Ein Teil der guten Nachrichten scheint damit bereits im Kurs gesteckt zu haben. Im schwachen Gesamtmarkt bleibt der Rückversicherer dennoch einer der stabileren Werte.

Bn-Redaktion/sb
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