24 Euro je Aktie

BASF legt bei Evonik nach 23.10.2026, 15:19 Uhr Jetzt kommentieren: 0

24 Euro je Aktie: BASF legt bei Evonik nach
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Name Aktuell Diff. Börse
BASF 52,31 EUR -0,15 % L&S Exchange
Evonik Industries 21,46 EUR +3,72 % L&S Exchange
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Der Dax-Konzern aus Ludwigshafen bessert sein Gebot für den Essener Spezialchemie-Hersteller offenbar spürbar nach. Rund 24 Euro je Aktie, in Summe gut 11 Milliarden Euro, soll BASF nach Angaben von mit der Transaktion vertrauten Personen nun Evonik in Aussicht gestellt haben. Die Evonik-Aktie springt daraufhin um gut 3 Prozent auf 21,36 Euro und markierte im Tagesverlauf mit 21,68 Euro ein neues Jahreshoch. Bestätigt haben die Unternehmen die Zahl nicht – es geht um eine Neuordnung der ohnehin kriselnden deutschen Chemiebranche.

Evonik notiert gut 2,60 Euro unter dem Gebot

Auffällig ist der Abstand zwischen Börsenkurs und kolportiertem Preis: Selbst nach dem Sprung liegt Evonik rund 11 Prozent unter den gebotenen 24 Euro – und sogar noch unter den rund 22,15 Euro, die zuvor ebenfalls unbestätigt im Raum gestanden hatten. Der Markt preist einen Abschluss damit längst nicht vollständig ein. Bei BASF selbst bleibt die Reaktion diesmal aus: Die Aktie notiert mit 52,35 Euro praktisch unverändert, während sie nach Bekanntwerden der ersten Annäherung Ende September noch spürbar unter Druck geraten war.

Aus Anlegersicht ist der höhere Preis keineswegs nur eine gute Nachricht. Zur Sprache kommt die Frage, ob BASF mit dem Aufschlag einen zu großen Schritt macht – und Erinnerungen an die Übernahme des US-Katalysatorherstellers Engelhard vor rund zwei Jahrzehnten werden wach, bei der aus Aktionärssicht ebenfalls zu viel bezahlt worden sei. Die Stimmung im BASF-Lager bleibt entsprechend vorsichtig.

RAG-Stiftung hält den Schlüssel

Ob der höhere Preis reicht, entscheidet sich vor allem in Essen. Die RAG-Stiftung hält rund 43 Prozent der Evonik-Aktien und finanziert aus ihren Beteiligungen die Ewigkeitskosten des 2018 beendeten Steinkohlebergbaus. Ein lukrativer Verkaufspreis ist für sie deshalb gewichtig, doch im Kuratorium sitzen vor allem Politiker, darunter die Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und dem Saarland sowie der Chef der Gewerkschaft IGBCE. Nach einer ersten Befassung Anfang Oktober hat die Stiftung keine Entscheidung öffentlich gemacht; die NRW-Landesregierung hatte sich im Landtag bereits gegen eine Übernahme ausgesprochen.

Ein zu großer Schritt? Mal sehen, wie die RAG reagiert.

Dass ein Abschluss zustande kommt, gilt unter Aktionären entsprechend nicht als ausgemacht – eine Übernahme dieser Größenordnung wäre in der deutschen Chemie ein Einschnitt.

Kamieth wirbt mit Jobgarantie bis 2032

Genau dort setzt BASF an. Vorstandschef Markus Kamieth sicherte in einer Videobotschaft zu, bei einem Kauf die bestehenden Standortvereinbarungen zu übernehmen: Betriebsbedingte Kündigungen blieben bis 2032 ausgeschlossen, Tarifverträge unangetastet. Essen solle mit mindestens einem Vorstandsressort wichtig bleiben, die Chemieparks in Marl und Wesseling, die Evonik mit dem Betreiber Syneqt eigentlich verkaufen will, könnte BASF selbst weiterführen.

Die Zusagen fallen in eine Phase, in der die Branche in der Krise steckt. Evonik plant ohnehin den Abbau von rund 3.200 Stellen weltweit, gut 2.000 davon in Deutschland, BASF baut sein Portfolio seit Monaten um und sieht in der Konsolidierung der Industrie eine Chance. Zusammen kämen beide auf einen Umsatz von rund 74 Milliarden Euro. Ob Preis und Jobversprechen die Politik überzeugen, dürfte sich erst in den kommenden Wochen zeigen – bis dahin richten sich die Blicke der Aktionäre gespannt auf Essen.

Bn-Redaktion/sb
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