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500 Millionen Verdachtsfälle

Wise-Aktie stürzt nach brisanten Enthüllungen ab 01.06.2026, 15:54 Uhr Jetzt kommentieren: 0

500 Millionen Verdachtsfälle: Wise-Aktie stürzt nach brisanten Enthüllungen ab
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Aktie verliert zweistellig

Die Papiere des britischen Zahlungsdienstleisters Wise sackten bis Montagmittag um fast 16 Prozent ab. Hintergrund sind Ermittlungen der belgischen Behörden, die sich mit der möglichen Nutzung von Wise-Konten durch mutmaßliche Kriminelle befassen.

Im Zentrum der Untersuchungen steht eine europäische Tochtergesellschaft des Unternehmens. Medienberichten zufolge wurden die Ermittlungen nach Rechtshilfeersuchen aus mehreren Ländern aufgenommen. Die Behörden prüfen dabei eine große Zahl auffälliger Geldbewegungen.

Verdacht auf Geldwäsche

Nach den vorliegenden Informationen geht es um mehr als 500 Millionen verdächtige Transaktionen. Die Ermittler untersuchen, ob Kriminelle die Infrastruktur von Wise für Geldwäscheaktivitäten genutzt haben könnten.

Wise betonte, dass das Unternehmen mit den Behörden zusammenarbeitet. Nach Angaben des Konzerns seien die Anfragen der Staatsanwaltschaft bislang nicht abgeschlossen. Konkrete Feststellungen oder Vorwürfe seien dem Unternehmen bisher nicht mitgeteilt worden.

Belgien als europäischer Knotenpunkt

Für die Ermittlungen spielt Belgien eine zentrale Rolle. Dort befindet sich der Sitz von Wise Europe, über den das Unternehmen sein Geschäft innerhalb der Europäischen Union abwickelt. Deshalb laufen die Untersuchungen bei der Brüsseler Staatsanwaltschaft zusammen.

Wise zählt weltweit rund 19 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Das Unternehmen bietet internationale Geldtransfers für Privatkunden und Unternehmen an und vertreibt zudem eine Visa-Debitkarte. Seit der Gründung im Jahr 2011 hat sich Wise zu einem wichtigen Anbieter im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr entwickelt.

Fokus auf den US-Markt

Erst Mitte Mai verlegte Wise sein Hauptbörsenlisting von London an die US-Technologiebörse Nasdaq. Unternehmenschef und Mitgründer Kristo Käärmann begründete den Schritt mit der wachsenden Bedeutung des amerikanischen Marktes. Die Zahl der Kunden in den USA legte zuletzt um 45 Prozent zu.

Trotz dieses Wachstums stammen bislang erst 18 Prozent der Erträge aus den Vereinigten Staaten. Großbritannien liegt weiterhin leicht darüber, während mehr als 30 Prozent der Erlöse im übrigen Europa erwirtschaftet werden. Seit dem Börsengang 2021 entwickelte sich die Aktie insgesamt eher verhalten und notiert aktuell nur rund 20 Prozent über dem Niveau kurz nach dem Debüt.

Kampf gegen Finanzkriminalität

Das Unternehmen verweist darauf, dass Finanzkriminalität zunehmend professioneller werde. Nach eigenen Angaben beschäftigt sich etwa ein Drittel der weltweit rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Maßnahmen zur Bekämpfung von Betrug, Geldwäsche und anderen kriminellen Aktivitäten.

Für Anleger bleibt nun entscheidend, ob die laufenden Ermittlungen zu konkreten Vorwürfen führen. Bis dahin dürfte die Unsicherheit rund um die Wise-Aktie hoch bleiben und für erhöhte Kursschwankungen sorgen.

Bn-Redaktion/ar
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