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IG Metall will fünf Prozent mehr Lohn für Metallbeschäftigte 23.09.2026, 13:10 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Schaeffler 6,91 EUR -3,49 % Tradegate
AUMOVIO 36,58 EUR -1,22 % Lang & Schwarz

(neu: Mit Reaktion der Arbeitgeber.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für die gut 3,7 Millionen Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Zudem will die Gewerkschaft in der Tarifrunde für die größte deutsche Industriebranche eine Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in "Boom-Unternehmen" durchsetzen sowie über die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten verhandeln. Der neue Tarifvertrag soll nach Vorstellung der Gewerkschaft eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.

"Wir gehen mit kämpferischem Realismus in die Verhandlungen", sagte die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner in Frankfurt. "Statt Krisenrhetorik, Angriffen auf soziale Standards und Schwarzmalerei erwarten die Beschäftigten sichere Jobs, Ausgleich für gestiegene Preise und einen gerechten Anteil an den Gewinnen der Unternehmen."

Benner wandte sich entschieden gegen drohende Werkschließungen oder Forderungen nach unbezahlter Mehrarbeit. "Verlagerungsdrohungen als Ablenkungsmanöver von Management-Versagen akzeptieren wir nicht." Ein Angriff auf die 35-Stunden-Woche sei "nicht akzeptabel".

Arbeitgeber: IG Metall ignoriert Krise der Branche

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall entgegnete, viele Unternehmen könnten in Deutschland nicht mehr rentabel wirtschaften. Es gebe nicht den Luxus, über die Verteilung von Zuwächsen zu verhandeln, betonte Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter. "Für zu viele unserer Unternehmen geht es um ihre Existenz. Jetzt muss es darum gehen, Kosten zu senken und den Standort zu retten." Die IG Metall ignoriere die Dimension und Tiefe der Krise.

Erste Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden auf regionaler Ebene sind ab dem 7. Oktober geplant. Die aktuellen Tarifverträge laufen zum 31. Oktober aus. Danach sind dann sofort auch Warnstreiks möglich, weil in dieser Runde auf eine nachlaufende Friedenspflicht verzichtet worden ist.

Sorgen wegen drohender Werksschließungen

In den Flächentarifverträgen für die deutsche Metall- und Elektroindustrie werden die Arbeitsbedingungen in wichtigen Branchen verhandelt wie Autoindustrie, Maschinenbau, Metallbearbeitung, Elektrotechnik und sonstiger Fahrzeugbau, wo Rüstung eine Rolle spielt.

Die IG Metall hatte bereits zuvor klargemacht, dass die Arbeitnehmer nach Abzug der zuletzt gestiegenen Inflation mehr Geld in der Tasche haben sollen.

Die Tarifrunde steht im Zeichen eines massiven Stellenabbaus in der Autoindustrie, wo auch Werksschließungen drohen, etwa bei VW DE0007664039. Gegen Einschnitte hatte die IG Metall am Montag bei einem bundesweiten Aktionstag rund 175.000 Beschäftigte mobilisiert.

Nicht verhandelt wird für die Beschäftigten der kriselnden Volkswagen DE0007664039 AG, für die ein eigener Haustarifvertrag gilt. Dort fordert die IG Metall ebenfalls fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Komplexe Lage in Branchen

Erschwert werden die Tarifverhandlungen dadurch, dass die Lage in der Metall- und Elektroindustrie geteilt ist. Während die Autobranche tief in der Krise steckt und der Maschinenbau angeschlagen ist, laufen die Geschäfte in der Elektroindustrie gut und der sonstige Fahrzeugbau erlebt mit den Staatsausgaben für Rüstung eine Sonderkonjunktur. Gut geht es nach Angaben der IG Metall auch Betrieben der Medizintechnik und der Luft- und Raumfahrt.

"Metall und Elektro ist mehr als Autoindustrie", sagte Benner. Die Lage sei besser, als die Arbeitgeber sie darstellten. Die Forderung der IG Metall biete genug Spielraum, um zu differenzieren.

IG-Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski sagte, die Beschäftigten spürten steigende Lebenshaltungskosten, daher brauche es eine spürbare Entgelterhöhung. "Wer Aufschwung will, braucht Kaufkraft", sagte Boguslawski. Das stütze auch die Binnenkonjunktur.

IG Metall: Angriff auf 35-Stunden-Woche wäre Kriegserklärung

Für Empörung sorgen bei der IG Metall etwa Forderungen bei Mercedes-Benz DE0007100000 nach Mehrarbeit ohne Lohnausgleich. Man akzeptiere keine Angriffe auf die 35-Stunden-Woche als gewerkschaftliche Errungenschaft, bekräftigte Benner in Frankfurt. "Die Beschäftigten haben ihren Beitrag geleistet." Tarifvorständin Boguslawski sagte, sollten die Arbeitgeber den Manteltarifvertrag kündigen, wäre das eine "Kriegserklärung".

Mercedes-Aufsichtsratschef Martin Brudermüller hatte zuvor die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche angeregt - für dasselbe Gehalt. In der deutschen Autoindustrie ist bei tarifgebundenen Unternehmen die 35-Stunden-Woche Standard. Gesetzlich verpflichtend ist sie nicht. Mercedes-Benz hat mit der Schließung von zwei Werken in Deutschland gedroht, sollten die Kosten nicht sinken.

In der vorherigen Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie 2024 hatte die IG Metall sieben Prozent mehr Geld gefordert und ein Plus von 5,1 in zwei Schritten Prozent erreicht. Damals waren die Zeiten aber in den großen Branchen besser.

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