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China-Bremse

Mercedes streicht Gewinnplus 27.10.2026, 12:44 Uhr Jetzt kommentieren: 0

China-Bremse: Mercedes streicht Gewinnplus
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Name Aktuell Diff. Börse
Mercedes-Benz Group 39,89 EUR -3,41 % Lang & Schwarz
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Die Krise in China reißt ein tiefes Loch in die Gewinnplanung von Mercedes-Benz. Der Autobauer hat am Dienstagvormittag überraschend seine Jahresprognose gesenkt und verweist auf ein zunehmend schwieriges Marktumfeld in der Volksrepublik sowie auf höhere Kosten im vierten Quartal. Die Aktie hat ihr anfängliches Minus von rund vier Prozent inzwischen leicht ausgeweitet und verliert 4,4 Prozent auf 39,57 Euro. Unter Aktionären herrscht spürbare Ernüchterung.

China-Absatz schrumpft um fast ein Drittel

Wie schwer das China-Geschäft wiegt, zeigten bereits die Absatzzahlen des dritten Quartals: In China lieferte Mercedes nur noch 86.800 Pkw aus, 31 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Weltweit sank der Pkw-Absatz um 8 Prozent auf 407.200 Fahrzeuge – obwohl die Verkäufe in Europa um 5 Prozent und in den USA um 6 Prozent zulegten. Der Konzern nannte als Gründe einen härteren Wettbewerb und eine schwache Nachfrage im Premiumsegment.

Nun schlägt die Flaute auf die Ziele durch: Im Pkw-Geschäft soll die bereinigte Umsatzrendite 2026 nur noch 2 bis 3 Prozent erreichen statt der bisher angepeilten 3 bis 5 Prozent. Im dritten Quartal lag sie bei 2,5 Prozent, nach 4,8 Prozent ein Jahr zuvor. Aus Anlegersicht ist die Prognosesenkung allerdings mehr als ein China-Problem. Sie wird als Symptom einer Branche gelesen, deren beste Jahre vorbei seien.

Ich schätze mal, das geht nun reihenweise so weiter. Deutschlands Autoindustrie hat doch weitgehend fertig, was Produktion angeht.

Die Zahlen des Konzerns stützen zumindest einen Teil dieser Sorge: Die Zuwächse in Europa und den USA reichen derzeit nicht aus, um den Einbruch in China auszugleichen – auch nicht der Rekordabsatz bei Elektroautos. Die Stimmung zu diesem Punkt fällt entsprechend pessimistisch aus.

Weniger Spielraum für Aktienrückkäufe

Besonders genau achten Investoren auf den freien Mittelzufluss aus dem Industriegeschäft, denn aus überschüssigen Mitteln finanziert Mercedes nach der Dividende regelmäßig Aktienrückkäufe. Dieser Wert soll 2026 nun deutlich statt nur leicht unter dem Vorjahr liegen. Im dritten Quartal flossen lediglich 172 Millionen Euro zu, am Markt waren rund 422 Millionen Euro erwartet worden. Das Konzern-Ebit soll im Gesamtjahr nur noch das Vorjahresniveau erreichen, obwohl 2025 hohe Kosten für den Stellenabbau belastet hatten. Im Quartal lag es mit 1,77 Milliarden Euro zwar über den erwarteten 1,6 Milliarden Euro – an der schwächeren Jahresperspektive ändert das wenig.

Verschärft wird der Druck aus China durch steigende Kosten, unter anderem für Material. Auf Aktionärsseite richtet sich der Blick dabei auch auf die Kostenbasis im eigenen Land: Mehrere Anleger verweisen auf hohe Lohnforderungen und Personalkosten in Deutschland, die die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich schwächten. Der Ton in diesen Beiträgen ist gereizt.

Aktie rückt an ihr Jahrestief heran

An der Börse hinterlässt die Warnung deutliche Spuren. Im Tief rutschte die Aktie bis auf 39,10 Euro und damit nahe an ihr Zwölfmonatstief von knapp 39 Euro. Vor einem Jahr kostete das Papier noch gut 54 Euro. Bei der US-Bank JPMorgan hieß es, die Prognosesenkung könnte die Markterwartungen an die Ergebnisse um rund 10 Prozent drücken – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung.

Nicht jeder liest den Kursrutsch allein als Schock: Die Aktie bewege sich damit in Richtung einer fairen Bewertung, lautet ein Einwand. Der Grundton bleibt dennoch ernüchtert. Mehr Klarheit dürften die vollständigen Quartalszahlen bringen, die Mercedes am Mittwoch vorlegen will.

Bn-Redaktion/sb
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