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E.ON

BMW-Flotte testet Stromnetz der Zukunft 31.05.2026, 13:54 Uhr Jetzt kommentieren: 0

BWM an einer Ladesäule
© Symbolbild erstellt von DALL-E
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E.ON 18,14 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Millionenprojekt soll bidirektionales Laden aus der Nische holen

E.ON treibt die Vernetzung von Energiewirtschaft und Elektromobilität weiter voran. Mit dem Forschungsprojekt „BDL Next“ will der Essener Energiekonzern den Weg für das bidirektionale Laden ebnen und Elektrofahrzeuge künftig stärker in die Stromversorgung integrieren. Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2027 soll die Technologie marktreif sein und für eine breite Nutzung zur Verfügung stehen.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird vom Bund mit mehr als elf Millionen Euro gefördert. Seit Mai 2026 befindet sich das Vorhaben in seiner entscheidenden Testphase. Dabei untersucht E.ON, wie Elektroautos nicht nur Strom aufnehmen, sondern bei Bedarf auch wieder ins Netz zurückspeisen können.

Zum Einsatz kommt eine Flotte von 20 BMW iX3, die als mobile Energiespeicher fungiert. Die Fahrzeuge sollen überschüssige Energie aufnehmen und in Zeiten erhöhter Nachfrage wieder bereitstellen. Dadurch könnte die Stabilität der Stromnetze verbessert und gleichzeitig der Eigenverbrauch von Solarstrom optimiert werden.

Zusätzliche Einnahmen für Fahrzeughalter im Fokus

Für Besitzer von Elektroautos eröffnet das Konzept neue wirtschaftliche Perspektiven. E.ON stellt jährliche Erträge von rund 720 Euro in Aussicht, wenn Fahrzeuge aktiv an den Energiemärkten teilnehmen und ihre Batteriekapazitäten flexibel zur Verfügung stellen.

Die Idee dahinter: Während das Auto den Großteil des Tages ohnehin steht, könnte die Batterie in dieser Zeit als Speicher genutzt werden. Netzbetreiber erhalten dadurch zusätzliche Flexibilität, während Fahrzeughalter potenziell von neuen Vergütungsmodellen profitieren.

Nach Angaben des Unternehmens könnten erste kommerzielle Angebote bereits im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Damit würde der Schritt von der Forschungsphase hin zu konkreten Geschäftsmodellen eingeleitet.

Energiewende erhöht Bedarf an flexiblen Speichern

Der Hintergrund für die Entwicklung liegt im rasanten Ausbau erneuerbarer Energien. Wind- und Solaranlagen liefern Strom wetterabhängig und damit nicht kontinuierlich. Um Schwankungen auszugleichen, werden flexible Speicherlösungen zunehmend wichtiger. E.ON positioniert sich in diesem Umfeld als Bindeglied zwischen Automobilherstellern, Netzbetreibern und Endkunden. Gelingt die technische und wirtschaftliche Umsetzung, könnten Millionen Elektrofahrzeuge künftig als dezentrale Speicherressourcen zur Verfügung stehen.

Auch an der Börse präsentiert sich das Unternehmen derzeit in einer vergleichsweise stabilen Verfassung. Die E.ON-Aktie hat seit Jahresbeginn rund zehn Prozent an Wert gewonnen und schloss am vergangenen Freitag bei 18,10 Euro. Damit nähert sich das Papier wieder seinem Jahreshoch von 20,30 Euro an.


Gleichzeitig bleibt das regulatorische Umfeld ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung. In der Branche wird intensiv über mögliche Subventionskürzungen diskutiert. Zudem hängt die breite Einführung bidirektionaler Ladelösungen maßgeblich davon ab, wie schnell regulatorische Hürden bei der Netzeinspeisung abgebaut werden. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen könnte die Technologie trotz ihres Potenzials zunächst auf einzelne Anwendungsbereiche begrenzt bleiben.

Während die technische Erprobung nun in die entscheidende Phase geht, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen, ob bidirektionales Laden den Sprung von einem Pilotprojekt zu einem zentralen Baustein der Energiewende schaffen kann.

Bn-Redaktion/aw
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