Airbus vor Krise

FCAS-Streit eskaliert dramatisch 07.11.2025, 17:38 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Airbus
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Kampfjet-Streit belastet Zukunftsprojekt FCAS

Der Luftfahrtkonzern Airbus sieht sich mit gleich zwei Gegenwinden konfrontiert – und beide treffen den europäischen Branchenprimus zur Unzeit. In Deutschland sorgt das stockende Rüstungsprojekt FCAS („Future Combat Air System“) für zunehmenden politischen Druck. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius betonte zwar kürzlich, bis Ende des Jahres eine Entscheidung zur Zukunft des deutsch-französisch-spanischen Vorhabens treffen zu wollen. Doch das für Oktober angesetzte Krisentreffen fand nicht statt – und der Konflikt um die Projektstruktur bleibt ungelöst.

Zentraler Streitpunkt: Die französische Dassault Aviation, die zusammen mit Airbus und der spanischen Indra eine gleichwertige Dreiteilung vorgesehen hatte, strebt laut Medienberichten eine dominierende Rolle mit einem Anteil von bis zu 80 Prozent an. Deutschland lehnt das kategorisch ab. Schon im Sommer hatte es aus Berlin geheißen: „Wir erwarten, dass sich Dassault an die bestehenden Vereinbarungen hält.“ Nun legte Pistorius nach: Dassault-Chef Éric Trappier spiele „eine offenkundig zentrale Rolle, zumindest in der öffentlichen Kommunikation“. Ein politisches Tauziehen, das die Glaubwürdigkeit des milliardenschweren Rüstungsprojekts zunehmend untergräbt.

Wizz Air streckt Abnahme – und stutzt Langstreckenorder

Auch aus dem zivilen Geschäft gibt es Rückschläge für Airbus. Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air kündigte eine tiefgreifende Anpassung ihrer Flugzeugbestellungen an. Demnach verschiebt sich die Auslieferung von 88 Flugzeugen, die ursprünglich bis zum Geschäftsjahr 2030 geplant waren, auf das Jahr 2033. Die Airline spricht von einem „nachhaltigeren und profitableren Verlauf des Kapazitätswachstums“ – ein klares Signal, dass der Bedarf nicht so schnell wächst wie erwartet.

Darüber hinaus wurde ein weiterer Einschnitt bekannt: Von den ursprünglich 47 bestellten Langstreckenjets des Typs A321XLR sollen nur noch 11 abgenommen werden. Die restlichen 36 Orders werden in das Standardmodell A321neo umgewandelt. Zwar bleibt die Gesamtbestellung mit 273 Maschinen formal bestehen, doch die Umverteilung und zeitliche Streckung stellen für Airbus einen empfindlichen Rückschlag dar – zumal der Konzern ohnehin mit Lieferkettenengpässen und Produktionsproblemen zu kämpfen hat.

Börse zeigt sich nervös – Nachfrage wackelt

Die Märkte reagierten prompt auf die zweifache Belastung. Die Airbus-Aktie verlor am Freitag auf XETRA 0,24 Prozent und schloss bei 208,05 Euro. Auch Wizz Air musste Federn lassen: In London fiel die Aktie um 0,85 Prozent auf 9,99 Pfund.

Für Airbus verdichten sich die Herausforderungen. Das FCAS-Projekt gilt als strategisch entscheidend für die militärische Luftfahrt Europas. Ab 2040 soll es den Eurofighter ablösen – verbunden mit Entwicklungskosten im dreistelligen Milliardenbereich. Doch der zunehmende Streit zwischen den Partnern wirft Schatten auf die Zukunft des Programms. Pistorius zeigt sich entschlossen: Bis Jahresende müsse eine Entscheidung her, „ganz egal, wie die aussieht“.

Bn-Redaktion/aw
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