GAZPROM Forum: Community User: Caiw5c5f62645bb07

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G
Gast-753167001, 05.08.2022 17:34 Uhr
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Wenn man bei einem Broker ist, der nicht selbst den Umtausch über Clearstream supported und man kein sonstwo gelegenes (russisches, azerbaijanisches, ..) Depot will bleibt einem mE nix als abwarten. TR hat Tausch angeboten, ING, Consors nicht. Einen Wechsel der ADR auf einen anderen Broker (zB von ING auf TR) ist mir zu heikel wegen des Nachweises der Ownership seit 27.02. Schaumer mal obs mit TR was wird oder nicht. Ich bin tiefenentspannt, weil ich alles getan habe was für mich sinnvoll möglich ist. Rest ist Schicksal.
D
Det123, 05.08.2022 17:18 Uhr
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Ganz einfach weil die NSD bis zum 15.08 auf die Gebühren verzichtet, wonach ein Umtausch gegen keine Sanktionen verstößt. Die Zwangsumwandlung richtet sich an die ADRs, die es bereits woher in Russland gab, durch russische Staatsbürger, die sie im Ausland gekauft haben oder an die Ausländer, die es geschafft haben sie bis dahin nach Russland zu transferieren. Sie richtet sich aber (noch) nicht an diejenigen, die sie im Ausland aufbewahren, wie es hier auf alle zutrifft. Man ist hier nicht hektisch vorgegangen, sondern die NSD hat angekündigt bis zum 31.07 keine Gebühren zu verlangen, was jetzt bis zum 15.8 verlängert wurde.

Nico, jetzt erkläre mir bitte einmal was hier beim Umtausch der ADR geordnet und ohne Zeitdruck abläuft. Ich verweise einfach einmal auf den Newsletter von SdK vom 01.08.2022. Der Artikel belegt doch nur eine konfuse und nicht abgestimmte Handlungsweise zwischen den Verwahrstellen und den Brokern. Auszugsweise: "mittlerweile hat auch Clearstream die Verlängerung der gebührenfreien Umtauschfrist der NSD (russischer Wertpapierverwahrer – Russian Central Securities Depository) zur Kenntnis genommen." (Wow, die haben etwas zur Kenntnis genommen, welche Überraschung). "Wir haben mittlerweile zahlreiche Rückmeldungen erhalten, dass die einzelnen Depotbanken weiterhin sehr unterschiedlich verfahren was die Abwicklung angeht. Zwar bieten alle Depotbanken unserer Kenntnis nach mittlerweile eine Umtauschmöglichkeit an. Jedoch hat ungefähr nur die Hälfte der betroffenen SdK Mitglieder, die sich bei uns zurückgemeldet haben, von ihrer Depotbank die Möglichkeit angeboten bekommen, die im Tausch gegen die depositary receipts gewährten Stammaktien auf dem in Deutschland befindlichen Depot einbuchen zu lassen. Dafür haben die Depotbanken meist einen sogenannten nominee account, quasi ein Treuhandkonto zu Gunsten der Depotkunden der Depotbank, bei der Citigroup in Moskau eröffnet. " (Wow, Depot bei der Citigroup. Das dürfte aber nicht die große Anzahl der Broker mit erheblichen Depotbeständen betreffen. TR??, Smarktbroker?? etc...) Wobei hier anzumerken ist, welche Hälfte der Kunden der SdK unterhält welchen Anteil von Aktien an den russischen ADR. "Der anderen Hälfte der Mitglieder wurde angeboten, die in Stammaktien getauschten depositary receipts auf ein russisches Depotkonto zu buchen. " (Wow, bist du einer der wenigen, dem es gelungen ist, ein Depotkonto in Russland vor Ort zu eröffnen??) "Wieso die Depotbanken hier unterschiedlich verfahren, ist auch uns bis heute nicht schlüssig." (Wow, spricht nicht gerade für reibungsloses Verfahren und das nach vielen Monaten, hier Lösungen mit den Brokern zu schaffen, oder???) Eine Frage einmal an das Forum... "Wem ist es gelungen ein Gazprom Depot zu eröffnen und über welchen Broker wurden bereits die Aktien eingebucht??? Wie ich die Teilnehmer im Forum verstehe. Im Grunde rudern hier viele nur herum und haben zwar ein Tauschangebot, jedoch ohne Gewähr eines Tausches. Was ist da geordnet und wo ist hier ein angemessener Zeit Horizont für die Abwicklung?? Bin einmal gespannt auf eine (vielleicht auch deine) Antwort.
