80.000 Funkmasten

SpaceX greift US-Netzbetreiber an 23.10.2026, 13:08 Uhr Jetzt kommentieren: 0

80.000 Funkmasten: SpaceX greift US-Netzbetreiber an
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AT&T 20,94 USD -8,04 % AMEX
Crown Castle 86,14 USD +8,13 % AMEX
SpaceX 147,41 USD +1,71 % AMEX
T-Mobile US 146,44 USD -7,78 % AMEX
Verizon Communications 44,62 USD -1,32 % AMEX
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Elon Musk will mit SpaceX in den USA zum vierten landesweiten Mobilfunkanbieter aufsteigen. Einem Medienbericht zufolge verhandelt das Raumfahrtunternehmen dafür mit Infrastrukturbetreibern über den Zugang zu mindestens 80.000 Funkmasten – das entspräche rund der Hälfte der gut 158.000 eigens errichteten Mobilfunktürme im Land. An der Börse geraten die etablierten Netzbetreiber unter Druck, während die SpaceX-Aktie im deutschen Handel rund 1,5 Prozent auf 131,11 Euro zulegt.

AT&T, Verizon und T-Mobile US geben deutlich nach

Schon im nachbörslichen US-Handel am Donnerstagabend hatten die drei großen Anbieter zwischen gut 4 und 5 Prozent verloren. Hierzulande setzt sich der Abschlag fort: AT&T fällt um rund 4 Prozent auf 19,43 Euro, T-Mobile US ebenfalls um knapp 4 Prozent auf 135,26 Euro und Verizon um gut 3 Prozent auf 38,91 Euro. Für die Tochter der Deutschen Telekom ist die Entwicklung besonders heikel: T-Mobile US war der erste US-Partner, über den Starlink-Satelliten direkt mit gewöhnlichen Handys verbunden wurden. Aus dem Partner könnte nun ein direkter Konkurrent werden.

Profiteure der Pläne sind die Vermieter der Masten. Die Aktie von Crown Castle springt um mehr als 8 Prozent auf gut 76 Euro. Der Konzern, der rund 40.000 Funktürme in den USA betreibt, soll zu den Gesprächspartnern von SpaceX gehören. Bestätigt ist das nicht: Die Unternehmensführung hatte zur Wochenmitte lediglich erklärt, mit „allen Parteien“ über mögliche Mietverträge zu sprechen – darunter SpaceX und Amazon. Weitere große Betreiber sind American Tower mit rund 42.000 und Vertical Bridge mit etwa 18.000 Standorten. SpaceX selbst hat sich zu dem Bericht bislang nicht geäußert.

Frequenzen für Milliarden liegen schon bereit

Dass es sich um mehr als eine Gedankenspielerei handeln dürfte, zeigen die Zukäufe der vergangenen Monate. Bereits im September 2025 hatte SpaceX dem Satellitenbetreiber EchoStar Frequenzen und Lizenzen für rund 17 Milliarden US-Dollar abgekauft, je zur Hälfte in bar und in eigenen Aktien. Anfang Oktober folgte die Vereinbarung über bis zu 14 Megahertz landesweites Spektrum im 800-Megahertz-Band, das vor allem die Versorgung innerhalb von Gebäuden verbessern soll; der Abschluss wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet. Diese Woche genehmigten die Behörden zudem den Kauf weiterer Lizenzen für den Uplink.

Ebenfalls im Oktober hatte die US-Telekommunikationsbehörde FCC 15.000 Satelliten der nächsten Generation für den Dienst Starlink Mobile zugelassen, über den Smartphones direkt mit dem Orbit kommunizieren. Die Funkmasten am Boden würden dieses Netz ergänzen – dort, wo Satellitensignale an ihre Grenzen stoßen.

Bodennetz könnte mehr als 80 Milliarden Dollar verschlingen

Billig dürfte der Einstieg nicht werden. Analysten von TD Cowen schätzen, dass ein landesweites terrestrisches Netz mehr als 80 Milliarden US-Dollar kosten und viele Jahre Aufbauzeit beanspruchen könnte – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Bewertung. Musk selbst sieht einen klaren Weg zu Konnektivitätserlösen von mehreren Hundert Milliarden Dollar pro Jahr.

Die SpaceX-Aktie profitiert von der Fantasie bislang nur verhalten. Mit 131,11 Euro liegt sie noch deutlich unter ihrem Wochenhoch von gut 145 Euro. Ob die Gespräche mit den Mastbetreibern tatsächlich in Verträge münden, ist offen – für die etablierten Netzbetreiber dürfte allein die Aussicht auf einen finanzstarken vierten Wettbewerber vorerst eine Belastung bleiben.

Bn-Redaktion/sb
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