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Erst Abverkauf

PayPal dreht nach Zahlen ins Plus 27.10.2026, 13:18 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Erst Abverkauf: PayPal dreht nach Zahlen ins Plus
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Bei PayPal kippte die Stimmung nach Vorlage der Quartalszahlen binnen gut einer Stunde gleich zweimal. Zunächst rutschte die Aktie um gut 4 Prozent auf 46,78 Euro ab, inzwischen hat sie das Minus mehr als wettgemacht und notiert mehr als 2 Prozent fester bei rund 50 Euro. Unter Aktionären ist damit eine Grundsatzdebatte entbrannt: Wie viel des Gewinnwachstums verdankt der Zahlungsdienstleister eigener Stärke – und wie viel den milliardenschweren Aktienrückkäufen?

Gewinn schlägt die Erwartungen, Umsatz nicht

Der Konzern lieferte ein zweigeteiltes Bild. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg im dritten Quartal um 8 Prozent auf 1,45 US-Dollar, Analysten hatten im Schnitt lediglich rund 1,31 Dollar erwartet. Der Umsatz legte dagegen nur um 2 Prozent auf 8,58 Milliarden Dollar zu und blieb damit hinter den Schätzungen von gut 8,7 Milliarden Dollar zurück. Das Zahlungsvolumen wuchs um 6 Prozent auf 487 Milliarden Dollar, die Zahl der aktiven Konten trat bei 440 Millionen nahezu auf der Stelle. Nach den strengeren GAAP-Regeln sank der Gewinn je Aktie sogar um 4 Prozent auf 1,25 Dollar.

Genau diese Schieflage prägt die Reaktionen der Anleger. Mehrere Aktionäre stören sich am schwachen Umsatz: Es gelinge PayPal offenbar weiterhin nicht, das Wachstum anzukurbeln, und ein bloßes „gut“ reiche nach den zähen vergangenen Quartalen nicht aus. Wer die Erwartungen ohnehin niedrig angesetzt hatte, zeigt sich dagegen zufrieden – die Zahlen seien solide erfüllt, der freie Mittelzufluss beständig hoch. Der Grundton bleibt abwartend.

Milliarden für eigene Aktien

Im Zentrum der Debatte stehen die Aktienrückkäufe. Allein im dritten Quartal kaufte PayPal rund 28 Millionen eigene Aktien für 1,5 Milliarden Dollar zurück, binnen zwölf Monaten waren es etwa 117 Millionen Papiere für 6 Milliarden Dollar. Weil sich der Gewinn auf immer weniger Aktien verteilt, steigt der Gewinn je Aktie deutlich schneller als der Umsatz. Aus Sicht der Kritiker ist das vor allem Finanztechnik: Höhere Bewertungen ließen sich nur mit organischem Wachstum rechtfertigen, nicht mit einem schrumpfenden Aktienbestand. Zudem wird eingewandt, ein Teil der zurückgekauften Aktien fließe als Vergütung wieder hinaus.

Dass der Gewinn pro Aktie trotzdem um 8% steigt, liegt einzig daran, dass PayPal für Milliarden eigene Aktien aufkauft und vernichtet - der kleinere Gewinn wird also nur auf weniger Aktien verteilt. Operatives Wachstum sieht anders aus.

Ganz so einfach sehen es die Befürworter nicht. Auch die Transaktionsmarge sei gestiegen, ebenso der bereinigte operative Gewinn – beides habe mit Rückkäufen nichts zu tun. Wer hohe Mittelzuflüsse erwirtschafte und eigene Aktien zu einer niedrigen Bewertung zurückkaufe, schaffe durchaus Wert für die verbleibenden Aktionäre, lautet das Gegenargument. Die Fronten bleiben verhärtet.

Lores peilt zweistelliges Gewinnwachstum an

Konzernchef Enrique Lores wertet die Zahlen als Beleg, dass der Umbau zu greifen beginne. PayPal hob die Jahresprognose für den bereinigten Gewinn je Aktie von rund 5,38 auf etwa 5,60 Dollar an, für das Schlussquartal werden rund 1,43 Dollar angepeilt. Mittelfristig strebt das Management ein zweistelliges Wachstum beim Gewinn je Aktie an. Bis Ende 2026 sollen jährliche Einsparungen von 700 Millionen Dollar erreicht sein, unter anderem durch den Abbau von mehr als 2.000 Stellen. Künftig will PayPal wieder stärker in das Endkundengeschäft rund um Venmo investieren. Zudem kündigte der Konzern eine weitere Quartalsdividende von 0,14 Dollar je Aktie an.

Auf Aktionärsseite hält sich die Begeisterung über den Ausblick in Grenzen. Schon vor den Zahlen war die Sorge zu hören, 2027 könnte zu einem weiteren Übergangsjahr erklärt werden. Als Schwachstelle gilt zudem der klassische Bezahlknopf im Online-Handel, dessen Wachstum kaum vom Fleck komme. Die Anleger-Stimmung schwankt damit zwischen Ernüchterung über das schwache Wachstum und vorsichtiger Hoffnung, dass der Umbau die Marge stabilisieren könnte. Ob die Kurserholung Bestand hat, dürfte sich spätestens nach dem Handelsstart an der Wall Street zeigen.

Bn-Redaktion/sb
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