P
Petersilie952, 05.08.2022 17:03 Uhr
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Ein gaunerstück wird ja erst draus, wenn in einem jahr alle adrs zwangsverkauft werden müssen. Wirft man da alle adrs auf einmal auf den markt, drückt das den kurs und entsprechend findige decken sich spottbillig ein. Bzw man manipuliert den kurs vorher fegen süden. Gegen einen zeitlich gestreckten verkauf mit moderatem kurs kann man nichts sagen. Nur ... wie verhalten die großen gauner sich siesbezüglich. Es qäre höchst verwerflich, wenn es so abgewickelt wird, dass man nahe odee bei einem kurs tief verkauft und anschließend der kurs wieder steigt. Das ist nicht redlich. Wie ist hier die meinung dazu.
N
Nino12, 05.08.2022 15:15 Uhr
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Russland ist hier mit einem möglichen Zwangsumtausch ohne Nutzung der westlichen Infrastruktur vorgeprescht. Der Westen mit Clearstream ist auf den Zug aufgesprungen. Da Russland einen Umtausch ab 15.8. anstrebt hat man hier hektisch, konfus und dilettantisch, wie immer reagiert. Ein Großteil der Banken hat kein Nominee Depot eröffnet und besteht weiterhin auf Depots in Russland. Clearstream sichert einen Umtausch zu wenn die russische Verwahrstelle kein Gebühr für einen Umtausch erhebt. Zum einen ist die NSD sanktionert. Warum sollte sie vor dem 15.8. tauschen wenn Russland eh alle in Russland verwahrten ADR ab dem 15.08 zwangstauschen will. Warten wir es ab. Für weitere Informationen schaut bitte die Videos von SdK.

Ganz einfach weil die NSD bis zum 15.08 auf die Gebühren verzichtet, wonach ein Umtausch gegen keine Sanktionen verstößt. Die Zwangsumwandlung richtet sich an die ADRs, die es bereits woher in Russland gab, durch russische Staatsbürger, die sie im Ausland gekauft haben oder an die Ausländer, die es geschafft haben sie bis dahin nach Russland zu transferieren. Sie richtet sich aber (noch) nicht an diejenigen, die sie im Ausland aufbewahren, wie es hier auf alle zutrifft. Man ist hier nicht hektisch vorgegangen, sondern die NSD hat angekündigt bis zum 31.07 keine Gebühren zu verlangen, was jetzt bis zum 15.8 verlängert wurde.
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flar113, 05.08.2022 14:56 Uhr
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hallo zusammen weiss jemand wie es bei Scalabel gehandhabt wird ? Hatte die mal angeschrieben und bekam folgende Antwort : Unsere Depotbank, die Baader Bank, hat die aktuellen Umtauschmöglichkeiten der russischen ADR in die unterliegenden Aktien bei ihrer Abwicklungsstelle zur Klärung gegeben und erhielt die Rückmeldung, dass diese derzeit keinen Umtausch von russischen “American Depositary Receipts” (ADRs) ermöglichen kann. Der russische Zentralverwahrer ist mit Sanktionen belegt, wodurch das Entgegennehmen der russischen Aktien nach einem Umtausch sowie deren Verwahrung aus Sicht der zuständigen Abwicklungsbank ein sanktionsbehaftetes Vorgehen darstellt. Wir stehen hierzu im ständigen Austausch mit unserer Depotbank. Sollte die Möglichkeit einer Umwandlung von russischen ADRs wieder möglich werden, benachrichtigen wir Sie über die Mailbox in Ihrem persönlichen Kundenbereich. Selbstverständlich können Sie Ihre Aktien weiterhin in Ihrem **** Capital Broker halten. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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Det123, 05.08.2022 14:20 Uhr
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Soweit so klar und logisch nur warum dieser zeitdruck? Warum nicht lösungen wie ... zu diesem betrag wull ich nicht verkaufen und darum wandelt die bank geordnet für mich. Warum diese kunden unfreundlichkeit?

