Boeing im Lieferketten-Chaos

Milliardenlast für Airlines 06.02.2026, 13:26 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Boeing
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Flugzeuge bleiben länger im Einsatz als geplant

Da Auslieferungen von Boeing und Airbus weiterhin hinter den ursprünglichen Zeitplänen zurückbleiben, sehen sich viele Fluggesellschaften gezwungen, ihre bestehenden Maschinen deutlich länger zu betreiben als vorgesehen. Im Durchschnitt bleiben Flugzeuge derzeit rund zwei Jahre länger im aktiven Dienst. Dieser Umstand treibt die Kosten erheblich nach oben. Allein im Jahr 2025 summierten sich die zusätzlichen Ausgaben für Treibstoff, Wartung und Ersatzteile auf geschätzte 11 Milliarden Dollar.

Der Frust in der Branche wächst. Willie Walsh, Chef des internationalen Luftfahrtverbands IATA, findet ungewöhnlich klare Worte: „Es ist wirklich an der Zeit, dass diese Schlüsselzulieferer ihre Angelegenheiten in Ordnung bringen.“ Die Aussage verdeutlicht, wie stark die Geduld der Airlines strapaziert wird – zumal viele Probleme längst als überwunden galten.

Titan-Knappheit legt Produktionsketten lahm

Ein zentrales Nadelöhr liegt tief in den Lieferketten der Flugzeughersteller. Triebwerksproduzenten kämpfen mit Engpässen bei essenziellen Materialien wie Titan und Nickelrohren. Besonders gravierend wirkt sich der Wegfall russischer Lieferungen aus. Vor dem Krieg in der Ukraine stammte rund die Hälfte des weltweit verfügbaren Titans aus Russland. Diese Quelle ist seitdem weitgehend versiegt.

Die Auswirkungen zeigen sich deutlich in den Lieferzeiten. Während Titan vor der Pandemie noch mit einer Vorlaufzeit von etwa 20 Wochen verfügbar war, liegen die Lieferzeiten aktuell bei 50 bis 60 Wochen. Paul Wingfield von Future Metals beschreibt die Lage nüchtern: „Die Hersteller können nicht genug produzieren, um aufzuholen, weil sie vier Jahre lang die Produktion gestoppt hatten.“ Wenn nun alle Beteiligten gleichzeitig wieder hochfahren wollen, stößt der Markt schlicht an physische Grenzen.

Großaufträge stehen bereit – Lieferfähigkeit bleibt entscheidend

Trotz der anhaltenden Schwierigkeiten ist die Nachfrage nach neuen Flugzeugen ungebrochen. Ein besonders prominentes Beispiel liefert die staatliche saudi-arabische Fluggesellschaft Saudia. Der Carrier führt Gespräche mit Boeing und Airbus über einen möglichen Großauftrag von mindestens 150 Jets, darunter Narrow- und Widebody-Maschinen. Sollte es zu einem Abschluss kommen, wäre es die größte Bestellung in der Geschichte der Airline.

Saudia hatte bereits 2023 mehr als 36 Boeing 787 Dreamliner bestellt und sich Optionen auf weitere zehn Flugzeuge gesichert. Die aktuellen Gespräche befinden sich noch in einem frühen Stadium und könnten auch ohne Ergebnis enden. Dennoch unterstreichen sie die robuste Grundnachfrage im Markt.

Das Bild bleibt widersprüchlich: Auftragsbücher sind gut gefüllt, der Bedarf an neuen, effizienteren Flugzeugen ist vorhanden. Doch solange Boeing und seine Zulieferer mit Materialknappheit und Produktionsengpässen kämpfen, bleibt die Lücke zwischen Nachfrage und tatsächlicher Auslieferung ein zentrales Problem der globalen Luftfahrt.

Bn-Redaktion/aw
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