ATOS WKN: A411MH ISIN: FR001400X2S4 Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
Gute und präzise Aufschlüsselung aus dem H1-Bericht, Yarovestment! 🤝 Es ist erfrischend, hier endlich mal jemanden zu lesen, der die Bilanzdaten tatsächlich im Detail analysiert, statt nur Durchhalteparolen zu posten. Da trennst du die reinen IFRS-Buchungseffekte von der realen Zahlungswirksamkeit vollkommen richtig. Aber blicken wir doch mal ganz nüchtern auf das Gesamtbild, das du selbst vorrechnest: Selbst wenn wir deine bereinigten Zahlen als Basis nehmen: Ein operativer Cash-Beitrag von 150 Millionen Euro (vor Restrukturierung, Steuern und Zinsen) steht einer tatsächlichen Cash-Zinslast von 82 Millionen Euro und vor allem einem realen Restrukturierungs-Cash-Outflow von rund 127 Millionen Euro (für Genesis) gegenüber. Das bedeutet im Umkehrschluss: Das laufende operative Alltagsgeschäft verbrennt unter Einbeziehung des zwingend notwendigen Sanierungsplans weiterhin massiv Substanz – und das bei einem anhaltenden organischen Umsatzrückgang von rund 6 %. Das Working Capital mag saisonal im H1 belasten, aber der operative Hebel reicht schlicht nicht aus, um die Verwässerung der neuen Aktienstruktur abzufedern. Es bleibt genau dabei: Der Turnaround ist kein Selbstläufer, sondern ein extrem steiniger und teurer Weg für das verbleibende Kapital. Danke für die sachliche und fundierte Ergänzung! ☕️📊
Da werden gerade GuV und Cashflow durcheinandergeworfen. Der H1-Free-Cashflow lag laut Atos nicht bei -434 Mio. €, sondern bei -302 Mio. €. Dass Genesis echtes Geld kostet, stimmt: rund 127 Mio. € Cash-Abfluss im aktuellen Konzernumfang. Aber die genannten 294 Mio. € Finanzierungskosten waren eben gerade nicht 294 Mio. € Cash-Abfluss. Tatsächlich lagen die gezahlten Netto-Finanzierungskosten bei 84 Mio. €. In den 294 Mio. stecken u.a. 47 Mio. € nicht zahlungswirksame Fair-Value-Abschreibung und eine 63-Mio.-€ Exit Fee, die erst im Juli bezahlt wurde. Auch „das operative Geschäft deckt nicht einmal die Zinsen“ stimmt so nicht. Auf aktuellem Perimeter kamen vor Restrukturierung, Steuern und Zinsen rund 150 Mio. € operativer Cash-Beitrag heraus, gegenüber 82 Mio. € Cash-Zinskosten. Problematisch waren H1 vor allem Restrukturierung und Working Capital. Der Cashflow ist also definitiv noch nicht gut – aber aus einem -503-Mio.-€ Buchverlust bzw. 294 Mio. € Finanzaufwand einen gleich hohen laufenden Cashburn abzuleiten, ist genauso falsch wie alles als nicht zahlungswirksam abzutun.
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