Gerresheimer unter Druck

UBS rät jetzt zum Verkauf 24.02.2026, 14:13 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Fallende Aktie
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Name Aktuell Diff. Börse
Gerresheimer 18,53 EUR -1,80 % Lang & Schwarz

Herabstufung durch UBS verschärft Verkaufsdruck

Die Gerresheimer-Aktie setzt ihre Abwärtsbewegung mit hoher Dynamik fort. Beim aktuellen Kurs von 18,11 Euro und einem Tagesverlust von 10 Prozent verschärft sich die ohnehin angespannte Lage. Negative Analystenkommentare – allen voran von der UBS – verstärken den Druck auf das Papier zusätzlich.

Die Schweizer Großbank hat die Aktie von „Neutral“ auf „Sell“ abgestuft und das Kursziel drastisch von 29 Euro auf 12,90 Euro gesenkt. Analyst Olivier Calvet begründet diesen Schritt mit einer skeptischen Einschätzung der geplanten Verkäufe der US-Tochter Centor sowie des internationalen Glasgeschäfts. Die Transaktionen sollen zur Reduzierung der hohen Nettoverschuldung von 1,93 Milliarden Euro beitragen. Nach Einschätzung der UBS könnten die Erlöse jedoch hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Darüber hinaus verweist Calvet auf ein aus seiner Sicht verlangsamtes Wachstum und erhöhte operative Risiken. Die Kombination aus Schuldenabbau unter schwierigen Marktbedingungen und strukturellen Unsicherheiten belastet das Vertrauen institutioneller Investoren spürbar.

Bilanzunregelmäßigkeiten und Millionenbelastungen

Zusätzlichen Gegenwind erhielt die Aktie Mitte Februar durch einen Bilanzskandal. Gerresheimer musste die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025 verschieben, nachdem Unregelmäßigkeiten bei der Umsatzrealisierung und Bilanzierung festgestellt worden waren. Die finanziellen Auswirkungen sind erheblich: Wertberichtigungen von bis zu 240 Millionen Euro stehen im Raum, zudem werden die Umsatzerlöse für 2024 um 35 Millionen Euro nach unten korrigiert.

Diese Korrekturen treffen das Unternehmen in einer ohnehin angespannten Phase. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie mehr als drei Viertel ihres Wertes eingebüßt. Der jüngste Kursrutsch unterstreicht, wie stark das Vertrauen des Kapitalmarkts gelitten hat.

Belastend wirken auch externe Faktoren. Schwache Daten zur Abnehmspritze CagriSema von Novo Nordisk, für die Gerresheimer Autoinjektoren liefert, haben die Unsicherheit zusätzlich erhöht. Die Diskussionen rund um die Marktzulassung des Produkts sorgen für Zurückhaltung bei Investoren.

14 Prozent leerverkauft – Analysten uneins

Ein weiterer Indikator für die angespannte Lage ist die hohe Shortquote: Rund 14 Prozent der ausstehenden Aktien sind aktuell leerverkauft. Das deutet darauf hin, dass institutionelle Marktteilnehmer weiterhin auf fallende Kurse setzen – ein Faktor, der die Volatilität zusätzlich erhöhen kann.

Auch bei den Analysten herrscht kein einheitliches Bild, wenngleich die Skepsis überwiegt. JPMorgan hält trotz der Bilanzprobleme an „Overweight“ fest und nennt ein Kursziel von 46 Euro. Barclays und UBS bewerten die Gerresheimer-Aktie mit „Equal Weight“ beziehungsweise „Neutral“ und Kurszielen von 23 Euro und 29 Euro. Die DZ Bank zeigt sich deutlich pessimistischer und stuft auf „Verkaufen“ mit einem Kursziel von 16 Euro herab. Bernstein Research sieht mit „Underperform“ und 18,90 Euro ebenfalls begrenztes Potenzial. Deutsche Bank und Berenberg bleiben mit „Hold“-Einstufungen und Kurszielen von 22 Euro beziehungsweise 20 Euro zurückhaltend.

Bn-Redaktion/aw
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