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KI-Schwäche hilft Softwarewerten und IT-Dienstleistern 06.07.2026, 12:27 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Bechtle 32,81 EUR +3,70 % Lang & Schwarz
CANCOM SE 24,25 EUR -0,51 % L&S Exchange
Nemetschek 57,88 EUR +4,56 % TTMzero RT
SAP 141,72 EUR +1,62 % Lang & Schwarz
STOXX Europe 600 Technology EUR (Price) 1.026,24 PKT -0,37 % TTMzero RT

(Neu: Weitere Aktien, Goldman Sachs)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Montag hat sich das zuletzt an der Börse regelmäßig gesehene Muster bestätigt: Wenn die Highflyer der KI-Rally schwächeln, profitieren Softwarewerte und IT-Dienstleister. Also jene Aktien, bei denen insgesamt eher Verdrängungssorgen durch Künstliche Intelligenz vorherrschen.

So zogen zu Wochenbeginn die Aktien von SAP DE0007164600 unter den besten Werten im moderat steigenden Dax DE0008469008 um bis zu 2,2 Prozent an, sind mit einem Minus von mehr als 30 Prozent im Jahr 2026 aber zweitschwächster Wert im deutschen Leitindex. Scout24 erholten sich ebenfalls, liegen 2026 aber noch klar im Minus.

Die Anteilsscheine von Nemetschek DE0006452907 gewannen am Montag im Index der mittelgroßen Werte MDax DE0008467416 zeitweise 5,6 Prozent, liegen 2026 aber noch etwa 37 Prozent unter Wasser.

Den letztgenannten Papieren des auf die Bauindustrie spezialisierte Softwareanbieters half eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Analyst Nicolas Herms berücksichtigte nun insbesondere die jüngste Übernahme von HCSS, die er als strategisch sinnvolle Ergänzung lobte. Damit werde das Standbein in Nordamerika im Infrastruktur-Bereich und Ingenieurbau gestärkt.

Experte Andreas Wolf von der Privatbank Berenberg zeigte sich derweil in seinem Ausblick auf den Quartalsbericht optimistisch für Bechtle DE0005158703. Die Aktien des IT-Dienstleisters gewannen im MDax gut 4 Prozent, liegen 2026 aber noch knapp ein Viertel im Minus.

Demgegenüber schwächelten die in den letzten Monaten im Zuge des Hypes um Künstliche Intelligenz stark gestiegenen Unternehmen aus der Halbleiterbranche. So fielen die Aktien von Infineon DE0006231004 im Dax zeitweise um 3,7 Prozent, konnten dann die Chartunterstützung im Bereich 75 Euro dann aber doch halten. Im MDax ging es für die Anteilsscheine von Suss Microtec DE000A1K0235 um 4,5 Prozent nach unten, und im Nebenwerteindex SDax DE0009653386 büßten die Papiere des Zulieferers LPKF DE0006450000 zeitweise über 7 Prozent ein.

In Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Aktien von Herstellern erneuerbarer Energien. Denn der Energiebedarf für die KI-Rechenzentren ist enorm, und Anleger haben gewettet, dass er auch über grüne Energien wie Solarstrom oder Windkraft gedeckt werden kann. Denn diese bilden das Rückgrat der politisch gewollten Energiewende in Deutschland. Damit verloren die Aktien des Windturbinenherstellers Nordex DE000A0D6554 am MDax-Ende 6 Prozent. Für die Anteilsscheine des Herstellers von Wechselrichtern SMA Solar DE000A0DJ6J9 ging es als Schlusslicht im SDax um bis zu 8 Prozent nach unten.

Um zu beurteilen, welches Potenzial die KI-Highflyer noch haben, blicken die Anleger immer noch schwerpunktmäßig gen USA. Denn die dortige Halbleiterbranche ist ein wichtiger Taktgeber für den gesamten Sektor. In New York deuten sich am Montag zwar für Werte wie Marvell Technology US5738741041 und Intel US4581401001 deutliche Kursanstiege an, allerdings holen sie damit auch Gewinne vom Freitag nach. Zum Wochenschluss waren die US-Börsen wegen der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag geschlossen geblieben.

Die US-Bank Goldman Sachs sieht zwar in den meisten Teilbereichen der US-Halbleiterbranche noch Spielraum für die Markterwartungen. Nach der "dramatischen Outperformance" des US-Branchenindex SOX US69338H1005 im zweiten Quartal jedoch werde die Luft für die Aktien dünner, schrieb Analyst James Schneider. Fundamental überzeugt ist der Experte vor allem für die Bereiche Server-Prozessoren, anwendungsspezifische integrierte Schaltkreise sowie den gesamten Speicherkomplex.

Fundamental bleibt JPMorgan-Stratege Mislav Matejka aber überzeugt, dass sich die übergeordneten Trends fortsetzen. Schwächen in der KI-Rally dürften gekauft werden und Erholungen bei Werten mit KI-Sorgen - wie schon im März - eher kurzfristiger Natur sein, wenn die Titel überverkauft sind.

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