Russland ist hier mit einem möglichen Zwangsumtausch ohne Nutzung der westlichen Infrastruktur vorgeprescht. Der Westen mit Clearstream ist auf den Zug aufgesprungen. Da Russland einen Umtausch ab 15.8. anstrebt hat man hier hektisch, konfus und dilettantisch, wie immer reagiert. Ein Großteil der Banken hat kein Nominee Depot eröffnet und besteht weiterhin auf Depots in Russland. Clearstream sichert einen Umtausch zu wenn die russische Verwahrstelle kein Gebühr für einen Umtausch erhebt. Zum einen ist die NSD sanktionert. Warum sollte sie vor dem 15.8. tauschen wenn Russland eh alle in Russland verwahrten ADR ab dem 15.08 zwangstauschen will. Warten wir es ab. Für weitere Informationen schaut bitte die Videos von SdK.
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Nino12, 05.08.2022 14:18 Uhr
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Die Banken machen eine einfache Risikoabschätzung. Welcher schaden ist größer? Die Verletzung von Sanktionen oder die Unterschlagung von Privateigentum. Offenbar ist für sie das Risiko von Sanktionen ein größeres Problem, daher auch diese Vorgehensweise. Die meisten Banken haben keine direkte Anbindung an Russland, sondern lassen sich indirekt durch Clearstream anbinden, indem Clearstream Konten eröffnet über die unsere Broker abwickeln können. Wenn das fehlt gibt es ein Problem, daher sind die meisten nur in der Lage an russische Depots zu übertragen. Konten bei russischen Verwahrstellen eröffnen kommt für sie wohl nicht in Frage. Bei Gazprom gibt es eigentlich keinen Zeitdruck. Das Problem ist nur, dass jetzt die automatische Umwandlung der ADRs bei russischen Verwahrstellen stattfindet. Für Ausländer gibt es bisher noch keinen Lösungsweg. Liegen die ADRs also nicht bei einer russischen Verwahrstelle werden sie nicht automatisch umgewandelt. Ich habe sie jetzt an die GPB geschickt, weil ich hoffe, dass sie nicht vorher durch die BNY gewandelt werden, sondern die automatische Umwandlung stattfindet sobald sie in Russland liegen und ich mir so die Gebühren spare. Wären bei mir 3000€. Bisher hat mir die Comdirect in der Rechnung nur 60€ angekündigt. Ob sie jetzt nur die ADRs transferieren oder sie vorher über BNY abwickeln weiß ich nicht. Ein Versuch war es wert.
P
Petersilie952, 05.08.2022 13:50 Uhr
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Soweit so klar und logisch nur warum dieser zeitdruck? Warum nicht lösungen wie ... zu diesem betrag wull ich nicht verkaufen und darum wandelt die bank geordnet für mich. Warum diese kunden unfreundlichkeit?
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Nino12, 05.08.2022 13:40 Uhr
1

Der kleine aber feine Unterschied ist doch folgender. Die Aktien liegen in Russland. Der "Westen" hat blockiert und verschlafen ADR-Nachfolge-Lösungen zu finden. Das hilft uns alles nicht weiter. Wenn ich die ADR behate habe ich Zeit gewonnen und mir ggf. noch andere Optionen gesichert, falls die ADR (Folgeprodukte sofern es sie gibt) wieder im Westen gehandelt werden. Als ADR-Inhaber habe ich ein Gläubigerrecht gegen den ADR-Ausgeber (hier Mellon) auf Umtausch einer bestimmten Anzahl von Aktien. Wenn ich die ADR nicht tausche, muss der ADR Ausgeber irgendwie für Ersatz sorgen. Umtausch mit Verkauf, Entschädigung. Im Falle von Sberbank hat sich der ADR Ausgeber JPMorgan verpflichtet die ADR zu tauschen und in einem angemessenen Zeitraum in einem geordneten Marktumfeld zu verkaufen. Die ADR-Ausgeber werden gar nicht handeln können, auch nicht in der festgesetzten Verkaufsfrist, da sie sanktioniert sind, keine Rubel in Fremdwährung konvertieren bzw. die Verkaufserlöse nicht in den Westen transferieren können. Faktisch sind unsere Vermögen bis auf weiteres (Aufhebung der Sanktionen) eingefroren. Mein Ansprechpartner bleibt aber immer noch der ADR-Ausgeber (wegen des Gläubiger-Rechts). Wenn