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Eine Tonne pro Woche

Krypto-Gigant kauft heimlich massiv Gold 28.01.2026, 10:18 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Goldbarren
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Gold als Schutzschild: Wie ein Krypto-Gigant Zentralbanken herausfordert

Wöchentlich über eine Tonne Gold, streng bewacht in einem ehemaligen Atomschutzbunker in der Schweiz – was wie ein James-Bond-Szenario klingt, ist Realität bei Tether Holdings. Das Krypto-Unternehmen besitzt heute die größte bekannte Goldreserve außerhalb von Banken und Staaten: rund 140 Tonnen im Wert von etwa 24 Milliarden US-Dollar. Der rasante Einstieg in den Edelmetallmarkt erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem Goldpreise auf Rekordniveau klettern – mit Kursen über 5.200 US-Dollar je Unze.

Milliarden-Goldkäufe als neue Marktstrategie

Im vergangenen Jahr hat Tether laut Berechnungen über 70 Tonnen Gold erworben – mehr als fast jede einzelne Zentralbank, abgesehen von Polen mit 102 Tonnen. Nur die drei größten börsengehandelten Goldfonds (ETFs) kauften mehr. Diese Strategie spiegelt eine grundsätzliche Skepsis gegenüber staatlichen Währungen wider. „Wir werden bald so etwas wie eine der größten Gold-Zentralbanken der Welt“, erklärte CEO Paolo Ardoino.

Der physische Besitz sei entscheidend – so sehr, dass Tether das Gold selbst in einem Hochsicherheitsbunker lagert, geschützt durch meterdicke Stahltüren. Der Ort sei „wie aus einem James-Bond-Film“, so Ardoino. Wöchentlich kauft das Unternehmen ein bis zwei Tonnen – und plant, dieses Tempo beizubehalten.

Goldhandel statt Dollarbindung: Tether denkt wie eine Notenbank

Neben der reinen Lagerung will Tether in den Goldhandel einsteigen und sich mit Banken wie JPMorgan oder HSBC messen. Um das umzusetzen, wurden kürzlich zwei Top-Goldhändler von HSBC abgeworben. „Wir brauchen das beste Handelssystem für Gold weltweit“, so Ardoino. Auch Arbitrage-Geschäfte gehören zu den Plänen.

Gleichzeitig investiert Tether in Gold-Royalty-Unternehmen und hält Beteiligungen an nahezu allen mittelgroßen börsennotierten Playern in Kanada – darunter Elemental, Metalla und Gold Royalty Corp.

Über den Stablecoin USDT, gedeckt durch Vermögenswerte wie US-Staatsanleihen und Gold, erzielt Tether Milliarden an Zinserträgen. Doch die zunehmende Goldausrichtung birgt auch Risiken: S&P Global stufte USDT im November mit „schwacher Stabilität“ ein – aufgrund der wachsenden Exponierung in hochriskanten Assets wie Bitcoin und Gold.

Trotzdem zahlt sich die Goldwette bisher aus: Der Goldpreis legte 2025 um 65 % zu – auch wegen Tethers Rolle als „signifikanter neuer Käufer“, wie Analysten von Jefferies betonten.

Token statt Barren: Gold digital gedacht

Tether hat mit XAUT einen eigenen goldgedeckten Token im Wert von 2,7 Milliarden US-Dollar ausgegeben, gedeckt durch 16 Tonnen physisches Gold. Eine kleinere Variante namens Scudo folgte. Ardoino rechnet damit, dass XAUT bis Ende des Jahres ein Volumen von bis zu 10 Milliarden US-Dollar erreichen könnte – mit entsprechend weiterem Goldbedarf von über einer Tonne pro Woche.

Langfristig sieht er auch geopolitische Auswirkungen: Länder könnten goldgedeckte Token als Alternative zum US-Dollar einführen. „Jede BRICS-Zentralbank kauft Gold“, sagte Ardoino. Und Nutzer aus Schwellenländern – Tethers Kernkundschaft – setzen seit jeher auf Gold als Inflationsschutz.

Bn-Redaktion/ts
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