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Ghanas Goldrausch

Goldabbau bedroht Kakao und Trinkwasser 26.10.2026, 17:02 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Ghanas Goldrausch: Goldabbau bedroht Kakao und Trinkwasser
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Kakaoanbau verliert wertvolle Flächen

Ghana ist der zweitgrößte Kakaoproduzent der Welt. Doch illegale Goldsucher bieten landwirtschaftlichen Familien hohe Summen für ihre Flächen. Wo zuvor Kakaobäume standen, entstehen tiefe Fördergruben. Viele Menschen wechseln selbst vom Kakaoanbau zur Goldsuche, obwohl die Arbeit erhebliche Risiken birgt. Neben Plantagen werden tropische Regenwälder und geschützte Waldgebiete gerodet. Dadurch verschwinden Ökosysteme und wichtige CO2-Speicher. Die Zerstörung trifft auch Familien, die ihre Farmen behalten und weiterhin Landwirtschaft betreiben möchten.

Verschmutzte Flüsse erschweren die Bewässerung

Der 22 Jahre alte Kakaobauer Edwin Ntaah will später die Farm seiner Eltern übernehmen. Seine Familie lehnte deshalb ein Angebot von Goldsuchern ab. Trotzdem spürt sie bereits die Folgen umliegender Minen. Einen benachbarten Fluss kann sie nicht mehr zur Bewässerung nutzen. Stattdessen muss Wasser zur Plantage transportiert werden. „Es ist sehr aufwändig, aber es ist die einzige Möglichkeit, denn der Fluss ist voller Dreck und Chemikalien.“ Die zusätzliche Arbeit erschwert den Erhalt der landwirtschaftlichen Lebensgrundlage.

Quecksilber belastet die Umwelt

Für die Goldgewinnung wird Flusswasser in die Minen gepumpt. Starke Wasserstrahlen tragen Erde ab, anschließend läuft der Schlamm über Rutschen mit Matten, in denen goldhaltige Bestandteile hängen bleiben. Das zurückfließende Wasser transportiert Sedimente und Schwebstoffe in die Gewässer. Häufig wird außerdem Quecksilber eingesetzt, um Gold von anderen Bestandteilen zu trennen. Beim Erhitzen der Verbindung entweicht das Schwermetall ungefiltert in die Umwelt. Hinzu kommen tödliche Arbeitsunfälle, wenn instabile Minen während der Förderung einstürzen.

Grundwasser gerät zunehmend unter Druck

Dr. Evans Manu, der für die TU Darmstadt zur Wasserversorgung in Ghana forscht, beobachtet seit zehn Jahren eine zunehmende Flussverschmutzung. Er warnt: „Ghanas nächste Wasserkrise wird unter der Erde sein: Immer mehr verschmutztes Wasser von der Oberfläche gelangt ins Grundwasser.“ Zusätzlich steigen durch die Erderwärmung die Wassertemperaturen, wodurch der Sauerstoffgehalt sinkt. Der staatliche Wasserversorger hält deshalb selbst Trinkwasserimporte in den kommenden Jahren für möglich. Die Schäden betreffen damit weit mehr als die unmittelbaren Abbaugebiete.

Gold zwischen Marktwert und Folgekosten

Der Rohstoff Gold wird unter der ISIN XC0009655157 und der WKN 965515 geführt. Internationale Preisangaben erfolgen üblicherweise in US-Dollar je Feinunze. Rohstoffkurs Die Situation in Ghana verdeutlicht, welche wirtschaftlichen Folgekosten mit illegaler Förderung verbunden sind. Den erhofften Einnahmen aus dem Edelmetall stehen zerstörte Anbauflächen, zusätzliche Bewässerungskosten und gefährdete Trinkwasserressourcen gegenüber. Für betroffene Familien bedeutet der Goldabbau deshalb einen Konflikt zwischen kurzfristigen Verdienstmöglichkeiten und dem langfristigen Erhalt ihrer Lebensgrundlagen.

Bn-Redaktion/ar
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