Allianz Trade überrascht

36 Heraufstufungen 16.02.2026, 16:45 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Allianz Arena
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Allianz 350,10 EUR +0,06 % Lang & Schwarz

36 Heraufstufungen senden positives Signal

Der aktuelle Länderrisikoatlas 2026 von Allianz Trade liefert auf den ersten Blick eine überraschend robuste Momentaufnahme der Weltwirtschaft. Trotz anhaltender Handelskonflikte und geopolitischer Spannungen sind die globalen Länderrisiken insgesamt gesunken. Von den 83 untersuchten Staaten, die zusammen rund 94 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts abdecken, wurden 36 Länder heraufgestuft, lediglich 14 erhielten eine schlechtere Bewertung.

„Sinkende globale Länderrisiken sind zunächst eine sehr gute Nachricht für die exportorientierte deutsche Wirtschaft“, erklärt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Rückenwind kommt insbesondere aus vielen Schwellenländern, in denen sich die Finanzierungsbedingungen verbessert haben und lokale Währungen aufwerteten. In Teilen Europas und Asiens sorgen rückläufige Inflationsraten sowie stabilere politische Rahmenbedingungen für zusätzliche Widerstandskraft. Staaten wie Argentinien, Ecuador, Italien, Spanien und die Türkei zählen zu den Profiteuren dieser Entwicklung.

Herabstufungen treffen zentrale Handelspartner

Bei genauerer Betrachtung offenbart sich jedoch eine differenzierte Lage. Die Zahl der Herabstufungen hat sich im Vergleich zu 2025 nahezu verdreifacht. Unter den 14 betroffenen Ländern befinden sich mit Frankreich, Belgien und den USA ausgerechnet drei zentrale Absatzmärkte deutscher Unternehmen. Alle drei wurden von AA1 auf A1 zurückgestuft.

Diese Abstufungen betreffen Volkswirtschaften, die zusammen rund ein Fünftel der deutschen Exporte ausmachen. „Es bleibt also komplex“, betont Bogaerts. Zwar signalisiere die neue Einstufung weiterhin ein insgesamt niedriges Länderrisiko, sie verweise jedoch auf anhaltende und erhebliche mittelfristige Risiken für Unternehmen.

Insgesamt repräsentieren die sieben Märkte mit verschlechtertem mittelfristigem Umfeld – darunter auch Brasilien – etwa ein Drittel des globalen Bruttoinlandsprodukts. Damit ist das wirtschaftliche Gewicht der Problemfälle rund zehnmal so hoch wie das der Länder mit verbesserten Perspektiven. Für international tätige Konzerne verschiebt sich damit der Risikoschwerpunkt spürbar.

Unternehmen stehen vor komplexer Gemengelage

Die Bewertungen basieren auf einem hauseigenen Modell mit 17 kurzfristigen und 18 mittelfristigen Indikatoren, das quartalsweise aktualisiert wird. Analysiert werden ökonomische, politische und geschäftliche Rahmenbedingungen ebenso wie Nachhaltigkeitsfaktoren, die Einfluss auf das Zahlungsausfallrisiko haben.

CEO Aylin Somersan Coqui ordnet die Lage deutlich ein: „Die Weltwirtschaft durchläuft eine der turbulentesten Phasen seit Jahrzehnten.“ Künstliche Intelligenz, demografische Verschiebungen, Klimarisiken und Handelskonflikte wirkten gleichzeitig und verstärkten sich teilweise gegenseitig. Unternehmen seien daher gefordert, länderspezifische Strategien zu verfolgen und Transfer- sowie Konvertibilitätsrisiken, fiskalische Entwicklungen und Handelsbarrieren kontinuierlich im Blick zu behalten.

Für Allianz Trade sind solche Analysen Teil des Kerngeschäfts. Der Kreditversicherer beobachtet täglich über 83 Millionen Unternehmen weltweit und erzielte im vergangenen Jahr einen konsolidierten Umsatz von 3,8 Milliarden Euro. Der Länderrisikoatlas 2026 zeigt: Das globale Umfeld stabilisiert sich in der Breite, doch unter der Oberfläche entstehen neue Risikoverschiebungen – gerade in wirtschaftlich gewichtigen Kernmärkten.

Bn-Redaktion/aw
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