sich irgendwann einmal die Erkenntnis durchsetzt, dass Russland beim Erwerb der ADR durch uns bereits den Gegenwert für die Aktien erhalten hat. Vielleicht kommt man dann zur Vernunft und ändert die ADR-Verträge. Vielleicht packt man auch die Aktien sogenannte Aktienanleihen (convertible Bonds). Vielleicht handelt man dann ein „solches Konstrukt“ auch an der westlichen Börse. Wenn ihr jetzt den eigenen Weg der Wandlung mit Depoteröffnung beschreitet verliert ihr die Gläubigerrechte, braucht einen russischen Broker, ein Konto. Dann kann muss jeder selbst ggf. über Klagen nach dem Investitionsschutzabkommen gegenüber Russland seine Rechte geltend machen. Wenn Russland die Aktien enteignet sind sie weg. Wenn ich die ADR behalte habe ich ggf. bei einer Enteignung noch einen Anspruch aus dem Hinterlegungsschein gegen über dem ADR-Ausgeber. Wenn ihr noch andere Aktien in euer Gazprom Depot übertragen wollt ist das im Moment mit Zusatzkosten verbunden, da Russland eine qualifizierte Kontenlegitimation vor Ort (ggf. auch über einen Anwalt oder Notar) benötigt. Das alles verursacht Kosten. Alles was über reine Wertpapier Übertragungen hinausgeht unterliegt meines Wissens auch den Sanktionen. Ihr habt auch ein Ausländer Handelsverbot und könnt den russische Währungsraum nicht verlassen, da Rubel die alleinige Handelswährung ist. Kurzum. Ich schließe mich den Worten eines Vortrags von Sdk (Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger) an. Keiner weiß heute zu sagen welche Handlungsweise "ex post" die Bessere gewesen ist. Tausch oder Behalt der ADR. Jeder muss für sich selbst entscheiden welchen Aufwand er treiben möchte. Das hängt auch ganz besonders von der Vermögenshöhe ab. Alles wie immer ohne mein Obligo.

Es wird keine Nachfolgeprodukte mehr geben. Die Kündigung des ADR Programms steht nicht erst seit diesem Jahr an. Das wurde die letzten Jahre bereits angedeutet, dass man sie kündigen will, um den eigenen Aktienmarkt zu stärken. Das was du da schreibst ist alles schön und gut, aber hat weder Hand noch Fuß. Es gibt keine Gläubigerrechte mehr vom Westen im Bezug auf Russland. Dem Westen sind deine paar Kröten egal. Die Logik nach der du beim Investitionsschutzabkommen handeln würdest, wäre die, das Russland oder der Westen sich dann um deine Rechte kümmert. Das würde aber auch bedeuten dass Russland von Anfang nicht den Plan einer Enteignung in Betracht zieht, sonst würden sie sich selbst nicht "haftbar" machen durch solche Gerichte. Dementsprechend wäre ein von Anfang an sofortiger Übertrag sinnvoller. Wenn Russland die Stammaktien enteignet, sind ihm die Investoren und der Westen als solches egal geworden. Dann macht eine Klage auch wenig Sinn. Eine Klage macht aber auch gegen die BNY wenig Sinn. Hast du dir den Vertrag zwischen der BNY und Gazprom angeschaut? Da wird praktisch alles ausgeschlossen, was möglich ist. Die Hülle der ADRs ist für Russland völlig egal. Sie können nach belieben enteignen und BNY stützt sich dann auf höhere Gewalt. Da lässt sich nichts klagen. Gerade aufgrund dieser Logik, habe ich keine bedenken dabei meine ADRs umzuwandeln und in Russland aufzubewahren, weil ich weiß, dass sie so oder so weg sind, wenn Russland es nur will.
P
Petersilie952, 05.08.2022 12:56 Uhr
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Wer setzt hier handlungsfristen? Wer animiert zum aktionismus? Warum?
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Det123, 05.08.2022 12:37 Uhr
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Die stammaktien liegen schon immer in Russland. Inwiefern ist der Westen erpressbarer, wenn die ADRs umgewandelt werden? Sie sind nur etwas wert aufgrund der hinterlegten Aktien. Wieso glaubt ihr, dass diese Stammaktien nur enteignet werden können wenn im Westen die ADRs aufgelöst werden. Das macht in meinen Augen wenig Sinn.

