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Ausblick gekappt

SUSS MicroTec bricht zweistellig ein 27.10.2026, 09:46 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Ausblick gekappt: SUSS MicroTec bricht zweistellig ein
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SUESS MicroTec 46,90 EUR -11,26 % Lang & Schwarz
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Die Aktie des Halbleiterausrüsters SUSS MicroTec ist am Dienstagvormittag um mehr als elf Prozent eingebrochen. Auslöser ist eine gesenkte Jahresprognose: Weil das Unternehmen seine Fertigung in Garching aufgibt und einzelne Komponenten knapp sind, rechnet es 2026 mit weniger Umsatz und einer deutlich schmaleren Marge. Zuletzt kostete das Papier 46,85 Euro, nachdem es zwischenzeitlich bis auf 45,56 Euro gefallen war – die Erholung vom Wochenstart ist damit mehr als aufgezehrt.

Umsatzziel um bis zu 60 Millionen Euro gesenkt

Statt bisher 425 bis 485 Millionen Euro erwartet SUSS für das laufende Geschäftsjahr nur noch Erlöse zwischen 405 und 425 Millionen Euro. Die EBIT-Marge soll bei 5 bis 7 Prozent liegen, zuvor hatte der Vorstand 8 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt. Einzig an der Bruttomarge von 35 bis 37 Prozent hält das Unternehmen fest. Zum Vergleich: 2025 hatte SUSS rund 503 Millionen Euro umgesetzt und eine EBIT-Marge von gut 13 Prozent erzielt – das ohnehin als Übergangsjahr geplante 2026 fällt damit noch flacher aus.

Unter Aktionären ist der Ton entsprechend gereizt. Umsatzprognose gesenkt, Gewinnprognose gesenkt, dazu eine Produktionsverlagerung – die Häufung schlechter Nachrichten wird mit bissigem Spott quittiert. Dazu kommt die Erwartung, dass die Banken ihre Kursziele nun zügig nach unten anpassen dürften.

Fertigung wandert nach Taiwan und Sternenfels

Hinter der Senkung steht vor allem der Umbau der Produktion. Die Mask Aligner, Belichtungsanlagen für die Chipfertigung, sollen künftig im taiwanischen Zhubei gebaut werden, die Modulfertigung zieht ins württembergische Sternenfels. In Garching endet die Produktion, rund 70 Stellen sind betroffen. Die Einmalkosten beziffert SUSS auf rund 6,2 Millionen Euro, davon etwa 4,5 Millionen Euro noch in diesem Jahr. Hinzu kommen Umsätze, die sich durch den Umzug verzögern, sowie eine angespannte Liefersituation bei einzelnen Komponenten, die Erlöse ins Jahr 2027 verschieben dürfte. Das Management betont dagegen, die Nachfrage sei unverändert stark, das Orderbuch habe im dritten Quartal sogar einen Höchststand erreicht.

Aus Anlegersicht scheiden sich genau hier die Lesarten. Auf den ersten Blick wirke die Mitteilung klar negativ, die Bündelung der Fertigung könne das Geschäft auf Dauer aber spürbar voranbringen:

Für mich liest sich die Mitteilung im ersten Moment natürlich sehr negativ. Jedoch könnte es in Zukunft dadurch deutlich besser laufen.

In dieselbe Richtung zielt der Einwand, das Jahr 2026 sei ohnehin nicht entscheidend. Für 2027 hat SUSS bislang rund 630 Millionen Euro Umsatz und eine EBIT-Marge von mehr als 15 Prozent als Ziel ausgegeben. Ob diese Marke nach den angekündigten Verschiebungen zu halten ist, dürfte spätestens mit der Quartalsmitteilung am 5. November zum Thema werden. Die Stimmung bleibt damit zweigeteilt: kurzfristig enttäuscht, mit Blick auf das gut gefüllte Orderbuch aber nicht ohne Zuversicht.

Vom Jahreshoch mehr als halbiert

Der Kurssturz trifft eine Aktie, die ohnehin angeschlagen ist. Vom Jahreshoch bei knapp 114 Euro hat sich der Kurs mehr als halbiert. Getragen hatte die Rally die Fantasie rund um künstliche Intelligenz: SUSS liefert unter anderem Anlagen für das sogenannte Temporary Bonding, das bei der Fertigung von HBM-Speicherchips für KI-Beschleuniger zum Einsatz kommt. Seit Wochen bröckeln Halbleiterwerte jedoch, Mitte Oktober zog ein Ausverkauf im Chipsektor auch SUSS nach unten.

Unter Anlegern wird der Einbruch deshalb nicht als Einzelereignis gesehen: Die Aktie falle schon seit mehr als drei Wochen, und das kräftige Plus vom Montag, als der Kurs um knapp 7 Prozent zulegte, sei schlagartig wieder verpufft. Dass sich das Papier vom Tagestief etwas lösen konnte, wird zwar registriert, als Wende gilt die leichte Gegenbewegung aber nicht. Bis zu den Quartalszahlen in gut einer Woche dürfte die Frage im Raum stehen, wie viel des gesenkten Ausblicks bereits im Kurs steckt.

Bn-Redaktion/sb
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