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Streit im VW-Konzern

Audi-Chef nach Trump-Auftritt unter Druck 26.10.2026, 16:24 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Streit im VW-Konzern: Audi-Chef nach Trump-Auftritt unter Druck
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Audi plant Milliardeninvestition in den USA

Volkswagen-Tochter Audi will im US-Bundesstaat Georgia ein neues Automobilwerk errichten. Geplant sind Investitionen von vier Milliarden Dollar (umgerechnet rund 3,6 Milliarden Euro) und die Schaffung von 4.500 Arbeitsplätzen. Am Standort Perry sollen jährlich bis zu 200.000 SUVs der Modelle Q7, Q8 und Q9 produziert werden, die bislang im slowakischen Bratislava gefertigt werden. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, die Produktion soll Anfang der 2030er-Jahre anlaufen. Die Ankündigung erfolgte am Samstag im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump.

Betriebsrat erhebt schwere Vorwürfe

Besonders umstritten ist der gemeinsame Bühnenauftritt von Trump und Döllner. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo warf dem Audi-Chef „aktive Wahlkampfhilfe“ vor. Auch IG-Metall-Chefin Christiane Benner bezeichnete sein Verhalten als „politisch inakzeptabel“. Cavallo kritisierte darüber hinaus den gesamten Volkswagen-Konzernvorstand um Oliver Blume und warf der Unternehmensführung vor, sich für eine politische Inszenierung instrumentalisieren zu lassen. Döllner ist neben seiner Funktion als Audi-Vorstandsvorsitzender auch Mitglied des Volkswagen-Konzernvorstands. Die Kritik richtet sich damit unmittelbar gegen die Führung des Mutterkonzerns.

Möglicher Verstoß gegen interne Konzernregeln

Zusätzliche Brisanz erhält die Angelegenheit durch Audis eigene Richtlinien zur politischen Neutralität. Diese untersagen öffentlichkeitswirksame Termine mit zur Wahl stehenden Politikern innerhalb der letzten drei Monate vor Wahlen. Angesichts der bevorstehenden US-Zwischenwahlen am 3. November sehen Cavallo und Benner darin einen Regelverstoß. Ob Döllners Auftritt tatsächlich gegen die Vorgaben verstößt, ist bislang nicht abschließend geklärt. Der Audi-Chef verteidigte seine Teilnahme mit den Worten: „Wenn der amerikanische Präsident Sie einlädt, dann nehmen Sie diese Einladung an.“

Auch Politiker fordern Konsequenzen

SPD-Verkehrsexpertin Isabel Cademartori kritisierte den Auftritt ebenfalls als Wahlkampfhilfe. Linken-Chef Luigi Pantisano forderte sogar den Rücktritt des Audi-Vorstandsvorsitzenden. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies bezeichnete eine Wahlkampfveranstaltung als ungeeigneten Rahmen für die Ankündigung einer solchen Investition. Zugleich verwies er auf die wirtschaftliche Bedeutung des US-Marktes für Volkswagen. Der geplante Werksbau müsse allerdings auch den deutschen Standorten zugutekommen. Hintergrund sind die anhaltenden Diskussionen über Einsparungen, Beschäftigungssicherung und mögliche Werksschließungen innerhalb des Konzerns.

Milliardenprojekt betrifft auch Volkswagen-Aktionäre

Über den Bau des neuen Werks muss der Volkswagen-Aufsichtsrat noch entscheiden. Die Arbeitnehmervertreter verlangen zuvor Klarheit über die Folgen für die deutschen Standorte Ingolstadt und Neckarsulm sowie über mögliche Zollerleichterungen in den USA. Wirtschaftlich könnte eine stärkere US-Produktion die hohen Importzollbelastungen reduzieren. Für Anleger ist die Entwicklung über die Volkswagen-Aktie relevant. Audi ist seit dem Squeeze-out im Jahr 2020 nicht mehr eigenständig börsennotiert und gehört zu 100 Prozent Volkswagen. Die Volkswagen-Vorzugsaktie notierte am Montag gegen 16:16 Uhr bei 69,29 Euro und damit 0,36 Prozent im Plus.

Bn-Redaktion/ar
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