Der kleine aber feine Unterschied ist doch folgender. Die Aktien liegen in Russland. Der "Westen" hat blockiert und verschlafen ADR-Nachfolge-Lösungen zu finden. Das hilft uns alles nicht weiter. Wenn ich die ADR behate habe ich Zeit gewonnen und mir ggf. noch andere Optionen gesichert, falls die ADR (Folgeprodukte sofern es sie gibt) wieder im Westen gehandelt werden. Als ADR-Inhaber habe ich ein Gläubigerrecht gegen den ADR-Ausgeber (hier Mellon) auf Umtausch einer bestimmten Anzahl von Aktien. Wenn ich die ADR nicht tausche, muss der ADR Ausgeber irgendwie für Ersatz sorgen. Umtausch mit Verkauf, Entschädigung. Im Falle von Sberbank hat sich der ADR Ausgeber JPMorgan verpflichtet die ADR zu tauschen und in einem angemessenen Zeitraum in einem geordneten Marktumfeld zu verkaufen. Die ADR-Ausgeber werden gar nicht handeln können, auch nicht in der festgesetzten Verkaufsfrist, da sie sanktioniert sind, keine Rubel in Fremdwährung konvertieren bzw. die Verkaufserlöse nicht in den Westen transferieren können. Faktisch sind unsere Vermögen bis auf weiteres (Aufhebung der Sanktionen) eingefroren. Mein Ansprechpartner bleibt aber immer noch der ADR-Ausgeber (wegen des Gläubiger-Rechts). Wenn sich irgendwann einmal die Erkenntnis durchsetzt, dass Russland beim Erwerb der ADR durch uns bereits den Gegenwert für die Aktien erhalten hat. Vielleicht kommt man dann zur Vernunft und ändert die ADR-Verträge. Vielleicht packt man auch die Aktien sogenannte Aktienanleihen (convertible Bonds). Vielleicht handelt man dann ein „solches Konstrukt“ auch an der westlichen Börse. Wenn ihr jetzt den eigenen Weg der Wandlung mit Depoteröffnung beschreitet verliert ihr die Gläubigerrechte, braucht einen russischen Broker, ein Konto. Dann kann muss jeder selbst ggf. über Klagen nach dem Investitionsschutzabkommen gegenüber Russland seine Rechte geltend machen. Wenn Russland die Aktien enteignet sind sie weg. Wenn ich die ADR behalte habe ich ggf. bei einer Enteignung noch einen Anspruch aus dem Hinterlegungsschein gegen über dem ADR-Ausgeber. Wenn ihr noch andere Aktien in euer Gazprom Depot übertragen wollt ist das im Moment mit Zusatzkosten verbunden, da Russland eine qualifizierte Kontenlegitimation vor Ort (ggf. auch über einen Anwalt oder Notar) benötigt. Das alles verursacht Kosten. Alles was über reine Wertpapier Übertragungen hinausgeht unterliegt meines Wissens auch den Sanktionen. Ihr habt auch ein Ausländer Handelsverbot und könnt den russische Währungsraum nicht verlassen, da Rubel die alleinige Handelswährung ist. Kurzum. Ich schließe mich den Worten eines Vortrags von Sdk (Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger) an. Keiner weiß heute zu sagen welche Handlungsweise "ex post" die Bessere gewesen ist. Tausch oder Behalt der ADR. Jeder muss für sich selbst entscheiden welchen Aufwand er treiben möchte. Das hängt auch ganz besonders von der Vermögenshöhe ab. Alles wie immer ohne mein Obligo.
P
Petersilie952, 05.08.2022 12:09 Uhr
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Muss man jetzt ein depot bei der deutschen bank eröffnen, wenn seine bank das nicht anbietet und die db kümmert sich dann? Die comerzbank mit ihrer comdirect kümmert sich da weniger.
N
Nino12, 05.08.2022 12:01 Uhr
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Es gibt Banken die es möglich machen, die Aktien zu wandeln und weiterhin hier zu verwalten. Dafür ist eine Anbindung nach Russland nötig. Die deutsche Bank wird jetzt über Maxblue die ADRs wandeln und sie trotzdem hier in deutschen Depots belassen. So auch OnVista und TR und einige andere. Verwahrstelle ist hier die Citibank Moskau. Wie auch immer: Das Märchen einer Erpressbarkeit durch die Wandlung der ADRs ist Quatsch. Die ADRs werden aus Sicht von Russland nicht gewandelt, sondern aufgelöst. Die Stammaktien liegen ja ohnehin in Russland. Eine Enteignung wäre, wenn man geltendes Recht verstößt sehr einfach.
Berndbrot
Berndbrot, 05.08.2022 11:51 Uhr
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