Daten-Leak

Moderna bricht trotz Studienerfolg ein 23.10.2026, 14:02 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Daten-Leak: Moderna bricht trotz Studienerfolg ein
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Zwei Tage zu früh sind Phase-3-Ergebnisse zum personalisierten Krebsimpfstoff aufgetaucht – und haben einen Kurssturz ausgelöst. In New York verlor die Moderna-Aktie am Donnerstag 17,6 Prozent auf 202,63 Dollar, nachbörslich ging es weiter abwärts; gegenüber dem Vortag summierte sich das Minus auf mehr als 21 Prozent. Im deutschen Handel setzt sich der Druck am Freitag fort: Das Papier notiert bei 175,10 Euro gut 3 Prozent im Minus, im Tagestief waren es 169,87 Euro.

Rückfallrisiko sinkt um 42 Prozent

Dabei lesen sich die Zahlen zunächst wie ein Erfolg. In der Studie INTerpath-001 mit 1.137 Patienten erhielten Menschen mit Hochrisiko-Melanom im Stadium IIB bis IV nach der Operation den Impfstoff Intismeran autogene zusätzlich zum Krebsmittel Keytruda. Gegenüber Keytruda allein sank das Risiko für einen Rückfall oder Tod um 42 Prozent. Nach zwei Jahren waren 82,2 Prozent der Patienten in der Kombinationsgruppe krebsfrei, in der Vergleichsgruppe 70 Prozent. Eigentlich sollten die Daten erst am Samstag auf dem Krebskongress ESMO in Madrid vorgestellt werden, eine medizinische Fachnachrichtenseite veröffentlichte sie jedoch vorab und nahm sie kurz darauf wieder offline.

Unter Aktionären ist von Freude über den Studienerfolg wenig zu spüren. Der Ton ist bedrückt, auch weitere Kursverluste werden befürchtet – die Erleichterung über das positive Studienergebnis tritt dahinter zurück.

Die Erwartungen lagen schon im Kurs

Als Ursache für den Einbruch gilt weniger das Ergebnis selbst als die Vorgeschichte. Bereits im August hatten Moderna und der Partner Merck mitgeteilt, dass die Studie ihr Hauptziel erreicht hat – seither kannte die Aktie fast nur eine Richtung. Vor einem Jahr kostete sie hierzulande noch rund 23 Euro, in der vergangenen Woche markierte sie in der Spitze gut 225 Euro. Die nun bekannt gewordenen Werte liegen zudem nur auf dem Niveau der früheren Phase-2b-Studie, eine Verbesserung bringen sie nicht. Bei Bernstein wurde der Kursrutsch als klassisches „Sell the News“ eingeordnet; bei UBS hieß es vorab, der Markt erwarte einen Wert, den die gemeldeten Zahlen nun sogar übertreffen. Beides sind externe Einschätzungen und keine redaktionelle Empfehlung.

Aus Anlegersicht macht genau diese Fallhöhe den Unterschied: Wer früh eingestiegen ist, sitzt trotz des Rückschlags auf einem Vielfachen des Einsatzes, wer spät gekauft hat, erlebt die Wucht der Korrektur.

Dann bist aber spät rein. War unter 40 Euro zu haben. Hättest gutes Geld machen können

Wie schnell sich das Blatt wenden kann, zeigt der Wochenvergleich: Seit vergangenem Freitag hat die Aktie fast 18 Prozent eingebüßt.

Madrid soll die offenen Fragen klären

Den Kursrückgang spürt auch Merck & Co, das sich Kosten und Gewinne aus dem Impfstoff-Programm hälftig mit Moderna teilt. Die Aktie des US-Pharmakonzerns notiert am Freitag bei 130,71 Euro knapp 1 Prozent tiefer. Für Merck ist das Projekt vor allem strategisch bedeutsam, weil wichtige Patente auf Keytruda gegen Ende des Jahrzehnts auslaufen.

Mit der offiziellen Präsentation am Samstag dürfte sich zeigen, ob die vollständigen Daten den vorab bekannt gewordenen Zahlen entsprechen. Offen ist zudem, wie sich das Gesamtüberleben entwickelt – diese Daten gelten noch als nicht ausgereift. Bei Wells Fargo wurde darauf verwiesen, dass die Sorgen um die Studiendaten übertrieben sein könnten. Die Stimmung unter Moderna-Aktionären bleibt vor dem Kongress dennoch gedrückt.

Bn-Redaktion/sb
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